München (ots) –

Quelle: (ots/Oliver Wyman)

– China und andere asiatische Länder besonders betroffen
– Deutschland im europäischen Vergleich mit einer der höchsten
Risikoraten
– Investitionen in Fortbildung und Job-Redesign zahlen sich aus

Die zunehmende Automatisierung gefährdet die Arbeitsplätze älterer
Arbeitnehmer. Gleichzeitig fehlen in den überalterten Gesellschaften
junge Nachwuchskräfte. Das zeigt eine aktuelle Studie, die die
Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Mercer für das Global Risk
Center der Marsh & McLennan Companies durchgeführt haben. Um trotz
dieses soziodemografischen Trends ausreichend Fachkräfte zu gewinnen,
müssen Unternehmen ältere Arbeitnehmer als Chance begreifen und in
Fortbildung und Job-Redesign investieren.

Die Kombination einer alternden Weltbevölkerung mit der
zunehmenden Automatisierung in der Arbeitswelt wird erhebliche
wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben – insbesondere in
einigen asiatischen Ländern, in denen gering qualifizierte
Arbeitskräfte im Alter von 50 bis 64 Jahren einen immer größeren
Anteil der Erwerbsbevölkerung darstellen. Bis 2025 laufen in China 76
Prozent, in Thailand 69 Prozent der älteren Arbeitnehmer Gefahr,
aufgrund der Automatisierung nicht mehr am Arbeitsmarkt teilhaben zu
können.

Doch auch in europäischen Ländern wie Deutschland oder Italien
drohen Jobs wegzubrechen, die mit älteren Arbeitnehmern besetzt sind.
Obwohl in Deutschland viele ausgebildete Fachkräfte arbeiten, deren
Arbeitsplätze in der Regel schwer zu automatisieren sind, drohen
hierzulande 57 Prozent der von älteren Mitarbeitern besetzten Stellen
wegzufallen. Das ist das Ergebnis der Studie „The Twin Threats of
Aging and Automation“ des Global Risk Center von Marsh & McLennan
Companies.

Im Rahmen der Studie haben Experten von Oliver Wyman und Mercer
untersucht, wie sich die Automatisierung auf ältere Arbeitnehmer in
15 ausgewählten Staaten in Europa, Asien und Amerika auswirkt. Neben
Industriestruktur und Ausbildungssystem hängt das
Automatisierungsrisiko für ältere Menschen auch von der Gestaltung
der Sozial- sowie der Finanzierungssysteme ab.

Weitreichende Folgen für die Gesellschaft

Gerade in Kombination mit einer alternden Bevölkerung hat die
Automatisierung weitreichende Folgen: „Unternehmen ringen heute um
die zeitnahe und effiziente Einführung intelligenter Technologien –
was sich unverhältnismäßig stark auf die älteren Arbeitnehmer
auswirken kann“, sagt Axel Miller, Partner bei Oliver Wyman. „Diese
Verschiebung kann zu Arbeitslosigkeit, zunehmender Ungleichheit und
größerer Belastung der Sicherheitsnetze führen.“ Es bestehe die
Gefahr, dass die Älteren von der Wirtschaft von morgen ausgeschlossen
werden – auch dann, wenn sie bereit und in der Lage sind, eine
sinnvolle Arbeit zu leisten.

Ein Blick auf die Nachbarländer zeigt, dass die Automatisierung
das Leben der älteren Arbeitnehmer auch in Österreich stark
beeinflussen könnte – das Verdrängungsrisiko liegt hier bei 54
Prozent. Die Schweiz schneidet im deutschsprachigen Ländervergleich
mit 49 Prozent Risiko am besten ab. Die niedrigsten Risikowerte
weltweit weisen Australien mit 42 Prozent und Kanada mit 47 Prozent
auf – für diese Länder ergibt sich auch die niedrigste
Überalterungsquote.

Ältere Arbeitnehmer als Chance sehen

Steigende Lebenserwartungen und sinkende Geburtenraten führen in
vielen Volkswirtschaften dazu, dass die Bevölkerung im erwerbsfähigen
Alter schrumpft. So geht die UNO davon aus, dass in Deutschland der
Anteil der zur Verfügung stehenden Menschen im erwerbsfähigen Alter
an der Gesamtbevölkerung zwischen 2015 und 2030 um mehr als sechs
Prozent abnimmt.

„Die Automatisierung ermöglicht eine beispiellose Produktivität
und gibt den Unternehmen die Möglichkeit, aufgrund von Einsparungen
bei den Personalkosten in neue Einnahmequellen und Mitarbeiter zu
investieren“, sagt Sebastian Karwautz, Leiter des Bereichs Career
Central & Eastern Europe bei Mercer. Dies werde allerdings schwierig,
wenn die Nachwuchskräfte fehlen. Unternehmen müssen nun handeln, um
trotz dieses soziodemografischen Trends ausreichend Fachkräfte und
Mitarbeiter für ihre Arbeit zu gewinnen. So werden die älteren
Arbeitnehmer wieder zur Chance.

„Regierungen und Unternehmen sollten ältere Arbeitnehmer stärker
integrieren und benötigen einen Plan, der sich nicht nur um ihre
umfangreichen digitalen Strategien dreht, sondern auch die ältere
Generation berücksichtigt“, so Karwautz weiter. Erfahrungsschatz,
Konsolidierung von Wissen, Kontinuität: Investitionen in ältere
Mitarbeiter durch betriebliche Umschulungsmaßnahmen und Strategien
für ein effektives Job-Redesign machen sich bezahlt, wenn Unternehmen
die spezifischen Fähigkeiten gut zu nutzen wissen.

Der vollständige Report steht zum Download bereit unter
http://ots.de/IvkTSW

Über die Analyse

Anhand von Daten der Vereinten Nationen (UNO) errechneten die
Autoren die Anzahl der älteren Arbeitnehmer in jeder der neun
Beschäftigungskategorien der UNO. In den meisten Ländern werden
ältere Arbeitnehmer als diejenigen definiert, die noch im Alter
zwischen 50 und 64 Jahren erwerbstätig sind – mit Ausnahme von Kanada
(45-64 Jahre) und den Vereinigten Staaten (55-64 Jahre). Indem die
Autoren diese neun Kategorien auf die Werte des „Risikos der
Automatisierung“ der Forscher Martin Frey & Carl Osbourne von der
Universität Oxford abbilden, generieren sie gewichtete
Durchschnittswerte für das Automatisierungsrisiko älterer
Arbeitnehmer für jede Nation und berechnen das durchschnittliche
Risiko der Automatisierung für ältere Arbeitnehmer.

Pressekontakt:
Oliver Wyman
Maike Wiehmeier
Communications Manager DACH
Tel. +49 89 939 49 464
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maike.wiehmeier@oliverwyman.com

Mercer
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Tel. +49 69 689 778 552
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vera.reuland@mercer.com

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Quelle: https://www.presseportal.de/pm/66435/4090734