Hamburg (ots) –

Quelle: (ots/EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG)

Süßwasser ist eine knappe Ressource und eines der Themenfelder der
Partnerschaft für Nachhaltigkeit zwischen WWF und dem EDEKA-Verbund.
Nun wurde eine Pilot-Finca in Andalusien, die EDEKA und Netto
Marken-Discount Zitrusfrüchte aus nachhaltigerem konventionellen
Anbau liefert, als erster Landwirtschaftsbetrieb in Europa
erfolgreich AWS-zertifiziert. Die Finca erreichte dabei sogar
Gold-Auszeichnung. Der Standard der Alliance for Water Stewardship
(AWS) unterstützt Produzenten dabei, gemeinsam mit anderen Akteuren
ein nachhaltigeres Wassermanagement im lokalen Flussgebiet
umzusetzen. So sollen Wasserressourcen für Umwelt, Mensch und
Wirtschaft langfristig gesichert werden.

Die lokale Wassersituation und der Umgang damit spielen bei den
üblichen Produktsiegeln im Supermarkt eine untergeordnete Rolle – wie
auch eine Studie von WWF und EDEKA dokumentiert
(http://ots.de/UykNIB). Doch ob ein Lebensmittel nachhaltiger ist,
entscheidet sich auch durch die Wassernutzung während des Anbaus der
Rohstoffe. Wasserressourcen sind in vielen Regionen ein knappes Gut,
werden verschmutzt oder behördenseitig schlecht und ungerecht
verteilt. In Andalusien haben WWF und EDEKA-Verbund ein Projekt
gestartet, in dem die Produktionsbedingungen im konventionellen
Zitrusfrüchteanbau umweltfreundlicher gestaltet werden. Neben den
Zielen, weniger Pflanzenschutzmittel zu verwenden und die
Artenvielfalt auf den Feldern zu erhöhen, steht vor allem ein
besserer Umgang mit Süßwasser in der trockenen Region im Fokus.

Die am Projekt teilnehmende Finca Iberresparragal wurde nun als
erster europäischer Landwirt nach den Kriterien des AWS-Standards
zertifiziert. Damit hat eine unabhängige Zertifizierungsstelle
bestätigt, dass die Finca Wasser sparsam einsetzt, ihre Wasserbilanz
verbessert, darauf achtet, Verschmutzungen zu vermeiden und das
Ökosystem schützt. So hat Iberesparragal in einem Jahr insgesamt
211.486 m³ Wasser gespart gegenüber der erlaubten Menge, also mehr
als 200 Millionen Liter. Insgesamt erreichte die Finca
AWS-Gold-Status – der hiermit weltweit erst zum dritten Mal vergeben
wurde. AWS-Zertifizierungen gibt es als Basis-, Gold- und
Platin-Version – je nachdem, wie weitgehend die Kriterien zum
Süßwasserschutz erfüllt werden.

Die Finca liegt im Wassereinzugsgebiet des Flusses Guadalquivir in
der Nähe von Sevilla. Dem Water Stewardship-Konzept folgend ist eine
nachhaltigere Wassernutzung im Flussgebiet nur durch die
Zusammenarbeit mit anderen Wassernutzern und Interessengruppen zu
erreichen. Daher engagiert sich der Betrieb Iberesparragal auch über
seine Betriebsgrenzen hinaus und steht mit anderen Nutzern, Behörden
und Akteuren im Austausch und bewegte weitere Landwirte zur Umsetzung
der AWS-Prinzipien.

Neben der Trockenheit, die aufgrund des Klimawandels zunehmen
wird, sind auch eine Übernutzung und mehr als 1.000 illegale Brunnen
schuld, dass die Grundwasserspiegel in der landwirtschaftlich stark
genutzten Zone Andalusiens seit Jahren sinken. Hierunter leidet
insbesondere die Umwelt: Der Nationalpark Coto de Doñana liegt am
Ende des Flussgebiets und ist einer der wenigen verbleibenden
Biodiversitäts-Hotspots in der Gegend. Der sinkende
Grundwasserspiegel hat bereits deutliche Spuren im Park hinterlassen.

„Wir freuen uns, dass unsere Pilotfarm Iberesparragal sich als
erster europäischer Landwirt erfolgreich AWS-zertifizieren konnte und
dazu in Gold. EDEKA und Netto Marken-Discount sind die ersten
Lebensmittelhändler in Deutschland, die mit dem AWS-Standard
systematisch Wasserrisiken reduzieren“, sagt Rolf Lange, Leiter
Unternehmens-kommunikation der EDEKA Zentrale. Johannes Schmiester,
Wasserexperte von WWF Deutschland ergänzt: „Wasserrisiken werden
immer mehr auch zu einem ökonomischen Problem im Lebensmittelsektor,
wie die aktuelle Dürre in Kapstadt zeigt. Durch Zusammenarbeit in
Flussgebieten und entlang der Lieferketten können Risiken deutlich
reduziert werden. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel hat eine hohe
Verantwortung, diesen Prozess aktiv mitzugestalten.“ Adrian Sym, CEO
von Alliance for Water Stewardship, unterstreicht: „Das Engagement
von EDEKA für ein nachhaltigeres Wassermanagement bei ihren
Lieferanten ist Vorbild für andere große Supermarktunternehmen, sich
aktiver mit der Wassernutzung in Lieferregionen auseinanderzusetzen.
Die erste AWS-Zertifizierung eines landwirtschaftlichen Betriebes in
Europa wurde durch gute Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen
ermöglicht und hilft AWS, bei der Umsetzung von Water
Stewardship-Maßnahmen noch effektiver zu unterstützen.“

