Berlin (ots) – Der Symptom-Checker des Anbieters „NetDoktor“ und
die Medizin-App „Ada health“ haben bei einer Stichprobe des
rbb-Verbrauchermagazins „Super.Markt“ beide gut abgeschnitten. Der
Symptome-Finder von Apotheken-Umschau.de konnte die Tester hingegen
nicht überzeugen.

Prof. Florian Limbourg, Oberarzt für Innere Medizin an der
Uniklinik Hannover, hatte für den rbb die typischen Symptome von drei
Krankheitsbildern in die drei sogenannten Symptom-Checker eingegeben.
Zudem testete ein Patient, der an einer chronisch entzündlichen
Darmerkrankung leidet, ob die Anwendungen seine Krankheit richtig
diagnostizieren.

Der Symptome-Finder von Apotheken-Umschau gab nur ein grobe
Orientierung, welche Ursachen hinter einzelnen Symptomen stecken
können. Doch sowohl Ada health als auch der Symptom-Checker von
NetDoktor stellten in allen vier Fällen die richtige Diagnosen. Diese
lauteten Schlaganfall, Lungenembolie, einfache Rückenschmerzen und
colitis ulcerosa.

„Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass selbst lernende Apps
seltene Erkrankungen durch eine Verknüpfung von Symptomen besser
diagnostizieren, als es der Hausarzt in einem schnellen Gespräch
kann“, resümmierte Prof. Limbourg das Testergebnis.

Verbraucherzentrale würde Einsatz in Kliniken und Arztpraxen
begrüßen

Die von einem Start-Up in Berlin-Kreuzberg entwickelte App Ada
health ist seit November 2017 in Deutschland kostenlos verfügbar.
Kurz zuvor konnten die Gründer 40 Millionen Euro Risikokapital
einwerben, unter anderem von Google. Die Unikliniken in Essen und in
Gießen/Marburg kündigten kürzlich an, die ursprünglich für Ärzte
entwickelte App testweise in ihren Rettungsstellen einzusetzen.

Auch mehrere niedergelassene Ärzte wollen Ada health ab dem
kommenden Jahr im Rahmen des „Projekt Zukunftspraxis“ der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung testen. Susanne Mauersberg,
Ressortleiterin Gesundheitspolitik beim Bundesverband der
Verbraucherzentralen sagte dem rbb dazu: „Wir würden uns sehr
wünschen, dass diese Apps sehr schnell in die tatsächliche
Regelversorgung reinkommen, damit das nicht eine „Ich rede mit meiner
App-Geschichte“ wird – sondern richtig gut wird das erst, wenn die
App die Anamnese macht, und die Arzt-Patienten-Konsultation dann ganz
normal stattfindet.“

Mehr zum Thema am Montagabend um 20:15 Uhr im rbb-Fernsehen.

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