München (ots) –

Quelle: (ots/Roland Berger)

Zwar beschäftigen sich derzeit schon acht von zehn Unternehmen mit
dem Thema vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance), um das
Kosten-/Leistungsverhältnis ihrer Produkte, Anlagen und Systeme
weiter zu verbessern. Allerdings erschöpft sich das Engagement
vielfach bereits im Sammeln von Betriebsdaten. Dabei umfasst
Predictive Maintenance so viel mehr. Erfolgsentscheidend sind weniger
die „richtigen“ Sensoren und Analyseverfahren, als Offenheit für
neues (Service-) Denken. Am Ende von Predictive Maintenance stehen
neue Geschäftsmodelle und eine Unternehmenskultur, die nicht mehr in
Silos denkt. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse der aktuellen
Roland Berger-Analyse „Predictive Maintenance – From data collection
to value creation“.

Verdienten die Unternehmen ihr Geld bislang hauptsächlich mit dem
Verkauf der Hardware und nachgelagerten Produkten („klassischer“
After-Sales), wie etwa mit einer Verpackungsmittelmaschine und
Ersatzteilen, so werden sie im Zeitalter von Predictive Maintenance
zum Leistungsverkäufer des eigentlichen Ergebnisses ihrer Hardware,
beispielsweise also Anzahl der Verpackungen pro Stunde. Durch „Smart
Service 4.0“ wird After-Sales so zum Pre-Sales. Doch mindestens jedem
zweiten Unternehmen, das in das Thema investiert, fehlt derzeit nicht
nur das entsprechende Budget, sondern vor allem noch eine klare
Strategie und der Wille, den damit verbundenen Wandel wirklich
anzugehen.

„Predictive Maintenance ist heute keine Frage mehr der technischen
Möglichkeiten, sondern der Unternehmenskultur und -denkweise“, sagt
Roland Berger-Partner Sebastian Feldmann, verantwortlich für das
Service Excellence Geschäft bei Roland Berger. „Viele Unternehmen
scheuen den Umbau ihres Geschäftsmodells und die radikalen
Veränderungen, die damit für die gesamte Organisation einhergehen.
Damit verschenken sie große Umsatzpotenziale und schaden im
schlechtesten Fall ihrer langfristigen Wettbewerbsfähigkeit.“

Wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche Umstellung von einem
reaktiven auf einen prädiktiven Ansatz ist dabei ein „digitales
Mindset“. Dazu zählt unter anderem eine flexible, agile und
servicebewusste Organisation, in der die Kundenherausforderungen
bekannt sind und im Fokus stehen. Silos müssen aufgebrochen und
funktionale Grenzen überwunden werden – Zusammenarbeit vom ersten
Gedanken an ist notwendig. Zum erforderlichen schnellen Aufbau neuer
Kompetenzen muss dann auch die Integration geeigneter externer
Partner möglich sein, um jeden Kunden so individuell und gut wie
möglich zu betreuen. Um im Übergang zu Predictive Maintenance
Orientierung zu finden, hat Roland Berger einen „Predictive
Maintenance Radar“ für die industriellen Dienstleistungsbereiche
entworfen, anhand dessen sich die wesentlichen Trends im Umfeld von
Technologien und Geschäftsmodell ableiten lassen.

Weltweit enormes Marktpotenzial

Die Zukunftsaussichten für Anbieter im Bereich der
vorausschauenden Wartung sind, wie die Veröffentlichung zeigt,
äußerst vielversprechend: So wird der weltweite Markt ausgehend von
2016 bis zum Jahr 2022 zwischen 27 und 39 Prozent auf bis zu 11
Milliarden US-Dollar anwachsen. Dazu tragen alle Bereiche bei, von
Service-Dienstleistungen über Komponenten und Verträge bis hin zu
IT-Architektur und Software.

Der Großteil des Wachstums wird den Prognosen zufolge aus Europa
kommen, wo einige Predictive Maintenance-Lösungen bereits auf dem
Markt oder in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium sind.
Gerade im international stark umkämpften Markt rund um das Thema
„Industrial Internet of Things“ (IIoT) zählen auch deutsche Anbieter
zu den Vorreitern.

„Smart Service 4.0, und in seinem Kern Predictive Maintenance,
bietet eine Vielzahl an Chancen – von der Optimierung eigener
Produkte über signifikante Verbesserungen in der Service Supply Chain
bis hin zur bestmöglichen Ausschöpfung des produktiven Kapitals. Zu
häufig werden dabei Themen wie Digitalisierung, Big Data, IIoT und
Predictive Maintenance nur als rein technologischer Fortschritt
verstanden, doch das ist viel zu kurz gedacht. In Wirklichkeit geht
es hierbei um eine Unternehmenstransformation, die den
Endkundenbedarf in den Mittelpunkt rückt. Wenn das gelingt, wandeln
sich Unternehmen vom reinen Technologie-Anwender und Datensammler zum
serviceorientierten Wertschöpfungspartner und sind langfristig
erfolgreich“, fasst Feldmann zusammen.

Die Veröffentlichung können Sie herunterladen unter
www.rolandberger.de/pressemitteilungen

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