München (ots) –

Quelle: (ots/Die Stiftung Menschen für Menschen)

Während in den großen Städten in Äthiopien es in vielen Bereichen
Fortschritte gibt, können im ländlichen Äthiopien noch immer
Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule besuchen; Millionen von
Unterrichtsstunden fallen wegen Lehrermangels aus. „Dabei ist Bildung
und Wissen die Grundlage für jegliche Verbesserung der Lebensumstände
der Menschen in Äthiopien. Ohne effektive Bildung gibt es auch keinen
wirtschaftlichen Fortschritt für das Land“, betont Peter Renner,
Vorstand der Stiftung Menschen für Menschen und u. a. zuständig für
die Projektarbeit in Äthiopien. „Die Bildung kann nicht warten. Wir
müssen jetzt helfen“, so Renner weiter. „Die jungen Menschen in
Äthiopien brauchen dringend Perspektiven für ihr Leben.“

Jung, arm, Analphabet

Weltweit gibt es noch immer 750 Millionen Menschen, die einen
einfachen Satz weder lesen noch schreiben können. Knapp ein Siebtel
von ihnen ist zwischen 15 und 24 Jahre alt. An Zahlen zu jungen
Erwachsenen lässt sich gut ablesen, wie wirksam die Investitionen
eines Landes in Bildung waren. In Äthiopien etwa haben sie Früchte
getragen: Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen, der lesen und schreiben
kann, ist seit dem Millenniumswechsel von knapp 40 auf 60 Prozent
gestiegen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt, wo Handlungsbedarf
besteht: Während unter den Ärmsten gerade jeder Vierte lesen und
schreiben kann, sind es in wohlhabenden Kreisen fast 90 Prozent.
Armut und Analphabetismus bedingen sich stark. Doch auch der Wohnort
spielt eine wichtige Rolle für die Lese- und Schreibfähigkeit der 15-
bis 24-Jährigen. So ist die Alphabetisierungsrate in den Städten fast
doppelt so hoch wie auf dem Land.

Dunkle und verfallene Schulen

Besonders in den ländlichen Bereichen von Äthiopien, wo rund 80
Prozent der Bevölkerung leben, ist vielen jungen Menschen der Zugang
zu guter Schulbildung verwehrt. Die Kinder – vor allem die Mädchen –
tragen bereits früh Verantwortung im Arbeitsalltag. Sie sind täglich
oft mehrere Stunden unterwegs, um Wasser zu holen, oder Feuerholz zu
sammeln, oder beides. Die nächste Schule ist meist weit von ihrem
Zuhause entfernt, der Schulweg ein kilometerlanger Marsch. Deshalb
gehen viele Mädchen auch nicht in die Schule. Der Bildungsrückstand
ist zwischen den Schülern in den Städten und auf dem Land hoch.

Schulgebäude in den ländlichen Bereichen Äthiopiens sind häufig
verfallene, dunkle Hütten aus Stroh, Holz und Lehm. Um die Bildung in
der Breite zu fördern, baut Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
(www.menschenfuermenschen.de) moderne Schulen auf dem Land und
stattet sie mit Lehr- und Lernmaterial aus. Zudem bietet die Stiftung
funktionale Alphabetisierungskurse für Erwachsene an.

Bildungsbilanz Menschen für Menschen

Täglich besuchen rund 500.000 Kinder und Jugendliche die 436 von
Menschen für Menschen neu gebauten oder renovierten Schulen. Meist
werden jeweils vier Schulgebäude mit jeweils vier Klassenräumen
gebaut und mit den notwendigen Schulmöbeln ausgestattet. Dazu kommen
noch ein Verwaltungsgebäude mit einer Bibliothek und Toiletten.
Menschen für Menschen-Vorstand Peter Renner: „Der Bau von Schulen in
Äthiopien gehört zu unseren wichtigen Aufgaben. Denn eine gute
Schulbildung ist die wesentliche Voraussetzung für ein besseres Leben
der Kinder und Jugendlichen in der Zukunft und für eine erfolgreiche
Weiterentwicklung Äthiopiens. Nur mit einer guten und soliden Bildung
können die Menschen aktiv am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und
politischen Leben teilnehmen und sich selbst Perspektiven für die
Zukunft im eigenen Land schaffen.“

Information zum Bildungssystem in Äthiopien

Die allgemeinbildende Schulausbildung beträgt insgesamt 10 Jahre.
Nach dem zehnten Schuljahr und dem Bestehen einer Prüfung können die
Schüler/innen entweder zwei weitere Schuljahre bis zur Hochschulreife
absolvieren oder sich für eine Berufsausbildung entscheiden.
Besonders im ländlichen Bereich gehen die Schüler/innen in zwei
Schichten (jeweils eine Woche am Vormittag und die andere Woche am
Nachmittag) zur Schule.

In einem aktuellen Beitrag im Nagaya-Magazin, das von der Stiftung
Menschen für Menschen herausgegeben wird, beschäftigt sich die
Organisation ausführlich mit dem Thema Bildung in Äthiopien. Die
Ausgabe ist abrufbar unter http://ots.de/DUqFKe.

Daten zur Bildungssituation in Äthiopien bietet u. d. die UNESCO
unter http://uis.unesco.org/en/country/et

Informationen über die Stiftung Menschen für Menschen gibt es auch
bei Facebook, Twitter, YouTube und Instagram

Spendenkonto Stiftung
Menschen für Menschen
Stadtsparkasse München
IBAN: DE64701500000018180018
SWIFT (BIC): SSKMDEMM
Online: www.menschenfuermenschen.de

Über Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen leistet seit 37 Jahren
nachhaltige Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien. Im Rahmen
integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte verzahnt Menschen für
Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen aus den Bereichen
Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Den
Grundstein für Menschen für Menschen legte am 16. Mai 1981 der
damalige Schauspieler Karlheinz Böhm (gest. 2014) mit seiner
legendären Wette in der Sendung „Wetten, dass..?“. Die Stiftung trägt
seit 1993 durchgängig das Spendensiegel des Deutschen
Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Menschen für Menschen
setzt die Maßnahmen derzeit in zwölf Projektgebieten mit rund 650
fest angestellten und fast ausschließlich äthiopischen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um.

Pressekontakt:
Stiftung Menschen für Menschen
– Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
Lisa-Martina Kerscher
Brienner Straße 46
80333 München
E-Mail: lisa.kerscher@menschenfuermenschen.org
Tel.: +49 89 383979-87
Fax: +49 89 383979-70

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Quelle: https://www.presseportal.de/pm/17459/4142633