EDEKA Vorreiter bei Wassermanagement und für Wasser-Standard AWS

Der EDEKA-Verbund setzt ein gemeinsam von EDEKA und WWF entwickeltes
Web-Tool (EDEKA Wasser-Tool) ein, mit dem Lieferanten weltweit in
wenigen Schritten Wasserrisiken in der Rohstofferzeugung bestimmen
und Nachweise über ihren verantwortungsvollen Umgang erbringen
können. Bei besonders hohen Wasserrisiken arbeitet der EDEKA-Verbund
als erster deutscher Lebensmittelhändler mit dem Standard AWS. In der
ersten Phase kommt das Tool derzeit im Bereich Obst und Gemüse zum
Einsatz, danach wird es schrittweise auf weitere Eigenmarkenbereiche
ausgeweitet. Informationen auch unter:
http://ots.de/wJAZO5
http://ots.de/HEaEet
http://ots.de/fMkp5F

Hintergrund – Alliance for Water Stewardship (AWS)

Die Alliance for Water Stewardship Inc. (AWS) ist eine
eingetragene mitgliederbasierte Nichtregierungsorganisation. Sie hat
das Ziel, Water Stewardship zu fördern. Kernstück ist der 2014
veröffentlichte AWS-Standard. Er bietet ein global einheitliches
Rahmenwerk: Es ermöglicht Wassernutzern, ihre Wassernutzung und
Auswirkungen zu verstehen und auf dieser Basis gemeinsam und
transparent für ein nachhaltigeres Wassermanagement im Kontext des
Wassereinzugsgebietes zu arbeiten. Die Anwendung des Standards
fördert den sozial und wirtschaftlich vorteilhaften sowie ökologisch
nachhaltigen Umgang mit Süßwasser. Durch eine nachhaltige
Wassernutzung werden die biologische Vielfalt und ökologische
Prozesse im Wassereinzugsgebiet erhalten oder verbessert. Durch eine
sozial vorteilhafte Wassernutzung werden grundlegende menschliche
Bedürfnisse anerkannt und eine langfristige Nutzung für die lokale
Bevölkerung gesichert.

EDEKA und WWF – strategische Partner für Nachhaltigkeit

Die im Jahr 2009 begonnene Kooperation zum Schutz der Meere und
für nachhaltige Fischerei wurde 2012 zu einer umfassenderen und
langfristigen Partnerschaft weiterentwickelt. Der WWF berät EDEKA
wissenschaftlich fundiert in unterschiedlichen Themen- und
Sortimentsbereichen. Schwerpunkte sind Fisch und Meeresfrüchte,
Holz/Papier/Tissue, Palmöl/Palmkernöl, Soja/ Nachhaltigere
Nutztierfütterung, Süßwasser, Klima, Verpackungen und
Beschaffungsmanagement. Ziel¬setzung ist es, die natürlichen
Ressourcen der Erde zu schonen, den ökologischen Fußabdruck von EDEKA
Schritt für Schritt deutlich zu verringern und immer mehr Kunden für
nachhaltigere Produkte sowie nachhaltigeren Konsum zu begeistern.

EDEKA – Deutschlands erfolgreichste Unternehmer-Initiative

Das Profil des mittelständisch und genossenschaftlich geprägten
EDEKA-Verbunds basiert auf dem erfolgreichen Zusammenspiel dreier
Stufen: Bundesweit verleihen rund 3.800 selbstständige Kaufleute
EDEKA ein Gesicht. Sie übernehmen auf Einzelhandelsebene die Rolle
des Nahversorgers, der für Lebensmittelqualität und Genuss steht.
Unterstützt werden sie von sieben regionalen Großhandelsbetrieben,
die täglich frische Ware in die EDEKA-Märkte liefern und darüber
hinaus von Vertriebs- bis zu Expansionsthemen an ihrer Seite stehen.
Die Koordination der EDEKA-Strategie erfolgt in der Hamburger
EDEKA-Zentrale. Sie steuert das nationale Warengeschäft ebenso wie
die erfolgreiche Kampagne „Wir lieben Lebensmittel“. Von hier
erfolgen die Impulse zur Realisierung verbundübergreifender Ziele wie
beispielsweise dem Schaffen durchgängiger IT-Strukturen oder zur
Entwicklung zeitgemäßer Personalentwicklungs- und
Qualifizierungskonzepte für den Einzelhandel. Mit dem
Tochterunternehmen Netto Marken-Discount setzt sie darüber hinaus
erfolgreiche Akzente im Discountgeschäft und rundet so das breite
Leistungsspektrum des Unternehmensverbunds ab. EDEKA erzielte 2017
mit rund 11.430 Märkten und 369.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
einen Umsatz von 51,9 Mrd. Euro. Mit rund 17.150 Auszubildenden ist
EDEKA einer der führenden Ausbilder in Deutschland.

WWF Deutschland

Der WWF Deutschland ist Teil der internationalen
Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF). Seit über
50 Jahren arbeitet das WWF-Netzwerk rund um den Globus daran, die
Umweltzerstörung zu stoppen und eine Zukunft zu gestalten, in der
Mensch und Natur in Einklang miteinander leben. In mehr als 100
nationalen und internationalen Projekten setzt sich der WWF
Deutschland aktuell für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein.

Pressekontakt:

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6377-2182

WWF Deutschland: Pressestelle, Immo Fischer, immo.fischer@wwf.de, 030
311777-427

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