maricel.jpgHösbach/Olongapo (ots) – Als Kind träumte Maricel Edora davon, Stewardess zu werden. Doch die Armut ihrer Familie ließ eine Verwirklichung dieses Traumes nicht zu. Noch bis vor einem Jahr wusste die alleinerziehende Mutter einer 11-jährigen Tochter an manchen Tagen nicht, wie sie fällige Rechnungen bezahlen oder ihr Kind ernähren sollte. Heute hat die 39-jährige eine gute Arbeitsstelle, ist stolze Besitzerin eines kleinen Sari-Sari-Stores und ihre Lebensumstände haben sich deutlich gebessert. Eine Nähausbildung, finanziert durch den Hösbacher Verein Global Micro Initiative e.V., veränderte ihr Leben.

Der 2014 vom damals 19-jährigen Tobias Schüßler gegründete Hösbacher Verein Global Micro Initiative e.V. (GMI) hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die mit weniger als 2 EUR pro Tag auskommen müssen, dabei zu helfen, ihre eigene Situation langfristig und nachhaltig zu verbessern und sich selbst einen Weg aus der Armut zu erarbeiten. „Uns ist vor allem wichtig, keine Almosen zu verteilen“, erklärt Tobias Schüßler. „Deshalb finanzieren wir mithilfe unserer Spender unter anderem Nähausbildungen auf den Philippinen. So erhalten die Teilnehmenden die Chance, sich nach abgeschlossener Ausbildung um eine Arbeitsstelle zu bewerben und sich selbst eine bessere Zukunft zu erarbeiten.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Die im Armenviertel von Olongapo lebende Maricel nutzte ihre Chance. Während der Ausbildung im Nähcenter von Project Life Subic, der philippinischen Partnerorganisation von GMI, erlernte sie nicht nur den Umgang mit verschiedenen Nähmaschinen, Materialien und Techniken. Sie lernte außerdem, wie man sich bei lokalen Arbeitgebern bewirbt und im Interview überzeugt. Auch an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wurde gefeilt. So haben die Absolventen beste Voraussetzungen, eine gute Arbeitsstelle zu finden. „Die während der Ausbildung erworbenen Soft Skills und die Bewerbungstipps halfen Maricel dabei, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen“, berichtet Schüßler. „Seit Januar hat sie eine Arbeitsstelle in einer renommierten Firma in der Subic Bay Freeport Zone.“

Da sie inzwischen ihre Strom- und andere Rechnungen immer pünktlich bezahlen kann, hat sich auch die Lebenssituation von Maricel, ihrer Mutter und ihrer Tochter entschieden verbessert. Die kleine Familie, die sehr sparsam lebt, konnte sogar einen eigenen Sari-Sari-Store eröffnen, einen kleinen Laden mit Produkten des täglichen Bedarfs. Hier arbeitet Maricel nach Feierabend und unterstützt ihre Mutter, die sich hauptsächlich um den Store kümmert. „Maricel hat große Pläne“, so Schüßler weiter. „Sie möchte ihren kleinen Store vergrößern und zusätzlich selbst hergestellte Seife zum Verkauf anbieten.“

Mikrokredite als weiterer Weg aus der Armut

Auch Sheila Martin schaffte es, sich mithilfe von GMI ein besseres Leben aufzubauen. „Anfang des vergangenen Jahres erhielt sie einen ersten Mikrokredit zum Start ihres Kleinunternehmens. Mit ihrem Reisverkauf schaffte sie es, diesen Kredit schnell zurückzuzahlen“, erzählt Schüßler. Mit einem zweiten Mikrokredit Ende 2019 erweiterte sie ihr Unternehmen und eröffnete ebenfalls einen Sari-Sari-Store.

Mit der Auszahlung von Mikrokrediten hört für GMI die Verantwortung aber nicht auf. Dem Verein sind optimale Beratung und Schulung der Kleinunternehmer wichtig, um langfristige und nachhaltige Hilfe zu gewährleisten. „Deshalb werden alle unsere Projektteilnehmer während der gesamten Rückzahldauer intensiv betreut.“ Mitarbeiter der örtlichen Partnerorganisationen führen im Auftrag von GMI durch Spenden finanzierte Seminare und Schulungen durch, die genau auf die Bedürfnisse der Teilnehmer abgestimmt sind.

„Dank unserer Spender konnten wir inzwischen schon mehrere solcher Seminare durchführen, von denen auch Sheila Martin profitierte.“ Die junge Unternehmerin hat den Weg aus der Armut geschafft: Sie verkauft ihre Waren inzwischen sogar online über soziale Netzwerke, hat einen eigenen Lunch-Lieferdienst und konnte kürzlich ihr erstes eigenes Bankkonto eröffnen. Am meisten freut sich GMI-Gründer Schüßler jedoch darüber, dass Sheila nun sogar in eine bessere Wohngegend umziehen konnte.

Text: Silvia Schüßler

Pressekontakt:

Silvia Schüßler, Öffentlichkeitsarbeit
Global Micro Initiative e. V.
Weißenbergerstraße 6
63768 Hösbach
www.global-micro-initiative.de
Silvia.Schuessler@global-micro-initiative.de
Spendenkonto:
Global Micro Initiative e.V. Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg e. G.
IBAN DE38 7956 2514 0000 4739 01
BIC: GENODEF1AB1

Quelle:Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut / Mit Mikrokrediten, Beratungen und Ausbildungen erfolgreich gegen Armut


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