DEARBORN, Michigan, USA (ots) –

Quelle: (ots/Ford-Werke GmbH)

– Vor 50 Jahren, am 20. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Buzz
Aldrin als erste Menschen den Mond – dank Fernsehübertragung war die
ganze Welt live dabei

Quelle: (ots/Ford-Werke GmbH)

– Philco-Ford, ein damaliger Firmenzweig der Ford Motor Company,
war maßgeblich beteiligt an Bau und Wartung des
Mission-Control-Centers der NASA in Houston

– Der Auftrag lautete: Bauen, was bisher noch nie gebaut wurde.
Philco-Ford versorgte die NASA mit Hard- und Softwaresystemen, die
die Raumfahrbehörde benötigte, um die Mondlandung vom Boden aus zu
realisieren

– Für den Betrieb des Mission-Control-Centers wurden unter anderem
fast 100.000 Kilometer Draht verlegt

„The Eagle has landed“, dies waren die ersten Worte des
Astronauten Neil Armstrong, nachdem Apollo 11 auf der Mondoberfläche
aufgesetzt hatte. In diesem Moment brach im Mission-Control-Center
der NASA in Houston großer Jubel aus – sowie zur gleichen Zeit
überall auf der ganzen Welt. Fünfzig Jahre nach diesem historischen
Moment gibt es kaum noch etwas Neues über die Mondlandung zu
erzählen, das unserem kollektiven Gedächtnis entgangen wäre. Bis
vielleicht auf eine Begebenheit: Denn tatsächlich spielte die Ford
Motor Company eine nennenswerte Rolle bei der Apollo 11-Mission.
Zahlreiche Details dieses Menschheitsprojekts – einschließlich der
Übertragung von Neil Armstrongs Stimme zur Erde – waren möglich, weil
ein Firmenzweig der Ford Motor Company sich maßgeblich beim Bau und
bei der Wartung des Mission-Control-Centers beteiligte.

Wie kam es dazu, dass der Autoproduzent, der die Welt auf Räder
stellte, einen Mann auf den Mond brachte?

Die Geschichte beginnt mit Philco, das Unternehmen wurde bereits
1892 gegründet und stellte ursprünglich elektrische Kohlebogenlampen
her, später auch Radio- und Fernsehgeräte. 1953 erfanden die
Philco-Ingenieure den ersten Hochfrequenztransistor, der die
Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsrechnern ermöglichte. Die
Bemühungen von Philco, den Transistor zu verkleinern und zu
perfektionieren, führten zur Zusammenarbeit mit dem US-Militär und
der NASA. Im Jahre 1960 zwangen finanzielle Schwierigkeiten das
Unternehmen, nach einem externen Investor zu suchen. Ford war
fasziniert vom Zugang zu innovativen Technologien, die Philco
entwickelte. Ford kaufte das Unternehmen 1961 und wandelte dessen
damalige Aeronutronic-Abteilung in eine neue Unternehmenseinheit
namens Philco-Ford um.

1963 trat das Unternehmen gegen Technologie-Giganten wie IBM,
Lockheed, Hughes Aircraft und AT&T an, um den Auftrag für den Aufbau
des Mission-Control-Centers in Houston zu erhalten. Obwohl
Philco-Ford dabei als Underdog galt, bekam das Unternehmen letztlich
den Zuschlag als Hauptauftragnehmer.

„Ohne die Fusion mit Ford wäre Philco alleine aufgrund des Umfangs
der erforderlichen technischen Ressourcen höchstwahrscheinlich nicht
für den Job in Betracht gezogen worden“, bemerkte Walter LaBerge,
seinerzeit Manager bei den Philco-Ford Houston Operations, später zu
den Hintergründen.

Der Auftrag lautete: Bauen, was noch nie gebaut wurde

Die Aufgaben von Philco-Ford waren immens. Erforderlich war unter
anderem das Design von Hard- und Softwaresystemen zur Lösung von
Problemen, die es noch nie zuvor gegeben hatte, sowie die
Herstellung, Installation, Inbetriebnahme und Erprobung der
NASA-Leitstelle.

„Kurz gesagt, was die NASA am Boden brauchte, um eine Landung auf
dem Mond in den 1960er Jahren zu realisieren, war eine
computergestützte Entscheidungsfähigkeit, die zum Zeitpunkt, als
Philco-Ford den Auftrag erhielt, niemand auf der Welt hatte“, heißt
es in einem Firmendokument aus der Zeit.

Das Mission-Control-Center wurde innerhalb von zwei Jahren
fertiggestellt. Gerade rechtzeitig, um die Gemini-3-Mission im März
1965 zu überwachen. Neben der Planung und dem Ausbau der Leitstelle
stellte Philco-Ford während der Bauarbeiten und des laufenden
Betriebs technisches Support-Personal zur Verfügung. Die Systeme
wurden für jedes der damaligen Projekte aktualisiert, von denen
einige bis zu zwei Millionen Neuverdrahtungen erforderten. Insgesamt
wurden fast 100.000 Kilometer Draht verlegt und gewartet, um den
Betrieb zu ermöglichen. Mehr als 1.500 verschiedene Telemetriedaten,
von der Gesundheit des Astronauten bis hin zu Flugdaten, mussten
mitunter gleichzeitig verarbeitet werden. Fünf IBM 360/75
Mainframe-Computer sendeten Daten an mehr als 1.300
Indikatorschalter, die von Missionsfluglotsen überwacht wurden. Zudem
beherbergte das Mission-Control-Center die weltweit größte Menge an
Fernsehschaltgeräten.

