Berlin (ots) – Heute hat die Siegel-Initiative Fairtrade eine
deutliche Erhöhung des garantierten Mindestpreises für Kakao
angekündigt. Die Entwicklungsorganisation INKOTA begrüßt diesen
wichtigen Schritt, um die Armut der Kakaobäuerinnen und -bauern zu
verringern. Wenn Schokoladen-Unternehmen es mit der Nachhaltigkeit
ernst meinten, müssten sie auch bereit sein, mehr für den Kakao zu
zahlen. Auch die beiden anderen großen Zertifizierungsorganisationen
im Kakaobereich sollten einen garantierten Mindestpreis einführen. Um
die Lücke zu existenzsichernden Einkommen zu schließen, müssten aber
auch bei Fairtrade weitere Preiserhöhungen folgen. Das sagen auch die
Fairtrade-Kakaobäuerin Elizabeth Osei Agyei und Sandra Kwabea Sarkwah
von der NGO SEND-Ghana. Sie berichten auf einer Deutschland-Tour
diese Woche über die Situation auf den Kakaoplantagen in Westafrika.

„Die Preiserhöhung war lange überfällig“, sagt Elizabeth Osei
Agyei. Die Fairtrade-Kakaobäuerin hofft, von der Erhöhung des
Mindestpreises von 2.000 auf 2.400 US-Dollar ab Oktober 2019 zu
profitieren. „Das ist ein wichtiger Schritt, damit mehr Menschen bei
uns aus der Armut kommen.“ Die Mehrheit der Kakaobäuerinnen und
-bauern in Westafrika lebt deutlich unter der Armutsgrenze. Das
Einkommen einer typischen Kakaobauernfamilie in Ghana müsste sich
etwa verdoppeln, um existenzsichernd zu sein.

Allerdings tragen gerade einmal fünf Prozent der weltweit
vertriebenen Schokolade das Fairtrade-Siegel. „Die Fairtrade-Bauern
sind künftig besser vor niedrigen Weltmarktpreisen geschützt“, sagt
INKOTA-Referent Johannes Schorling. Laut Berechnung von Fairtrade
müssten aber weitere Preiserhöhungen folgen, um existenzsichernde
Einkommen für Kakaobauernfamilien zu verwirklichen. „Wenn
Schokoladenunternehmen wirklich die Armut unter Kakaobauernfamilien
bekämpfen wollen, müssen sie endlich bereit sein, einen höheren Preis
für den Kakao zu zahlen. Auch Fairtrade kann sich nur in Richtung
existenzsichernder Preise bewegen, wenn die Branche mitzieht.“ Dies
gelte auch für die anderen großen Zertifizierungsorganisationen: Utz
und Rainforest Alliance verfügen bisher über keinen garantierten
Mindestpreis.

Sandra Kwabea Sarkwah und Elizabeth Osei stehen für Interviews zur
Verfügung. Eine Übersetzung vom Englischen ins Deutsche ist möglich.

Stationen der Deutschland-Tour:
– Mo., 3. Dezember, ab 18.30 Uhr (Berlin): taz kantine,
Friedrichstr. 21
– Di., 4. Dezember, ab 19 Uhr (Oldenburg): Kulturzentrum PFL,
Peterstr. 3
– Mi., 5. Dezember, ganztägig (Hannover): Interviewmöglichkeiten
auf Anfrage
– Do, 6. Dezember, ab 17 Uhr (Tübingen): Stadtbücherei,
Nonnengasse 19
– Fr., 7. Dezember, ab 19 Uhr (Speyer): VHS Speyer, Bahnhofstr. 54

Pressekontakt:
Evelyn Bahn, INKOTA-netzwerk, Mobil: +49 (0)177 32 43 408,
bahn@inkota.de

Johannes Schorling, INKOTA-netzwerk, Mobil: +49 (0) 176 99 79 33 74,
E-Mail: schorling@inkota.de

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Quelle: https://www.presseportal.de/pm/70663/4132889