Stuttgart/Frankfurt am Main (ots) –

Quelle: (ots/GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung GmbH)

Hauptuntersuchung: Zahl der Fahrzeugmängel weiter rückläufig ·
Dennoch fällt jeder fünfte Pkw beim Sicherheitscheck wegen
erheblicher Mängel durch · Tendenz zur Überziehung des HU-Termins
steigt von Jahr zu Jahr

Die erfreuliche Entwicklung bei der Hauptuntersuchung (HU) hin zu
immer weniger Pkw mit Mängeln hat sich auch im 1. Halbjahr 2018
fortgesetzt. Bei den von der GTÜ Gesellschaft für Technische
Überwachung durchgeführten amtlichen Sicherheitschecks fielen weniger
Fahrzeuge durch als die Jahre zuvor. 62,7 Prozent der untersuchten
Autos absolvierten die HU ohne jegliche Beanstandung – eine
Verbesserung um mehr als ein Prozent. Dies geht aus der neuesten
Prüfstatistik der Stuttgarter Sachverständigenorganisation hervor,
die auf der automechanika 2018 in Frankfurt am Main vorgestellt
wurde.

Dennoch verharrt der Anteil der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln
seit Jahren auf hohem Niveau. Gut jeder fünfte Pkw bekam die
Prüfplakette nicht auf Anhieb. Die GTÜ-Prüfingenieure schickten in
den ersten sechs Monaten 21,1 Prozent der Autos mit erheblichen
Mängeln zurück in die Werkstatt. Bei der letzten Mängelerhebung 2017
waren es genau 21 Prozent, die im ersten Anlauf keine Plakette
erhielten. Bei den geringen Mängeln war der Anteil der Fahrzeuge mit
16,2 Prozent weiter rückläufig (2017: 17,6%).

Für die aktuelle Mängelstatistik des 1. Halbjahres wurden von der
GTÜ 2,4 Millionen Pkw-Hauptuntersuchungen ausgewertet.

Fahrzeugalter nimmt weiter zu – Durchschnitt bei 9,4 Jahren

Das Durchschnittsalter aller 46,5 Millionen in Deutschland
zugelassenen Pkw nimmt weiter zu und liegt derzeit bei 9,4 Jahren.
Aufgrund des hohen Fahrzeugalters ist der sicherheitstechnische
Zustand älterer Fahrzeuge häufig sehr schlecht. Je älter die Autos,
desto häufiger fallen Sie bei der HU durch: Von den ein- bis
dreijährigen Pkw erhielten bei den von der GTÜ untersuchten
Fahrzeugen zunächst knapp vier Prozent keine Plakette. Bei den über
neun Jahre alten Autos lag der Anteil mit erheblichen Mängeln bei
rund 30 Prozent.

Mängel-Spitzenreiter: Licht und Umweltbelastung

Angeführt wird die aktuelle GTÜ-Mängelstatistik von
Umweltbelastung (Motorabgase, Ölverlust, Lärmentwicklung etc.) mit 27
Prozent, gefolgt von den Lichtsystemen (24,9 Prozent), der
Bremsanlage (14,2 Prozent), Achsen, Räder, Reifen (13,4 Prozent). Auf
dem letzten Platz der fünf Hauptmängelgruppen landen „Fahrgestell,
Rahmen, Aufbau“ mit 7,8 Prozent. Die Zahl der Einzelmängel bei den
mit Mängeln behafteten Pkw hat in den letzten Jahren weiter
zugenommen. Das steigende Alter der Fahrzeuge sowie die
vernachlässigte Wartung bei den in die Jahre gekommenen Autos dürften
die Hauptgründe dafür sein.

Typische sicherheitsrelevante Einzelmängel bei der Bremsanlage
sind verschlissene Bremsscheiben und -trommeln, abgenutzte
Bremsbeläge, defekte Bremsschläuche und mangelhafte Bremswirkung.
Weiterhin bereitet den GTÜ-Prüfern falsch eingestelltes oder defektes
Abblendlicht, Ölverlust an Motor und Getriebe sowie zu hohe
Abgaswerte Sorge.

Trend zur Überziehung des HU-Termins – Jeder Dritte kommt zu spät

Die Tendenz zur Überziehung des HU-Termins steigt weiter an. Im 1.
Halbjahr 2018 fuhren 38 Prozent der von der GTÜ unter die Lupe
genommen Fahrzeuge verspätet zur Hauptuntersuchung. Bei den
HU-Überziehern stellten die Prüfingenieure deutlich mehr Mängel fest,
als bei den pünktlich zum Sicherheitscheck erschienen Autos.
Besonders Besitzer älterer Autos fahren häufig erst Monate später zur
HU. Je älter der Pkw, desto mehr Mängel an Bremse, Lenkung und
Fahrwerk, so die Prüferfahrung der GTÜ. Damit erhöht sich auch das
Risiko für die Verkehrssicherheit deutlich. Der Wegfall der
Rückdatierung (seit 2012) fördert das bewusste Fehlverhalten vieler
Autofahrer. Deshalb fordert die GTÜ: Wer zu spät zur HU kommt, darf
keine Vorteile haben.

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