Berlin (ots) –

Quelle: (ots/Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.)

Die Beziehung von Krebserkrankungen und Thrombosen ist
wechselseitig: 20 % der Krebspatienten erleiden eine Thrombose, bei
20 % aller Thrombosefälle wird hierüber eine Tumorerkrankung
entdeckt. Die aus einer Thrombose resultierende Lungenembolie ist
eine der führenden Todesursachen bei Krebspatienten. Eine besondere
Sensibilität bei diesen Patienten ist vonnöten.

Zusammenhang zwischen Krebs und Thrombose bei Patienten
weitestgehend unbekannt

Ein Krebsleiden steigert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Das
heißt, das Blut gerinnt schneller. Je aggressiver das Tumorwachstum,
desto höher das Thromboserisiko. Aus diesem Grund gelten die tiefe
Beinvenenthrombose und die oberflächliche Venenthrombose oft auch als
erster Hinweis auf einen Tumor. Hinter rund 20 % aller Thrombosefälle
verbirgt sich eine Krebserkrankung. Prof. Rupert Bauersachs,
Angiologe und Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose, appelliert
daher: „Personen über 50 Jahren, die ein thromboembolisches Ereignis
ohne Auslöser erleiden, bedürfen einer intensiveren Anamnese und
sollten unbedingt entsprechende Vorsorgeuntersuchungen durchführen
lassen. Hier sind besonders die Hausärzte, Angiologen und Phlebologen
gefragt, also diejenigen, die in der Regel als Erste die Patienten zu
Gesicht bekommen.“

Eine Umfrage vom September 2018 bestätigt, was das Aktionsbündnis
Thrombose bereits im vergangenen Jahr bemängelt hat: Der Zusammenhang
zwischen Krebs und Thrombose ist bei Patienten weitestgehend
unbekannt. So geben 72% der von der European Cancer Patient Coalition
befragten Patienten an, bis zur Teilnahme an der Umfrage nicht
gewusst zu haben, dass Krebspatienten ein höheres Thromboserisiko
haben. Ähnlich hohe Zahlen finden sich auch in anderen europäischen
Ländern. „Eine umfassende Aufklärung über die krebsassoziierte
Thrombose gehört nach Meinung des Aktionsbündnisses Thrombose in den
Nationalen Krebsplan. Nach Möglichkeit nach einem EU-weit
harmonisierten Standard“, so Prof. Bauersachs.

Behandlung muss sich an den Leitlinien orientieren

„Die Thrombosetherapie eines onkologischen Patienten ist eine
individuelle Entscheidung des behandelnden Arztes nach Rücksprache
mit dem Patienten. Eine gewichtige Rolle spielen dabei die Art des
Tumors sowie der Behandlung, das Blutungsrisiko und die
Unterscheidung zwischen stabilem und instabilem Zustand“, so Prof.
Rupert Bauersachs weiter.

Das Aktionsbündnis Thrombose macht sich stark für ein
einheitliches und interdisziplinäres Therapieschema für
Krebspatienten, die an Thrombose oder Lungenembolie leiden. Dass es
in den meisten Kliniken kein einheitliches Therapieregime gibt,
schlägt sich in den Unterschieden in den Entlassbriefen nieder. Die
Folgen einer unzureichender Prophylaxe oder Therapie können
verheerend sein.

Weiterführende Links:
www.risiko-thrombose.de
http://ots.de/ViVqS4

Pressekontakt:
Aktionsbündnis Thrombose
c/o Deutsche Gesellschaft für Angiologie
Julia Hofmann
Tel. 030 20 8888 31 / 0176 23446859
info@risiko-thrombose.de

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