München (ots) –

Quelle: (ots/Die Stiftung Menschen für Menschen)

Die Schülerinnen und Schüler der Demasiko Higher Primary School im
Hochland Äthiopiens haben mit vielerlei Problemen zu kämpfen: Eines
sind die Sandflöhe in den Klassenräumen. Sie bohren sich in die Haut
der Mädchen und Jungen und verursachen fürchterliche Schmerzen. Die
kleinen Parasiten lauern auf dem nur dünn mit Stroh bestreuten
Lehmboden in den Klassenräumen. „Es tut mir manchmal so weh, dass ich
kaum noch gehen kann“, sagt der zwölfjährige Yimam Ayalew. „Wie soll
ich mich da auf den Unterricht konzentrieren?“

Die nur einen halben bis einen Millimeter kleinen Insekten bohren
sich an den Zehennägeln unter die Haut. Dort schwellen die Blutsauger
in wenigen Tagen zu einer Kugel von bis zu drei Millimetern an. Zwar
stirbt das Tier unter der Haut nach etwa zwei Wochen. Doch bis dahin
hat es Hunderte Eier gelegt. Nur wenige Tage später sind die Flöhe
entwickelt und setzen den Kindern weiter zu.

Täglich droht Einsturzgefahr

Neben den bissigen Sandflöhen machen jedoch auch andere Umstände
das Lernen für die Schülerinnen und Schüler zur Qual – oder gar
unmöglich. Die alte Schule etwa, in der die Kinder und Jugendlichen
unterrichtet werden, wurde damals aus Holz und Lehm gebaut. Termiten
zerfressen langsam aber stetig das Gebälk. Schon jetzt schließen die
einfachen Türen nicht mehr. In nicht allzu ferner Zukunft wird die
Holzkonstruktion einstürzen.

In der Sommerzeit ist es in den kleinen und engen Klassenräumen
staubig und heiß. Bei Regen tropft es hinein, verschließt man die
kleinen Fensteröffnungen, muss der Unterricht im Dunkeln stattfinden.
Es gibt keinen Strom. Kein Wasser. Es fehlt an allem.

So auch an Tischen und Bänken. Mehrere Kinder drängen sich an die
uralten Holztische. Häufig sitzen sie auf dem Boden. „Wie soll ich da
richtig lernen? Ich habe kaum Platz für mein Heft und es ist auch oft
so dunkel, dass ich kaum etwas an der Tafel lesen kann“, erzählt die
15-jährige Habtam Hassan. Schulbücher sind Mangelware und Lernhilfen
oder Sachbücher gibt es in Demasiko nicht.

„Außerdem haben wir hier kein Wasser und auch keine Toiletten. Die
Hygienebedingungen sind fürchterlich“, klagt Andenet Kassa, der seit
elf Jahren an der Schule unterrichtet. Auch für die Lehrer ist die
Situation kaum besser: „Wir haben keinen eigenen Raum. So sitzen wir
oft auf Steinen im Freien und bereiten dort unseren Unterricht vor.“

Kein Wunder also, dass viele der Schülerinnen und Schüler der
Demasiko Higher Primary School bereits in jungen Jahren dem
Unterricht fernbleiben. Die Folge: Es bleibt ihnen die Chance auf den
Besuch einer weiterführenden Schule verwehrt.

Neue Schule schenkt Hoffnung

Doch die Zeit der Strapazen wird für die Kinder von Demasiko bald
vorbei sein. Denn die Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz
Böhms Äthiopienhilfe (www.menschenfuermenschen.de) errichtet auf dem
Gelände der alten Schule neue, funktionelle Gebäude und verbessert
damit die Startchancen für die junge Generation. Drei Bauten mit
jeweils vier Klassenräumen, ein Verwaltungsgebäude sowie Toiletten
sollen entstehen und mit Schulmöbeln ausgestattet werden. Ebenso
sorgt die Äthiopienhilfe für Bücher.

Bis Ende 2019 soll der Schulkomplex fertiggestellt werden und den
Schülerinnen und Schülern in Demasiko endlich ein Lernen unter
würdigen Bedingungen ermöglichen.

Ohne Bildung keine Entwicklung

Während in den großen Städten in Äthiopien es in vielen Bereichen
Fortschritte gibt, können im ländlichen Äthiopien noch immer
Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule besuchen; Millionen von
Unterrichtsstunden fallen wegen Lehrermangels aus. Dabei ist Bildung
und Wissen die Grundlage für jegliche Verbesserung der Lebensumstände
der Menschen in Äthiopien. Ohne effektive Bildung gibt es auch keinen
wirtschaftlichen Fortschritt für das Land. Deshalb engagiert sich
Menschen für Menschen für den Bau von Schulen sowie für den Ausbau
von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa durch den Bau von
Berufsbildungszentren. Die Schulen werden mit Möbeln, Büchern und
Lernmaterial ausgestattet. Außerdem werden die Gebäude genutzt, um
Landwirtschaftskurse oder Hygieneschulungen durchzuführen. Auch
funktionale Alphabetisierungskurse für Erwachsene finden dort statt.

Hintergrundinformation

In der Projektregion Wogdi, 580 Kilometer nordöstlich von Addis
Abeba, ist Menschen für Menschen seit 2013 aktiv. In Wogdi, das zum
Regionalstaat Amhara gehört, leben rund 150.000 Menschen. Die meisten
Schulgebäude in Wogdi befinden sich in einem sehr schlechten Zustand,
mancherorts muss im Freien unter Bäumen unterrichtet werden. Gegen
diesen Notstand hat Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe bis heute sechs
neue Schulen dort gebaut. Drei weitere – unter anderem die Demasiko
Higher Primary School – befinden sich derzeit im Bau.

Informationen über die Stiftung Menschen für Menschen gibt es auch
bei Facebook, Twitter, YouTube und Instagram

Spendenkonto
Stiftung Menschen für Menschen
Stadtsparkasse München
IBAN: DE64701500000018180018
Online: www.menschenfuermenschen.de

Über Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen leistet seit 37 Jahren
nachhaltige Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien. Im Rahmen
integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte verzahnt Menschen für
Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen aus den Bereichen
Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Den
Grundstein für Menschen für Menschen legte am 16. Mai 1981 der
damalige Schauspieler Karlheinz Böhm (gest. 2014) mit seiner
legendären Wette in der Sendung „Wetten, dass..?“. Die Stiftung trägt
seit 1993 durchgängig das Spendensiegel des Deutschen
Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Menschen für Menschen
setzt die Maßnahmen derzeit in elf Projektgebieten mit rund 620 fest
angestellten und fast ausschließlich äthiopischen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern um.

Pressekontakt:
Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
Erich Jeske
Brienner Straße 46
80333 München
E-Mail: erich.jeske@menschenfuermenschen.org
Tel.: +49 89 383979-87
Fax: +49 89 383979-70

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