Leipzig (ots) –

Quelle: (ots/MDR Exklusiv-Meldung)

Das Deutsche Komitee für Katastrophenvorsorge e.V. hält eine
stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für den sogenannten
Eigenschutz für wünschenswert. „Wir stellen in Deutschland eine
gewisse Unbedarftheit bei dem Thema fest. Und das ist auch logisch,
wir sind generell ein sicheres Land und wir hatten lange keine
größeren und anhaltenden Katastrophenfälle.“, so der Geschäftsführer
des Komitees, Dr. Benni Thiebes, gegenüber dem MDR-Magazin „Umschau“.
Die aktuelle Sendung geht der Frage nach, wie gut Energiewirtschaft,
Winterdienst und private Haushalte heute auf Katastrophen wie den
Extremwinter 1978/79 vorbereitet wären.

Laut Dr. Thiebes stellten auch Ereignisse wie die massiven
Schneefälle kürzlich in den Alpen, das Atomunglück Fukushima,
Erdbeben oder auch Hackerangriffe auf kritische Infrastruktur heute
plausible Szenarien dar, die punktuell oder flächendecken eintreten
könnten. In Mitteldeutschland gab es in den vergangenen Jahren
verschiedene amtlich festgestellte Katastrophenfälle: dazu zählten in
Sachsen-Anhalt seit 1994 verschiedene Hochwasser-Situationen an
Saale, Elbe, Mulde und anderen Flüssen, der Erdrutsch in Nachterstedt
2009 oder auch die Pflanzenkrankheit Feuerbrand 2013. In Sachsen
wurden die Hochwasser 2002 und 2013 entsprechend eingestuft. „Und für
solche Risiken sollten sich auch Privathaushalte mit einem gewissen
Vorrat an Lebensmitteln und Medikamenten, einer kleinen autarken
Stromversorgung sowie einem Batterie-Radio rüsten.“, so Dr. Thiebes.
Aus „Umschau“-Abfragen bei den zuständigen Innenministerien in
Mitteldeutschland geht hervor, dass „wir nicht von einer
flächendeckenden Umsetzung bei der Bevölkerung ausgehen können“, so
die Antwort aus Sachsen-Anhalt, „hier werden wir auch in der nächsten
Zeit mehr an die Menschen appellieren.“ Aus dem sächsischen
Innenministerium heißt es auf „Umschau“-Anfrage: „Staatlicherseits
sind wir durch Aufstellung und Ausstattung von
Katastrophenschutz-Einheiten und detaillierter Vorplanungen gut
vorbereitet. Die Behörden sensibilisieren die Menschen dafür,
Eigenvorsorge möglichst für zehn Tage zu treffen.“

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