Gau-Algesheim (ots) –

Quelle: (ots/Wildtierschutz Deutschland e.V.)

Um es vorwegzunehmen – auch wenn Jagdverbände bei jeder
Gelegenheit das Gegenteil wiederholen – es gibt in der Regel keine
naturschutzfachliche Notwendigkeit für die Fuchsjagd. Der Beitrag der
Jagd zum Artenschutz in Deutschland ist negativ: Die Bestände von
Fasanen, Rebhühnern, Feldhasen oder Kiebitzen gehen kontinuierlich
zurück, obwohl Jahr für Jahr fast eine halbe Million Füchse getötet
werden. Die jetzt anstehende Winterjagd auf den Fuchs geht mit
erheblicher Tierquälerei einher.

Dazu ein Blick auf die 2000er Jahre: trotz der intensiven
Fuchsjagd (etwa 10 Millionen Füchse wurden in dieser Zeit erschossen)
gibt es heute nur noch rund halb so viele Hasen wie noch vor 18
Jahren, die Zahl der Fasanen ist um 75 Prozent zurückgegangen,
Rebhühner gibt es nur noch vereinzelt. Grund für den Rückgang dieser
Tierarten ist insbesondere die intensive Landwirtschaft, die
Lebensräume (Hecken, Brachland) zerstört und Lebensgrundlagen
(Insekten) vernichtet. Der Fuchs zahlt als Sündenbock dafür mit
seinem kurzen Leben, weil die PR des Deutschen Jagdverbands ihn zum
Schädling degradiert.

Die Zahl der Füchse in Deutschland ist trotz intensiver
Nachstellung seit über 20 Jahren weitgehend konstant. Durch die Jahr
für Jahr hohen Bestandsverluste wird auch die Fortpflanzung auf hohem
Niveau gehalten. In stark bejagten Gebieten gebären Füchsinnen dann
drei- bis viermal so viele Welpen, wie in nicht bejagten Arealen. Wo
nicht gejagt wird, sorgt das starke Sozialgefüge unter den Rotfüchsen
für eine natürliche Geburtenbeschränkung. Im Kanton Genf werden
Füchse seit über 40 Jahren nicht bejagt, in Luxemburg seit 2015.
Nirgendwo haben Füchse deshalb überhand genommen. So ist es auch in
den meisten deutschen Nationalparks, in denen Fuchs & Co. nicht
bejagt werden.

Der Winter ist die Paarungszeit der Füchse. Während dieser Zeit
sind sie unvorsichtiger und aufgrund der Schneelage in vielen
Gegenden für den Jäger leichter auszumachen. Bevorzugt in den
Vollmondwochen im Januar und Februar werden deshalb landauf, landab
sogenannte „Fuchswochen“ ausgerufen. Während eines definierten
Zeitraums sollen möglichst viele Jäger den Fuchs erlegen. Im Ergebnis
erfreuen (!) sich die Weidgenossen dann jeweils an einigen Dutzend
toten Füchsen.

Die Jagd während der Paarungszeit der Füchse ist eine Tierquälerei
besonderen Ausmaßes. Im Januar und Februar sind viele Füchsinnen
bereits tragend. Wenn sie nicht selber im Kugelhagel sterben, dann
sind es die Väter ihrer künftigen Welpen. Die Fuchsrüden aber werden
als Versorger für die junge Familie benötigt. Fallen sie aus, so
sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit ihrer Jungtiere dramatisch.

Die Fuchsjagd ist überflüssig wie ein Kropf. Sie geht mit
erheblicher Tierquälerei einher, kann die Zahl der Füchse
mittelfristig nicht reduzieren und setzt auf Massenelend statt auf
eine natürliche Geburtenbeschränkung.

Hintergrundinformation:

– Kritische Texte zur Fuchsjagd:
https://tinyurl.com/wildtierschutz1
– Wissenschaftliche Quellen und Erläuterungen:
https://tinyurl.com/wildtierschutz2
– Entwicklung der Feldhasen-Jagdstrecken seit 1980:
https://tinyurl.com/wildtierschutz3
– Keine Fuchsjagd in deutschen Nationalparks:
https://tinyurl.com/wildtierschutz4

Pressekontakt:
Lovis Kauertz | Wildtierschutz Deutschland e.V.
T. 0177 72 300 86 | lk@wildtierschutz-deutschland.de
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Quelle: https://www.presseportal.de/pm/133267/4158649