Berlin (ots) – Die Einführung eines Rechtsanspruchs für die
Betreuung von Kleinkindern vor fünf Jahren galt als Startschuss für
den Kita-Ausbau. Ohne Frage hat das den Nerv der jungen Familien
getroffen. Die meisten Mütter wollen heute nicht mehr jahrelang zu
Hause zu bleiben, um die Kinder zu betreuen, sondern sie drängen
zeitig zurück in den Beruf. Dafür brauchen sie Betreuungsplätze.

Doch eine Erfolgsgeschichte ist der Kita-Ausbau nur mit
Abstrichen. Zwar wurden viele Tausende Plätze aus dem Boden
gestampft, um den Bedarf zu decken, doch es hapert mitunter an der
Qualität der Betreuung. Fachkräfte fehlen, Leitungsaufgaben müssen
quasi nebenbei erledigt werden. Kein Bundesland garantiert derzeit
die Betreuungsquoten, zu denen Erziehungswissenschaftler raten – weil
den Ländern dies schlicht zu teuer ist.

Insofern ist es richtig, wenn Kommunalverbände jetzt den Druck auf
die Länder und den Bund erhöhen, mehr Mittel für die
Kleinkinderbetreuung bereitzustellen. In den Krippen, wo die Ein- und
Zweijährigen betreut werden, ist es besonders wichtig, auf eine
sorgsame Betreuung zu achten. Es macht nämlich einen enormen
Unterschied aus, ob zwei Erzieherinnen sich um sechs Kinder kümmern,
wie es wünschenswert wäre, oder um neun. Und es ist nicht
unerheblich, ob sie ein Kind eingewöhnen oder zwei oder gar drei auf
einmal, wie es vielerorts Realität ist. Überforderungen gehören dann
zum Alltag. Das Wohl der Kinder leidet, was bedenklich ist.

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