Die Reise zum Mond

Während Philco-Ford an allen Apollo-Missionen beteiligt war,
zeichneten sich einige dieser Missionen durch eine besonders hohe
Komplexität aus. Zum Beispiel handelte es sich bei Apollo 8 um die
erste Raumsonde, die den Mond umkreiste und zur Erde zurückkehrte.
Diese Mission stellte das Personal und die Ausrüstung des
Mission-Control-Centers vor große Herausforderungen, da der
Signalverkehr abbrach, als das Raumschiff hinter der Rückseite des
Mondes unterwegs war. Aber beim Austritt aus dem Mondschatten
funktionierte die Ausrüstung wieder einwandfrei und erlaubte den
Astronauten sogar, mehrere Sendungen aus dem All zu übertragen –
einschließlich einer Friedensbotschaft an Heiligabend 1968.

Im Juli 1969 stand Apollo 11 im Blickpunkt der Welt. Die Arbeit
von Philco-Ford und den Mitarbeitern der Mission-Control war aufgrund
des beispiellosen Charakters der Mission noch anspruchsvoller als
jemals zuvor. Während die Welt am 20. Juli den Atem anhielt, wurden
die Neil Armstrongs und Buzz Aldrins ersten Schritte auf dem Mond
rund um den Globus im Fernsehen übertragen.

Die Astronauten führten eine Reihe von Experimenten durch und
sammelten Material von der Mondoberfläche. Sie setzten das Early
Apollo Scientific Experiments Package (EASEP) ein, das auf dem Mond
bleiben und die dortigen Umweltbedingungen erfassen sollte. Die EASEP
war das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung von NASA, Philco-Ford
und IBM. Selbst nach der erfolgreichen Rückkehr der Astronauten am
24. Juli 1969 sendete das EASEP noch für ein weiteres Jahr
wissenschaftliche Daten zur Erde.

Erfolgreich über die Apollo-Missionen hinaus

Als das Space-Shuttle nach vielen Jahren die Apollo-Missionen
ablöste, wurde Philco-Ford 1976 in Ford Aerospace and Communications
Corporation umbenannt und begann, zusätzliche Dienste in der
Satellitenkommunikation bereitzustellen, darunter satellitengestützte
Informationssysteme. In den frühen 1980er Jahren hatte Ford Aerospace
mehr als die Hälfte der Kommunikationssatelliten im Orbit gebaut.

1990 verließ die Ford Motor Company die Luft- und
Raumfahrtindustrie, als Ford Aerospace an die Loral Corporation
verkauft wurde. Aber der gleiche Geist der Neugier, der die Luft- und
Raumfahrt vorantreibt, ist bei Ford bis heute lebendig geblieben. Mit
bedeutenden Investitionen in autonomes Fahren sowie vernetzte und
elektrifizierte Fahrzeuge arbeitet Ford aktiv daran, die Kraft der
Technologie zu nutzen, um die Herausforderungen der Zukunft zu
meistern. Für Ford geht es darum, das Leben für alle hier auf der
Erde zu verbessern.

In der Geschichte der Technologie avancierte das
Mission-Control-Center zu einem Symbol für den Aufbruch ins Weltall.
„Das MCC in Houston, gefüllt mit Konsolen, Computern und Anzeigen von
Echtzeitdaten, wurde zu einer technologischen Ikone“, sagte die
US-Historikerin Layne Karafantis. „Das MCC war ein dynamischer Raum,
dessen Design unter Berücksichtigung fast aller Eventualitäten
entwickelt wurde. Erst die Integration von Anzeige-, Kommunikations-
und Datenverarbeitungstechnologien ermöglichte eine bemannte Mission
zum Mond“.

Genau wie der Rest der Welt wurde Henry Ford II vor dem
Fernsehbildschirm Zeuge der Mondlandung. Er ließ sich inspirieren von
ihrer Großartigkeit – und von dem, was die Mission auch für unsere
terrestrische Zukunft bedeuten könnte.

„Noch vor wenigen Generationen lebten und starben die meisten
Menschen innerhalb weniger hundert Kilometer von ihrem Geburtsort
entfernt“, bemerkte Henry Ford II. „Heutzutage sind unsere Horizonte
praktisch grenzenlos. Der Mensch kann auf dem Mond gehen, er kann auf
die Planeten und über das Sonnensystem hinausschauen. Schon Kolumbus
schaute über einen unbezwingbar erscheinenden Ozean. Wenn wir die
gleiche Entschlossenheit und Bereitschaft zeigen, unsere Ressourcen
zu nutzen, können wir die Probleme unserer urbanen Mobilität genauso
meistern, wie wir die Herausforderung des Weltraums gemeistert
haben“.

Ford-Werke GmbH

Die Ford-Werke GmbH ist ein deutscher Automobilhersteller und
Mobilitätsanbieter mit Sitz in Köln. Das Unternehmen beschäftigt an
den Standorten Köln, Saarlouis und Aachen mehr als 24.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit der Gründung im Jahr 1925
haben die Ford-Werke mehr als 46 Millionen Fahrzeuge produziert.
Weitere Presse-Informationen finden Sie unter www.media.ford.com.

Pressekontakt:
Marko Belser
Ford-Werke GmbH
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