Berlin (ots) – Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln,
Martin Hikel (SPD), hat zum Start des E-Scooter-Weltmarktführers Lime
in Berlin eine Begrenzung der Anzahl elektrischer Tretroller
gefordert.

Es sei naiv, wenn Verkehrssenatorin Günther (parteilos, für Grüne)
glaube, dass man für neue Formen der Mobilität in der Stadt keine
Regulierung brauche, sagte Hikel am Dienstag im rbb. „Schmeißt mal
eure E-Scooter auf den Markt, und dann gucken wir mal, was passiert –
das ist glaube ich keine Art Politik zu machen, das ist ein Stück
weit weggucken und Verantwortungslosigkeit“, kritisierte er die
Senatorin der eigenen Koalition.

Neukölln habe bereits bei den Leihrädern die Erfahrung gemacht,
dass diese auf Fußwegen und in Parks herum liegen und oft Vandalismus
anheim fallen. Daher forderte Hikel, dass der Senat feste Stationen
für Leihräder und Leih-Scooter vorschreibt und selbst eine begrenzte
Anzahl der Gefährte genehmigt – anstatt es wie bisher den Anbietern
zu überlassen, wie viele Leihräder und Leih-Scooter sie auf die
Straße stellen wollen. Der Sprecher von Verkehrssenatorin Günther
sagte zu Hikels Kritik: „Wir haben uns jetzt dafür entschieden, dass
wir mit sehr klaren Ansagen arbeiten gegenüber den Verleihern, aber
eben weiter beobachten. Wenn wir Anpassungen vornehmen müssen, dann
werden wir das tun.“

Der weltweit größte E-Scooter-Verleiher Lime hatte am Dienstag die
ersten 100 Lime-Scooter in der Berliner Innenstadt verteilt. Lime ist
in über 20 Ländern aktiv und plant nach eigenen Angaben, tausende
Scooter in Berlin aufzustellen. Deutschland solle ein „riesiger
Markt“ für Lime werden, sagte Lime-Strategievorstand Wayne Ting dem
rbb. Neben Lime wollen sieben weitere Anbieter ihre Leih-Scooter auf
den Berliner Straßen verteilen. Madrid war im vergangenen Sommer von
so vielen E-Scootern geflutet worden, dass die Stadtverwaltung
angesichts vieler Unfälle die Reißleine zog und alle E-Scooter von
den Straßen verbannte. Im Frühjahr dieses Jahres vergab die spanische
Hauptstadt Lizenzen für rund 8.600 E-Scooter. Darauf hatten sich 25
Anbieter mit einer Flotte von zusammen rund 110.000 E-Scootern
beworben.

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