Berlin (ots) –

Quelle: (ots/Initiative Markt- und Sozialforschung)

40 Prozent der Deutschen empfinden Hartz 4 als ungerecht und etwas
über die Hälfte der Menschen ist nicht der Meinung, dass Hartz 4
einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit leistet.
Junge Menschen sehen das Arbeitslosengeld II weniger kritisch als
ältere und die Menschen im Osten bewerten Hartz 4 insgesamt negativer
als die Menschen im Westen. Dies sind Ergebnisse einer
repräsentativen Umfrage bei 1086 Personen von YouGov für die
Initiative Markt- und Sozialforschung.

Der Äußerung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn aus dem
März, mit Hartz IV habe „jeder das, was er zum Leben braucht“,
widersprechen mehr Menschen als dass sie zustimmen: 42 Prozent lehnen
die Aussage ab, während sie 25 Prozent bejahen. Auch unter den
Wählern von Spahns Partei CDU herrscht Uneinigkeit: Etwa ein Drittel
stimmt zu, ein Drittel lehnt die Aussage ab und ein Drittel ist
unentschieden oder hat keine Meinung. Besonders negativ wird die
Aussage von Menschen über 55 bewertet.

Über die Hälfte der Bevölkerung ist nicht der Meinung, dass Hartz
4 einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
leistet. Der Anteil der Menschen, die diese Meinung nicht teilen,
steigt mit zunehmendem Alter: Während 35 Prozent der 18- bis
24-jährigen diese Aussage ablehnen, widersprechen von den Menschen,
die älter als 55 Jahre sind, 56 Prozent.

Der Hartz 4-Satz, 2005 im Zuge der Agenda 2010 durch
Zusammenlegung der früheren Arbeitslosen- und Sozialhilfe als
Grundsicherung eingeführt, ist nicht an vorherige Einzahlungen in
Versicherungen oder Sozialkassen gekoppelt. Dennoch befürworten fast
60 Prozent der Deutschen, dass Menschen, die länger in die
Sozialkassen eingezahlt haben, auch einen erhöhten Hartz 4-Satz
erhalten sollen. Nur 14 Prozent befürworten die gegenwärtig
angewandte Praxis und lehnen diese Aussage ab. 42 Prozent finden,
dass Familien mit Kindern und Alleinerziehende besser gestellt werden
sollten als andere. Besonders stark vertritt die Altersgruppe der 18-
bis 24-jährigen diese Meinung, wo sie bei über der Hälfte befürwortet
wird.

Bei der Frage, ob der Hartz 4-Satz für Deutschland als reiches
Land zu niedrig sei, sind die Menschen unentschieden. Etwa ein
Drittel stimmt der Aussage zu, etwa ein Drittel lehnt sie ab und
ungefähr ein Drittel hat keine Meinung oder ist unentschieden.

40 Prozent der Deutschen empfinden Hartz 4 als ungerecht,
wohingegen es von nur 19 Prozent der Bevölkerung als gerecht
wahrgenommen wird. Während die jüngeren Deutschen relativ
unentschieden sind, haben die Menschen über 55 eine deutlichere
Meinung: 45 Prozent empfinden Hartz 4 als nicht gerecht, wohingegen
nur 15 Prozent angeben, Hartz 4 gerecht zu finden.

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov
Deutschland GmbH, an der 1086 Personen zwischen dem 21.08.2018 und
24.08.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind
repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Über die IMSF

Ziel der Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. ist es, die
Öffentlichkeit über Markt- und Sozialforschung und deren Unterschied
zu Werbung und Verkauf zu informieren. Weitere Aufgaben sind, die
Garantie von Anonymität und Datenschutz zu betonen und den Nutzen von
Markt- und Sozialforschung für die Gesellschaft zu verdeutlichen.
Weitere Informationen unter www.deutsche-marktforscher.de

Träger der Initiative sind die Branchenverbände der Markt- und
Sozialforschung:
– ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute
e.V.
– Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V. (ASI)
– BVM Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V.
– Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung e.V. (DGOF)
Unterstützt wird die Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. durch
die Fördermitglieder:
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– GfK Verein
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– Ipsos GmbH
– Psyma Group AG
– SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co.
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