Frankfurt am Main (ots) –

Quelle: (ots/Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe)

Die Digitalisierung im Kfz-Gewerbe schreitet voran. Um die
Vorteile nutzen zu können, setzt das eine leistungsfähige
Infrastruktur voraus. Dazu gehört der flächendeckende Internetzugang
mit Bandbreiten im Gigabit-Bereich. Und für die vernetzte Mobilität
ein 5G-Funknetz ohne Funklöcher. „Hier haben wir in Deutschland noch
einen erheblichen Nachholbedarf. Die politischen Entscheidungsträger
sind gefordert zu handeln und in die Zukunft zu investieren“, sagte
ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk bei der
Eröffnung der 46. Bundestagung des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes in
Frankfurt am Main. Sie stand unter dem Motto „Wir können auch
digital.“. Vor rund 450 Verbandsvertretern wies er darauf hin, dass
die Kfz-Betriebe immer stärker abhängig von digitalen Daten seien.
Diese würden insbesondere im Service für Reparatur und Wartung
benötigt. Mit der neuen europäischen Typgenehmigungs-Verordnung (EU)
2018/858 sei hier ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Dort wurde
festgelegt, dass die Hersteller für alle Kraftfahrzeuge, unabhängig
von der Emissionsklasse, sämtliche Informationen für Diagnose,
Instandhaltung, Neuprogrammierung oder Neuinitialisierung über das
Internet bereitstellen müssen. „Das ist echter digitaler Mehrwert für
unsere Betriebe“, betonte Hülsdonk. In seiner Rede setzte er sich
außerdem dafür ein, die Zusammenarbeit des Kfz-Gewerbes mit dem
Karosserie- und Fahrzeugbauhandwerk zu vertiefen. Dies sei nicht nur
vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels sinnvoll.

Als Gastredner ging Oliver Wittke, Parlamentarischer
Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium, auf die
vielfältigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Förderung der
Digitalisierung ein. So sei das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk
Teil der Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions-
und Arbeitsprozesse“, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert
werde mit dem Ziel, die Transformation der mittelständischen Betriebe
in die digitale Zukunft zu begleiten. Zur Diesel-Diskussion merkte
Wittke an, dass ohne diese ausgereifte, sparsame Antriebstechnologie
die ambitionierten Klimaschutzziele nicht zu erreichen seien. Eine
Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen sei etwa bei kommunalen
Fahrzeugen, Kleintransportern und Bussen sinnvoll. Bei der vom ZDK
geforderten Nachrüstung der Diesel-Pkw mit Hardware wies er auf das
Problem der dafür notwendigen Finanzierung hin und stellte die
mögliche Förderung aus Steuermitteln in Frage. ZDK-Präsident Jürgen
Karpinski mahnte hingegen noch einmal dringend die Notwendigkeit
einer Nachrüstregelung an, die Rechtssicherheit für nachrüstwillige
Kunden und Kfz-Betriebe schaffe. Die Technik dafür sei vorhanden, die
Zulieferer stünden bereit, die Wirksamkeit der Nachrüstsysteme sei
durch Tests nachgewiesen. Bei rund 350 000 kaum verkäuflichen Euro
5-Diesel-Pkw im Handel im Wert von rund fünf Milliarden Euro sei die
Politik gefordert, hier endlich auch im Sinne der unter Druck
stehenden mittelständischen Betriebe eine Lösung anzubieten.

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Ulrich Köster
ZDK-Pressesprecher
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