Düsseldorf (ots) –

Quelle: (ots/Polnisches Institut Düsseldorf)

Am 11. November 2018, am Polnischen Nationalfeiertag, feiert Polen
den 100. Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1918-2018.
Um die Bedeutung des 100. Jahrestags der Wiedererlangung der
Unabhängigkeit für die Polen heute zu verstehen, muss man die
historischen Ereignisse, die dazu geführt haben, richtig einschätzen.
Denn die Polen beziehen sich gleichzeitig auf die vorhergehenden
langen 123 Jahren Teilungen, die die polnische Geschichte
unterbrochen haben, und knüpfen damit an die Zeit und die Tradition
ihres Landes vor den Teilungen. Das ist die Perspektive, mit der die
Polen auf Ihre Geschichte vor dem europäischen Hintergrund blicken.

„Noch ist Polen nicht verloren, solange wir leben. Was uns fremde
Übermacht nahm, werden wir uns mit dem Säbel zurück holen“ – das sind
die Anfangspassagen der polnischen Nationalhymne, eines Lieds, das
Jozef Wybicki 1797 für die Polnischen Legionen während der
Napoleonischen Kriege bereits zwei Jahre nach der dritten Teilung
Polens geschrieben hat. Seither bis zum Jahr 1918 nahmen Generationen
von Polen die in dem Lied ausgedrückte Aufforderung auf, das
Vaterland zurück zu gewinnen.

Die Republik Polen – die Republik beider Nationen, eine Föderation
des Polnischen Königreiches und des Großen Litauischen Fürstentums –
bildete bis zum Jahr 1772 den größten Staat Europas. Das Land verlor
seine Unabhängigkeit infolge der Aggression von drei Nachbarländern:
Preußen, Russland und Österreich. Diese Länder nutzten die momentane
politische und militärische Schwäche der Republik, griffen sie in den
Jahren 1772 – 1793 – 1795 dreimal an und teilten unter sich das
gesamte Landesgebiet auf. Sie haben ein Land aufgeteilt, das ein
modernes Staatssystem lange vor der Zeit der Aufklärung aufgebaut
hat.

Nach dem Verlust des eigenen Staates kämpften Generationen von
Polen militärisch, politisch und kulturell, um ihr Vaterland auf die
europäische Karte zurück zu bringen. Von den Polnischen Legionen
während der Napoleonischen Kriege 1797 – 1815 über die zahlreichen
Aufstände im 19. Jahrhundert bis hin zu den ersten polnischen
militärischen Einheiten des „Verbandes der Schützenstaffeln“ Anfang
des 20. Jahrhunderts, die Jozef Pilsudski organisierte.

Als 1914 der Große Krieg – der 1. Weltkrieg – ausbrach, in dem die
bisherigen Teilungsmächte Polens zu Gegnern wurden, nahmen an dem
Kampf auch die Polnischen Legionen teil, die von Jozef Pilsudski
gegründet wurden, des baldigen polnischen Staatsoberhaupts und
Oberbefehlshabers. Während des vier Jahre lang dauernden Krieges
kämpften die Polen mit der Waffe in der Hand, aber auch in
politischen Salons Europas und Amerikas um die Wiedererlangung der
Unabhängigkeit. Zahlreiche polnische Politiker beteiligen sich damals
aktiv am politischen Leben der Teilungsmächte, um das unabhängige
Polen auch mit parlamentarischen Mitteln zurück zu gewinnen: Wojciech
Korfanty – ein großer Pole und Schlesier – übernahm den Vorsitz im
Polnischen Kreis im Berliner Reichstag, Roman Dmowski wirkte im
russischen Parlament Duma, die Polen waren auch eine der
dominierenden Parlamentariergruppen im österreichischen Wien. In den
USA führte eine rege Tätigkeit zugunsten Polens der große Pianist,
Komponist und Freund des amerikanischen Präsidenten Ignacy Jan
Paderewski.

Die langen Bestrebungen der vielen Generationen von Polen seit
1795 wurden am 11. November 1918 gekrönt, als am Ende des Ersten
Weltkriegs und nach 123 Jahren eine freie unabhängige Republik Polen
auf die politische Karte Europas zurückgekehrt ist.

Pressekontakt:
Andrzej Kolinski, Polnisches Institut Düsseldorf,
andrzej.kolinski@instytutpolski.org, Tel. +49-211-8669612

Original-Content von: Polnisches Institut Düsseldorf, übermittelt durch news aktuell

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/37643/4109396