Bonn (ots) –

Quelle: (ots/WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH)

Für Meteorologen endet am Freitag der Sommer, Samstag beginnt der
meteorologische Herbst. Die letzten Monate hatten es in sich: Wir
erleben seit April eine ungewöhnlich lang andauernde Wärme und eine
außergewöhnliche Trockenheit. Vielerorts in Mitteleuropa herrscht
eine Dürre mit katastrophalen Folgen für Natur und Landwirtschaft.
Mehrere Faktoren sind für die seltene Wetterlage verantwortlich –
auch der Klimawandel könnte eine Rolle spielen.

Blockadewetterlage: Ein Hoch über Skandinavien lässt Tiefs
abprallen

Die Ursache für die extreme Trockenheit und Wärme, die uns seit
dem Frühling begleitet, ist eine Blockadewetterlage. „Ein stabiles
Hoch über Skandinavien lässt Tiefs abprallen und führt immer wieder
warme und trockene Luft vom osteuropäischen Festland zu uns“, erklärt
Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher bei WetterOnline, und
ergänzt: „Dass sich das Hoch über Skandinavien festgesetzt hat, ist
meteorologischer Zufall. Laut verschiedener Studien aber steigt die
Wahrscheinlichkeit für eine solche Wetterlage mit dem Klimawandel
an.“

Durch die Klimaerwärmung in den nördlichen Breiten schwinden
Schnee und Eis in der Arktis. Diese haben aufgrund ihrer weißen Farbe
die Eigenschaft, einen großen Teil der Sonnenstrahlung zu
reflektieren, wodurch es relativ kühl bleibt. Fehlen Eis und Schnee
hingegen, so scheint die Sonne direkt auf das arktische Meer und die
Landflächen. Die Strahlung der Sonne wird nicht mehr reflektiert,
sondern auf der Erdoberfläche in Wärme umgewandelt. Die Erwärmung der
Arktis verstärkt sich dadurch und schreitet deutlich schneller voran
als in den mittleren Breiten. Die Folge ist, dass der
Temperaturunterschied zwischen der Arktis und Mitteleuropa immer
geringer wird.

Geringe Temperaturkontraste führen zu schwachen Tiefs

Der Temperaturkontrast zwischen Arktis und unseren Breiten ist der
Motor für unser Wetter. Tiefs entwickeln sich, um die Temperaturen
auszugleichen. „Auf ihrer Vorderseite schaufeln Tiefs warme Luft nach
Norden und auf ihrer Rückseite kalte Luft nach Süden. Ist der
Temperaturkontrast geringer, werden auch die Tiefdruckgebiete
schwächer, sodass ein kräftiges Hoch sie leicht abblocken kann.“,
erläutert Habel.

Die Veränderung des Jetstreams lässt Hochdruckgebiete länger
verweilen

Der Jetstream ist das Starkwindband, welches die Tiefdruckgebiete
wie auf einer Autobahn steuert. Er zieht sich in Wellen in den
mittleren Breiten rund um den Globus. „Liegen wir im Wellental des
Jetstreams, haben wir es mit vielen Tiefs zu tun, liegen wir im
Wellenberg, dominiert der Hochdruckeinfluss“, erklärt Habel und fügt
hinzu: „Nach Prognosen verschiedener Klimamodelle wird der Jetstream
aufgrund geringerer Temperaturgegensätze schwächer, Wellenberge und
Wellentäler verlagern sich langsamer. Entsprechend seltener wechseln
sie sich auch über Europa ab, so dass Hochs und Tiefs in Zukunft
immer länger das gleiche Gebiet beeinflussen.“ Positioniert sich der
Wellenberg dauerhafter über uns, so hält er die Tiefdruckgebiete über
einen größeren Zeitraum von uns fern – so wie diesen Sommer
geschehen.

Wer wissen möchte, wann sich ein Tief durchsetzt, kann sich auf
www.wetteronline.de über das aktuelle und kommende Wetter
informieren. Über die WetterOnline App oder die WetterOnline WhatsApp
Benachrichtigung bleiben Wetterinteressierte stets auf dem Laufenden.

Video zum Thema https://youtu.be/JQGe_LPPASY Diplom-Meteorologin
Verena Leyendecker erklärt die seltene Wetterlage und den Einfluss
des Klimawandels. Das Video darf eingebunden werden.

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Pressekontakt:
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Diplom-Geograph
Leiter Unternehmenskommunikation

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