Cottbus/Berlin (ots) – 17 Jahre nach dem Tod des kleinen Dennis
aus Cottbus ist die Mutter wieder auf freiem Fuß.

Ihrem Antrag auf vorzeitige Haftentlassung wurde stattgegeben,
teilte die Staatsanwaltschaft Cottbus am Freitag auf rbb Nachfrage
mit. Die Mutter habe mehr als zwei Drittel ihrer insgesamt
13-jährigen Gefängnisstrafe wegen Totschlags abgesessen, so die
Staatsanwaltschaft. Nach dieser Zeit sei es möglich, einen Antrag auf
vorzeitige Entlassung zu stellen. Auch der Vater des Jungen hatte von
dieser Regelung Gebrauch gemacht. Er war bereits vor drei Jahren auf
Bewährung freigekommen.

Der Fall Dennis hatte 2004 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und
ein Versagen der Behörden ans Licht gebracht. Ohne dass es Schul- und
Jugendamt bemerkten, war Dennis qualvoll verhungert und im Alter von
6 Jahren völlig abgemagert gestorben. Die Mutter hatte die Leiche des
Jungen in einer Kühltruhe versteckt. Zweieinhalb Jahre danach wurden
die sterblichen Überreste von Dennis gefunden.

In einem ersten Verfahren waren die Eltern wegen Mordes zu
lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das
Urteil jedoch aufgehoben, weil das Tatmerkmal der Grausamkeit fehlte.
Dennis Eltern wurden anschließend wegen Totschlags verurteilt. 2010
kamen sie in Haft.

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