Frankfurt/Lima (ots) –

Quelle: (ots/Zoologische Gesellschaft Frankfurt)

Gesten Abend wurde Liz Chicaje Churay in Lima in Peru vom
deutschen Botschafter Stefan Herzberg und vom französischen
Botschafter Antoine Grassin mit dem Deutsch-Französischen
Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

Liz Chicaje Churay gehört zum indigenen Volk der Bora. Die
zierliche Frau lebt im Norden Perus, in einem Regenwaldgebiet, in dem
2018 der jüngste Nationalpark des Landes entstanden ist, der Yaguas
Nationalpark. Der Park ist gut 1.000 Kilometer von der Hauptstadt
Lima entfernt, 8.700 Quadratkilometer groß und extrem artenreich.
„Wir, die indigenen Völker, sind die Hüter von Yaguas“, sagt Liz
Chicaje Churay, „und wir brauchen den Nationalpark, um die weiten
Regenwälder und die Flüsse vor den illegalen Goldsuchern, Holzfällern
und allen anderen zu schützen, die ihren privaten Profit aus den
natürlichen Ressourcen der Region ziehen wollen.“

Dass Yaguas im letzten Jahr zum Nationalpark wurde, ist auch der
Verdienst von Liz Chicaje Churay. Als Vorsitzende von FECONA, einer
der ältesten und am besten organisierten Indigenenvertretungen im
peruanischen Amazonasgebiet, hatte Liz den gut einjährigen Prozess
mit vorangetrieben, der Yaguas zum Nationalparkstatus verhalf. Die
Mutter von fünf Kindern hatte mit ihren entschiedenen Plädoyers dazu
beigetragen, 23 der 26 Gemeinden im Umfeld von Yaguas davon zu
überzeugen, dass der Regenwald entlang des Flusses Yaguas die höchste
internationale Schutzkategorie verdient. Für dieses Engagement wurde
ihr am Dienstagabend (22. Januar 2019) in der deutschen Botschaft in
Lima der „Deutsch-Französischen Preis für Menschenrechte und
Rechtsstaatlichkeit 2018“ verliehen, für den sie im Dezember
anlässlich des Tages der Menschenrechte von Bundesaußenminister Heiko
Maas und Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian nominiert
worden war.

„Liz Chicaje hat eine große Rolle darin, dass der
Yaguas-Nationalpark ausgewiesen wurde und in der bilateralen
Zusammenarbeit mit Peru: Umweltschutz, die Bildung von nationalen
Waldschutzgebieten, der Kampf gegen illegale Ressourcennutzung und
der Schutz von indigenen Gemeinden. All dies kommt bei Liz zusammen“,
würdigte der deutsche Botschafter Stefan Herzberg das Engagement von
Liz Chicaje. „Dass dieser Nationalpark geschaffen wurde, bedeutet uns
so viel. Nun können wir uns weiter um unsere Gebiete kümmern und
darum, gesunde Nahrung zu haben. Für uns bedeutet dieser Park, was
für euch eine Bank bedeutet: dort vermehren sich die Tiere und das
Wasser ist gesund und sauber. Wir, die Gemeinden, mussten dieses
Gebiet beschützen“, sagt Liz Chicaje.

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt hat sich ebenfalls für
Ausweisung des Yaguas Nationalparks stark gemacht und die peruanische
Naturschutzbehörde SERNANP seit 2015 finanziell und logistisch dabei
unterstützt, den Schutz von Yaguas zu verbessern und den Prozess der
Nationalparkausweisung voranzutreiben.

Yaguas liegt in der Region Iquitos, im Nordosten Perus. Das Gebiet
gehört zum Amazonastiefland, ist sehr schwer zugänglich und extrem
artenreich. Tausende unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten wurden
bisher dort nachgewiesen. Darunter auch Rosa Flussdelfine,
Riesenotter, Seekühe, Jaguare und Wollaffen. Seinen Namen hat Yaguas
vom indigenen Volk der Yagua, die im Amazonasgebiet im Nordosten
Perus bis nach Kolumbien beheimatet sind und auch dem großen
Yaguas-Fluss seinen Namen gegeben haben. Der Yaguas entspringt im
Nationalpark und mündet in den Rio Putumayo. Der Yaguas ist einer der
wenigen Flüsse, die ihren Ursprung im Amazonasbecken haben.

Der Nationalpark Yaguas ist unbewohnt. Die indigenen Gemeinden,
die am Unterlauf des Yaguas-Flusses und am Rio Putumayo um Yaguas
herum leben, hängen von den reichen aquatischen Ressourcen dieses
Ökosystems ab, vor allem dem Fisch. Von daher ist der Schutz des
Gebietes für sie überlebenswichtig.

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Dagmar Andres-Brümmer
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