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Dossier Lernstörungen
http://ots.de/ALwblh
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Quelle: (ots/pro psychotherapie e.V.)

München (ots) –

Nach den Sommerferien beginnt die Schule wieder. Für viele
Schulanfänger ist die Einschulung ein freudiges Ereignis. Endlich
gehört man zu den „Großen“. Was aber hat es zu bedeuten, wenn das
eigene Kind schnell und deutlich hinter seinen Mitschülern und
Mitschülerinnen sowie auch den eigenen Erwartungen herhinkt? Wie
können Eltern reagieren? Wenn also Lernstörungen wie Legasthenie oder
Dyskalkulie den Kindern die Freude am Lernen nehmen und zu großem
Frust führen, dann können eine gute Diagnostik und Therapie sowie
ergänzende Hilfsangebote den Schulalltag wieder erträglich machen.

Im Grundschulalter sind drei bis sieben Prozent aller deutschen
Schulkinder davon betroffen, dass sie viel schwieriger Lesen und
Schreiben lernen. Das kann gekoppelt oder voneinander getrennt
auftreten. Jungen sind drei bis viermal häufiger betroffen als
Mädchen.

Bei einer Rechenstörung haben die Kinder Probleme, Zahlen zu
verstehen, und gehörte Zahlen in geschriebene Ziffern umzuwandeln.
Auch fehlt ihnen das Verständnis für die Begriffe „mehr“ oder
„weniger“. Das Problem tritt schon bei kleinen Zahlen und einfachen
Aufgaben auf. Etwa drei bis sechs Prozent der Grundschulkinder sind
von einer Rechenstörung betroffen, Mädchen gleichermaßen wie Jungen.

Wenn die jeweilige Störung frühzeitig erkannt wird und durch
Stützung im persönlichen Umfeld sowie gezielte Therapie behandelt
wird, haben die Kinder gute Chancen, damit erfolgreich umzugehen.
Manchmal reifen die Kinder auch einfach und die Probleme gehen
begleitet mit der Zeit zurück. Wenn jedoch die Probleme nicht
angegangen werden, stürzt dies die Betroffenen in kürzere oder
langfristige Krisen. Hänseleien, Unverständnis und Druck
verschlimmern alles nur. Als psychische Folge unbegleiteter
Lernstörungen können eine Aufmerksamkeitsdefizit- und
Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), Depressionen, Angst- oder Rechen-
sowie Sprech- und Sprachstörungen entstehen. Die niedrigste Schwelle
sind bei Kindern Bauch- und / oder Kopfschmerzen, mit denen sie die
eigentlichen Probleme ausdrücken, die sie aber manchmal aus ihrer
Kindessicht nicht klar benennen können.

Erkennen der Störungen

Lernstörungen können mittels vielfacher Betrachtungen des Kindes
gut festgestellt werden. Dazu werden Tests durchgeführt, die sich
nicht nur mit Lesen und Schreiben oder Rechnen beschäftigen. Die
allgemeine Intelligenz wird beurteilt sowie vorsichtshalber
verschiedene Störungsmöglichkeiten gegengeprüft, um diese zumeist
auszuschließen. Auch, ob das Kind gut sieht und hört, wird überprüft.
Das gesamte Umfeld – Familie, Schule und grundsätzliche Förderung –
wird in der Kindesbetrachtung einbezogen. Die Diagnose
Lese-Rechtschreib-Störung und / oder Rechenstörung wird erst dann als
solche getroffen, wenn das Kind in wichtigen Bereichen des Alltags
stark beeinträchtigt ist. Dazu gehört die Schule aber auch der Umgang
mit Zahlen oder Lesen im sonstigen Alltag. Es wird davon ausgegangen,
dass alle Lernstörungen auch genetisch beeinflusst sein können, denn
oft treten die Probleme mehrfach über die Generationen oder unter
Geschwistern hinweg auf. Wenn Lesen, Schreiben und Rechnen
gleichermaßen nicht wie beim Durchschnitt der Klasse erlernt werden,
spricht man von einer kombinierten Störung schulischer Fertigkeiten.

Therapie

Nicht nur das Kind wird gezielt beim Lesen, Schreiben und oder
Rechnen gefördert. Auch das gesamte Umfeld muss sensibilisiert und
aufgeklärt werden, um dem Kind den Druck zu nehmen. Dies bezieht
Lehrer und Erziehende unbedingt mit ein. Es gibt speziell
ausgebildete sogenannte Legasthenie-Therapeuten, die in einem langen
Prozess die Fertigkeiten zum Lesen und Schreiben Schritt für Schritt
vermitteln und konsequent üben. Dies geschieht oft über Jahre
begleitend zur Regelschule. Dabei können „Nachteilsausgleiche“
beantragt werden, so dass die Schulnoten von der Störung nicht
grundsätzlich verschlechtert werden. Bei einer Rechenstörung kann
auch die Notengebung in Mathematik ausgesetzt werden. Dazu gehören
auch Zeitvorteile oder zusätzliche Hilfsmittel. Falls eine
zusätzliche psychotherapeutische Begleitung als notwendig erachtet
wird, sollte diese möglichst rasch aufgenommen werden. Manchmal
können auch sorgfältig ausgewählte Medikamente die Therapie
unterstützen.

Notwendig ist neben der Begleitung und Stützung der Eltern auch,
dass das Kind Ausgleich und Selbstbewusstsein findet. Angebote in
Sport und Musik ohne Leistungszwang bieten sich dafür stets an.
Wichtig ist, dass das Kind in seinem Alltag Entspannungsoasen hat, um
dem Üben und dem Leistungsdruck etwas entgegen zu setzen und Kräfte
zu sammeln.

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Pressesprecherin:
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Quelle: https://www.presseportal.de/pm/66044/4373001