Osnabrück (ots) –

Quelle: (ots/Afghanischer Frauenverein e. V.)

Der Winter ist besonders kalt und hart dieses Jahr in Afghanistan.
Nachts sinken die Temperaturen auf Minusgrade. Hierunter leiden vor
allem Menschen, die in Flüchtlingslagern, wie Pul-E-Sheena in Kabul,
ohne Dach über dem Kopf leben. Die Menschen wohnen hier in Zelten
oder in aus Matten errichteten Verschlägen, wo sie bei bis zu minus
15 Grad schlafen. Sie müssen den Winter oft ohne Decken, wärmende
Kleidung und wenig Nahrung überleben. Besonders betroffen sind kleine
Kinder, alte und kranke Menschen.

Der Großteil der Camp-Bewohner sind Rückkehrer aus Pakistan, wohin
sie aufgrund des Krieges in Afghanistan in den 80er Jahren flohen und
dort fast 40 Jahre lebten. Vor vier Jahren sind viele von ihnen aus
Pakistan vertrieben worden und mussten zurück nach Afghanistan
fliehen.

Danach kehrten viele in ihre Provinzen zurück. Kriege, Dürren und
fehlende Arbeit zwingen die Menschen in die Nähe der Großstädte zu
ziehen und unter schwersten Lebensbedingungen in Zelten zu leben.
Viele der Menschen in Pul-E-Sheena kommen aus den Provinzen Tachar,
Laghman, Uruzgan, Kandahar sowie Helmand und mussten diese verlassen.
Laut der UNHCR sind noch immer 2,6 Millionen Binnenflüchtlinge in
Afghanistan auf der Flucht vor Gewalt, Terror und Konflikten.

Vor diesem Hintergrund haben der Afghanische Frauenverein e.V. und
Visions for Children e.V. eine Nothilfeaktion in Höhe von 39.000 Euro
für 600 Familien (4.800 Menschen) im Flüchtlingscamp Pul-E-Sheena in
Kabul durchgeführt und hierbei die Menschen mit lebensnotwendigen
Gütern versorgt. Jede Familie erhielt 50 kg Mehl, 12 kg Zucker, 10 l
Öl, 2 kg Tee, einen Gaszylinder, eine Bettdecke und einen Eimer.
Insgesamt wurden somit 30.000 kg Mehl, 6.000 l Öl, 7.200 kg Zucker,
1.200 kg Tee, 600 Decken, 600 Gaszylinder und 600 Eimer an die
Camp-Bewohner verteilt.

Der Afghanische Frauenverein hat mit einem 12-köpfigen Team des
Kabuler Büros die Überprüfung, Beschaffung sowie Verteilung der
Hilfsgüter und die Berichterstattung organisiert. Die Hilfsgüter
wurden in große LKWs geladen und am 18. und 19. Dezember im Camp
verteilt.

Im Namen der Menschen in Pul-E-Sheena und des Afghanischen
Frauenvereins möchten wir uns bei Visions For Children e.V. und bei
unseren Spendern und Spenderinnen sehr herzlich für die großzügigen
Spenden bedanken. Durch Ihre Hilfe haben Sie Leben gerettet.

Danksagung des Campbewohners Bura Khan, 45 Jahre, Familienvater

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Bura Khan, Sohn von Rahim Gol, aus der Provinz Paktia/
Afghanistan, Distrikt Haji Ayub Jaji. Ich wohne zurzeit mit Herrn
Malek (Campsprecher) und anderen geflüchteten Familien hier zusammen.
Ich bin 45 Jahre alt. Ich habe 12 Kinder, 5 Mädchen und 7 Söhne.
Unser Leben ist unglaublich schwer. Ich war sehr klein, als wir unser
geliebtes Land Afghanistan verlassen haben und in Nachbarländer
geflüchtet sind. Als die Rote Armee das Land überfallen hat und unser
Volk anfing mit Waffen gegeneinander zu kämpfen, wurden wir gezwungen
mit Familie und Freunden das Land zu verlassen und nach Pakistan zu
fliehen. Dort führten wir ein sehr schweres Leben. Wir mussten hart
arbeiten, um in einem fremden Land etwas zu Essen zu bekommen oder
besser gesagt zu finden. Jeder hat uns beleidigt und beschimpft. Sie
sagten: Wir sind hier nicht willkommen. Sie haben uns andauernd
beschuldigt, dass wir unser Land kaputt gemacht hätten und jetzt auch
ihr Land zerstören wollten. Wir sagten: Wenn wir nicht gegen die
Russen gekämpft hätten, würden sie euch schon längst zerstört haben.
Auf jeden Fall haben wir viel Leid und Armut gesehen und geduldet.
Wir haben keine andere Chance gehabt. Wir haben 35 Jahre lang in
Schamschatu-Camp in Pakistan gelebt. Endlich wurde unser Land befreit
und wir konnten vor 2 Jahren nach Hause zurückkehren. Aber leider ist
unser Dorf in Paktia ganz weit weg und ist nicht sicher. Wir haben
unser Land verloren und als Bauern dort nichts, um zu leben. Wir
konnten nicht dortbleiben und weiterleben. Deswegen sind wir hierher,
in dieses Camp nach Kabul gekommen, um mit anderen Familien ehrenvoll
zu leben. Wir werden nicht mehr beleidigt und beschimpft. Unsere
Kinder gehen in die Schule und nebenbei arbeiten sie auch. Gott sei
Dank verdienen wir ein bisschen und können leben.

Außerdem danken wir euch lieben Schwestern und Brüdern, die uns in
dieser schwierigen Zeit helfen. Für uns 600 Familien, haben Sie
sieben verschiedene Hilfsgüter gebracht: 50 kg Mehl, 12 kg Zucker, 2x
5 l Öl, 1 Gaszylinder, 2 kg Tee, 1 Bettdecke und 1 Eimer für Wasser.
Die sind für uns viel wert. Wir benötigen sie sehr. Wir danken Euch
ganz herzlich und Gott beschütze Euch.

Danke sehr.

Pressekontakt:
Afghanischer Frauenverein e.V. (AFV)
Nadia Nashir
Katharinenstraße 32
49078 Osnabrück
Tel.: 05 41-4 08 99 96
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