Stuttgart (ots) –

Quelle: (ots/GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung GmbH)

15 Ladegeräte für Motorräder von 24 bis 120 Euro im Vergleich

Nach einem traumhaften Sommer haben jetzt doch viele
Motorradfahrer ihr Bike in den verdienten Winterschlaf geschickt. Für
Motorradbatterien kann die lange Pause allerdings fatale Folgen
haben. Da fällt doch glatt im nächsten Frühjahr die erste Ausfahrt
gleich ins Wasser, wenn der Akku streikt und das Bike nicht
anspringen will. Wer jedoch mit einem guten Ladegerät über den Winter
die Spannung aufrechterhält, der sorgt nicht nur für einen jederzeit
problemlosen Start vor, sondern senkt auch die Ersatzteilkosten. Denn
gepflegte Batterien halten schlicht länger als häufig tiefentladene
und dementsprechend gestresste Akkus.

Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung hat zusammen mit
MOTORRAD, Europas größter Motorradzeitschrift, 15 Batterieladegeräte
getestet, die sich besonders gut für Motorradbatterien eignen. Dazu
gehört insbesondere die Eigenschaft, sich mit der Leistung auch an
Batterien mit weniger Amperestunden (Ah) als beim Auto üblich
anpassen zu können, um das Laden stets so schonend wie möglich zu
gewährleisten.

Testsieger mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ wurde das CTEK
CT5 Power Sport, das sich die GTÜ-Auszeichnung in überzeugender Weise
verdiente. Es bekam mit über 450 Zählern mehr als 90 Prozent der 500
möglichen Wertungspunkte. Vier weitere sehr empfehlenswerte
Ladegeräte knackten zumindest die 400-Punkte-Marke. In der Rangfolge
ihrer Platzierung waren das Gysflash 6.12, Bosch C3, Kooroom TKB7 und
Dino 12V/5A. Als „empfehlenswert“ stuften die GTÜ-Tester sieben
Ladegeräte ein: Optimate 4, APA Mikroprozessor 6V/12V 5A, Pro Charger
4000, AEG LD 5.0, hi-Q TOOLS Ladegerät 900, Black & Decker BDVO90
6V/12V sowie SHIDO DC3. Das EUFAB EAL 6V/12V, Einhell CC-BC 6 M und
Excelvan 6V/12V 5A erwiesen sich nur als „bedingt empfehlenswert“.
Diese drei Geräte verloren unter anderem wertvolle Punkte, weil es
etwa beim An- und Abklemmen im eingeschalteten Zustand zu
Funkenbildung gekommen war oder sich die Batterie in Kürze wieder
entladen hatte, wenn das Ladegerät vom Stromnetz getrennt, aber
weiterhin an der Batterie angeschlossen war.

Insgesamt gut 20 Einzelbeurteilungen in sechs großen Kapiteln
hatten die Testkandidaten zu durchlaufen. Die GTÜ-Experten unterzogen
die Batterielader aufwendigen elektrischen und qualitativen
Prüfungen. Sichtprüfung, die Bewertung der Bedienung und des
Funktionsumfangs sowie der Preise komplettierten den umfassenden
Leistungsvergleich (siehe Tabelle).

Wichtigstes Einzelkriterium: die Qualität des Lade- und
Ladeerhaltungsverfahrens. Dabei geht es unter anderem darum, die
Akkus möglichst schonend bis zur Ladeschlussspannung aufzuladen, eine
Nachladephase einzuleiten und dann in einen Erhaltungsmodus zu
wechseln, der die Batterie stets bei optimaler Leistungsfähigkeit
hält. Techniker sprechen in diesem Zusammenhang vom
IUoU-Ladeverfahren. Da holten nur CTEK und Dino die maximale
Punktzahl. Nur die sehr empfehlenswerten Batterielader von CTEK,
Gysflash, Bosch und Dino beherrschten auch die Anpassung der
Ladekennlinie an gängige Akkutypen wie Nass-, Gel- und AGM-Batterien
in Perfektion und eigneten sich obendrein mit ihrer wahlweise
erhöhten Ladespannung von 14,7 Volt zur vollständigen Aufladung von
AGM-Batterien.

Noch einen Schritt weiter gehen CTEK und Dino mit ihrer speziellen
Regenerierungsfunktion, mit der bereits angeschlagenen Batterien
unter Umständen nochmal zu neuer Leistung verholfen werden kann.
Dabei wird über eine zeitlich limitierte Spannungserhöhung von
maximal 15,8 Volt die Batterie kurzfristig zum Gasen gebracht. Auf
diese Weise kann eine mögliche Säureschichtung aufgehoben und dadurch
die Kapazität wieder erhöht werden.

Die Anpassung der Ladeleistung an unterschiedliche Akkugrößen und
somit auch die prinzipielle Eignung für Motorradbatterien stellten
hingegen alle getesteten Lader unter Beweis. Fast alle Testgeräte
waren auch in der Lage, selbst auf bis zu drei Volt tiefentladene
Batterien wieder mit neuer Ladung zu versorgen. Nur bei hi-Q und Dino
lagen diese Grenzen etwas höher, nämlich bei 4,5 und 6 Volt.

Als letzte Prüfung unterwarfen die GTÜ-Tester alle Kandidaten auch
noch dem zerstörerischen Falltest aus einem Meter Höhe auf Beton. Nur
wenn keine Beschädigungen auftraten und das Gerät anschließend noch
uneingeschränkt funktionierte, gab’s volle Punktzahl. Immerhin acht
Geräte überstanden sogar diesen Test ohne Einschränkungen. Nur zwei,
nämlich AEG und SHIDO waren danach gar nicht mehr zu gebrauchen.

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