201006 HGA_und_Mann_Beratung_Copyright_biha.jpgMainz (ots) – Ob Summen, Pfeifen, Rauschen oder Klingeln: Wer einen Tinnitus hat, hört unterschiedliche Geräusche – meist ununterbrochen. Stress pur.

In seltenen Fällen werden die Laute im Körper erzeugt, zum Beispiel durch Strömungsgeräusche in den Blutgefäßen, was ein Arzt feststellen kann. Dann lautet die Diagnose objektiver Tinnitus. Lassen sich die Geräusche nicht orten, handelt es sich um einen subjektiven Tinnitus. Ob objektiv oder subjektiv – ein Tinnitus ist ebenso vielfältig wie seine Geräuschkulisse.

Akuter Tinnitus kann genauso schnell wieder verschwinden, wie er gekommen ist. Bleiben die Störgeräusche hingegen länger als drei Monate, spricht man von einem chronischen Tinnitus. Während einige Betroffene auf Dauer recht gut mit den Begleitgeräuschen leben können, haben andere große Probleme damit.

„Wer einen Tinnitus hat, muss nicht still vor sich hin leiden“, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha). „Hörakustiker sind eine gute Anlaufstelle, um sich bei Tinnitus beraten zu lassen“, sagt die Expertin und Hörakustik-Meisterin. Sie beginnen mit der Suche nach der möglichen Ursache und der Bestimmung der Frequenz der störenden Dauertöne. Mit einem Hörtraining kann es gelingen, den Tinnitus auszublenden. Hilft das nicht, gibt es die Möglichkeit, ein so genanntes Tinnitus-Gerät individuell anzupassen und die Geräusche im Ohr damit zu überdecken, so dass sie nicht weiter stören. Treten Tinnitus und Hörverlust gemeinsam auf, ist der Einsatz von Hörsystemen eine Möglichkeit, um die Lebensqualität des Menschen spürbar zu verbessern. Sie kompensieren den Hörverlust und erlauben es dem Betroffenen, sich wieder auf externe Geräusche, statt auf den Ton im eigenen Ohr zu konzentrieren.

Für einheitliche Qualitätsstandards in der Tinnitus-Versorgung hat die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) eine Leitlinie für Hörakustiker herausgegeben. Dabei arbeitet die Branche stets interdisziplinär mit HNO-Ärzten und anderen Beteiligten aus dem Gesundheitssystem eng zusammen.

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit über 6.700 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit modernsten Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Die Versorgungsqualität im Bereich von Hörsystemen ist in Deutschland sehr gut, das bestätigt die größte jemals von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) durchgeführte Versichertenbefragung zur Hörsystemversorgung in Deutschland. Rund 90 Prozent der Versicherten waren „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation. Und das unabhängig davon, ob der Versicherte eine mehrkostenfreie Versorgung gewählt oder eine private Zuzahlung geleistet hat.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen u.v.m. zuständig. Er berät zu Gehörschutz, Tinnitus und allem rund ums Hören.

Pressekontakt:

Michael Skwarciak, M.A. (biha), skwarciak@biha.de

Quelle:Dauerstress durch Dauertöne? / Hörakustiker helfen bei Tinnitus


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