Osnabrück (ots) – „Wasser ist die Grundlage des Lebens, doch in
vielen Ländern der Welt ist eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser
nicht gegeben. Deshalb freuen wir uns, Kindern und Jugendlichen im
südlichen Afrika mithilfe von acht Wasserrucksäcken ein Stück
Lebensqualität zu ermöglichen.“ Mit diesen Worten übergab der
Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Alexander
Bonde, heute die tragbaren Wasseraufbereitungsanlagen vom Typ PAUL an
das Kinderhilfswerk terre des hommes (Osnabrück). Insgesamt spendet
die Stiftung 25 der mobilen Anlagen sowie den Transport in ihre
Einsatzgebiete an Hilfsorganisationen. Der Vorschlag dazu kam von
einigen Mitarbeitern der DBU anlässlich des 25. Geburtstags der
Stiftung. Entwickelt wurde der Wasserrucksack an der Universität
Kassel – fachlich und finanziell gefördert von der DBU.

„Jährlich sterben 1,5 Millionen Kinder an Magen- und
Darmerkrankungen“

„Nachdem wir PAUL nach dem Erdbeben in Haiti 2010 und auch in
einem Schulungsprojekt für Dorfgemeinschaften in Indien erfolgreich
einsetzen konnten, freuen wir uns, auch außerhalb von Katastrophen
vielen Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben,
dauerhaft helfen zu können“, erklärte Albert Recknagel,
Vorstandssprecher von terre des hommes. „Sauberes Wasser rettet
Leben. Jährlich sterben rund 1,5 Millionen Kinder an Magen- und
Darmerkrankungen, die auf verunreinigtes Trinkwasser zurückzuführen
sind.“ Das Kinderhilfswerk organisiert nun den Transport der
Rücksäcke nach Afrika, alles Weitere übernehmen Organisationen vor
Ort.

PAULs werden in Mosambik, Sambia und Simbabwe eingesetzt

Fünf PAULs gehen laut Recknagel an den Verein „Wona Sanana“, der
sich für frühkindliche Bildung einsetzt. Die Wasserrucksäcke sollen
in Kommunen Mosambiks vor allem Kindergarten- und Grundschulkinder
mit sauberem Wasser versorgen. Auch im Dorf Chitakatira in Simbabwe
werden mithilfe der Nichtregierungsorganisation „Nhaka Foundation“
bald Kindergartenkinder in den Genuss sauberen Trink- anstatt
unbehandelten Flusswassers kommen. „Die übrigen zwei PAULs werden an
ein Ausbildungszentrum in Kazungula in Sambia und eines in Lower
Gweru in Simbabwe gespendet. Die Partnerorganisationen ‚Midlands Aids
Service Organisation‘ und ‚Environment Africa‘ bilden in den Zentren
arbeitslose Jugendliche in Wassermanagement, standortgerechter
Landwirtschaft und Erneuerbaren Energien aus“, so Recknagel.

Knapp 3.000 PAULs mittlerweile weltweit im Einsatz

Blau und mobil rettet er Leben: Der Wasserrucksack „PAUL“
(Portable Aqua Unit for Lifesaving) wurde vor rund zehn Jahren als
DBU-Förderprojekt für die prekäre Situation nach Naturkatastrophen
entwickelt. Bonde: „Überlebende müssen dann schnell mit sauberem
Trinkwasser versorgt werden, denn verseuchtes Wasser führt zu
gravierenden Erkrankungen bis hin zu Epidemien.“ Zwar gebe es
Trinkwasseraufbereitungsanlagen für die mobile Notfallversorgung.
Doch die seien meist technisch sehr aufwändig und hätten einen hohen
Personal- und Energiebedarf. Oft müssten Chemikalien eingesetzt
werden. Auch Transport und Inbetriebnahme solcher Anlagen seien
logistisch schwierig und dauerten oft zu lange. PAUL hingegen
benötigt keinen Strom oder Chemikalien. Bis zu 2.500 Liter Wasser pro
Tag kann eine einzelne Filteranlage von Bakterien und
Verunreinigungen befreien. „Zu Beginn sollte der Wasserrucksack nur
als Ersthilfemaßnahme in Katastrophengebieten für sauberes
Trinkwasser sorgen. Doch weil er so überzeugte, wird er häufig auch
für die stationäre Wasserversorgung benutzt“, so Bonde. Knapp 3.000
PAULs seien mittlerweile weltweit im Einsatz.

Filmmaterial zum Einsatz von PAUL in Indien:
https://www.youtube.com/watch?v=ZxV3lRUXO20

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