München (ots) –

Quelle: (ots/Die Stiftung Menschen für Menschen)

Im Jahr 2017 wurden in Äthiopien rund 50.000 Tonnen Honig
produziert. Damit ist Äthiopien der größte Honigproduzent Afrikas.
Und in der Wachsproduktion liegt das Land ebenfalls weit vorne.
Experten des landwirtschaftlichen Forschungsinstituts Äthiopiens
zufolge sind die Ertragsmöglichkeiten der Honig- und Wachsproduktion
sogar um ein Vielfaches höher. Durch fehlende Ausrüstung und
unzureichendes Wissen bleibt dieses Potential im Moment jedoch oft
ungenutzt.

„Dabei ist guter Honig auch in Äthiopien ein wertvolles Produkt,
mit einem sehr guten Marktwert“, so Dr. Sebastian Brandis, Sprecher
des Vorstands der Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms
Äthiopienhilfe. „Um die Honigproduktion ertragreicher und sicherer zu
machen, führen wir Imkerkurse durch und geben verbesserte sowie
moderne Bienenkästen zu einem subventionierten Preis an Kleinbauern
ab.“ Bisher wurden nahezu 14.000 Bienenkörbe durch Menschen für
Menschen in Äthiopien verteilt (www.menschenfuermenschen.de).

Ein traditioneller Bienenkorb bringt etwa 5 bis 6 Kilo Honig pro
Ernte ein. Bei einem modernen Bienenkasten können es bis zu 20 Kilo
und mehr sein. „Mit dieser gewaltigen Steigerung „, betont Dr.
Brandis, „können die Bauernfamilien zusätzliches Einkommen generieren
und sind nicht mehr so stark von der Ernte abhängig.“

Honigkooperativen schaffen Arbeitsplätze

Um die Entwicklung in den ländlichen Regionen Äthiopiens zu
fördern, braucht es dringend Arbeitsplätze für die jungen Männer und
Frauen. Nahezu jeder Vierte Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren ist
nach Schätzungen von Experten in Äthiopien ohne einen festen Job.
Menschen für Menschen unterstützt deshalb beispielsweise den Aufbau
von sog. Honigkooperativen in den ländlichen Regionen. Dort erlernen
die arbeitslosen Jugendlichen die nötigen Grundlagen der Bienenzucht
und erhalten moderne Bienenkästen sowie Honigschleudern, Wachspressen
und Schutzkleidung. In allen Projekten werden so Wertschöpfungsketten
in der jeweiligen Region aufgebaut: von der Produktion des Honigs
über die Verpackung bis hin zu Vertrieb und Vermarktung.

„Durch die Honigkooperativen ermöglichen wir jungen Menschen eine
Einkommensmöglichkeit und schaffen neue Wirtschaftszweige in den
ländlichen Regionen. Die Mitglieder der Kooperativen erlernen die
Grundlagen der Imkerei und Honigproduktion, aber auch die Herstellung
weiterer Produkte aus dem Bienenstock, wie zum Beispiel Wachskerzen.
Und sie kümmern sich um den Aufbau von Vertriebswegen und die
Vermarktung ihrer Produkte.“ Allein in der
Menschen-für-Menschen-Projektregion Dano produzieren über 300 Bauern
guten Honig, der durch ehemalige arbeitslose Jugendliche
weiterverarbeitet wird, die in mehreren Honigkooperativen organsiert
sind.

„So schaffen Bienen in jeder Hinsicht nachhaltige neue
Arbeitsplätze. Das erkennen auch die Jugendlichen, wie ich in den
Gesprächen vor Ort mit ihnen immer wieder erfahre, und entsprechend
hoch ist auch ihre Begeisterung und ihr Engagement“, freut sich
Sebastian Brandis.

Der Honigmarkt in Äthiopien

Der Markt für Honig ist groß: Er dient zum süßen von Speisen, der
größte Teil der heimischen Produktion aber wird zu „Tej“, einer Art
Wein, vergoren. Kein anderes Land in Afrika blickt auf eine so lange
Geschichte der Imkerei zurück.

Das Wachs wird zu Kerzen verarbeitet, die nicht nur gut duften,
sondern auch eine spirituelle Bedeutung für die Menschen haben. Und
wie überall auf der Welt, ist Honig auch bei Kindern beliebt – und
bei ihren Eltern. Er kann den mitunter eintönigen Speiseplan der
Kleinbauern um wertvolle Nährstoffe ergänzen.

Der reinere Honig ist mehr wert: Statt rund 50 Birr für einen Kilo
Honig können die Kooperativen in Dano mit dem deutlich besseren Honig
auf dem Markt bis zu 150 Birr (etwa 4,65 Euro) erhalten.

Hintergrund: Imker leben gefährlich

Die äthiopischen Bauern haben mit vielfältigen Herausforderungen
zu kämpfen. Etwa mit traditionellen Methoden, wie sie auch in der
Imkerei gang und gäbe sind: Die Bauern höhlen Baumstammstücke aus,
verschließen die Enden mit Lehm und hängen diese Konstruktionen in
Bäumen auf. Hat sich ein wildes Bienenvolk darin eingenistet, warten
die Imker bis der Honig produziert ist. Um diesen zu ernten,
zerstören sie den ausgehöhlten Baumstamm. Oft werden sie dabei völlig
zerstochen. Die Waben pressen sie von Hand aus, deshalb ist der Honig
meist durch viele Wachsreste verunreinigt.

Zum Weltbienentag

Vergangenes Jahr haben die Vereinten Nationen den 20. Mai 2019 als
zweiten Weltbienentag ausgerufen. Der Tag ist dem kleinen Nutztier
gewidmet, um auf die verschiedenen Arten der Bienen hinzuweisen.

Quellen: FAOSTAT, Ethiopian Institute of Agricultural Research,
Poultry, Fisheries, Apiculture and Sericulture (2016-2030)

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Spendenkonto
Stiftung Menschen für Menschen
Stadtsparkasse München
IBAN: DE64701500000018180018
Online: www.menschenfuermenschen.de

Über Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen leistet seit 37 Jahren
nachhaltige Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien. Im Rahmen
integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte verzahnt Menschen für
Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen aus den Bereichen
Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Den
Grundstein für Menschen für Menschen legte am 16. Mai 1981 der
damalige Schauspieler Karlheinz Böhm (gest. 2014) mit seiner
legendären Wette in der Sendung „Wetten, dass..?“. Die Stiftung trägt
seit 1993 durchgängig das Spendensiegel des Deutschen
Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Menschen für Menschen
setzt die Maßnahmen derzeit in elf Projektgebieten mit rund 620 fest
angestellten und fast ausschließlich äthiopischen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern um.

Pressekontakt:
Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
Erich Jeske
Brienner Straße 46
80333 München
E-Mail: erich.jeske@menschenfuermenschen.org
Tel.: +49 89 383979-87
Fax: +49 89 383979-70

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