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Direkt zur Studie
http://ots.de/yiUBZF
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Düsseldorf/München (ots) – Perspektivwechsel und Digitalisierung
schaffen Verbesserung der Versorgungsstruktur

– Versorgungslage ist in Nordrhein-Westfalen insgesamt gut
– Größere Krankenhäuser stehen unter höherem wirtschaftlichen
Druck
– In Ballungsräumen ist der Wettbewerb höher als in der Region
– Schwerpunktsetzung, Kooperation und Vernetzung zeigen Weg in die
Zukunft

Im Rahmen der Studienreihe „Regionale Gesundheitsversorgung“
beleuchtet Deloitte die Lage in Nordrhein-Westfalen (NRW). Im ersten
Teil ging es um die Versorgung in Bayern. Die Reihe untersucht die
bestehenden Strukturen und gibt Handlungsempfehlungen zur Optimierung
und Sicherstellung einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen
und wirtschaftlich effizienten Gesundheitsversorgung anhand konkreter
Beispielregionen.

Als bevölkerungsreichstes Bundesland verfügt NRW über eine dichte
und vielgestaltige Krankenhaus-Landschaft. Doch obwohl das Land eine
in absoluten Zahlen erhebliche Bettendichte und -konzentration
aufweist, zeigen sich deutliche Unterschiede in der Versorgungsdichte
bzw. dem Leistungsangebot zwischen Ballungsräumen und ländlichen
Regionen.

Größere Häuser stehen unter höherem Druck

Starker Wettbewerb und eine hohe Versorgungsdichte sorgen trotz
der großen Nachfrage in Ballungsräumen für eine schlechtere
Wirtschaftlichkeit der größeren Krankenhäuser. Davon ausgehend, dass
die größeren Krankenhäuser höhere Investitionsbedarfe für ihre
Infrastruktur haben, ist der Druck gerade auf diese Häuser massiv.

Diese Ergebnisse hat die Studie exemplarisch anhand der Regionen
Essen, Bonn und Münster inklusive Umgebung und den dazu gehörenden
Versorgungs- und Wirtschaftlichkeitskennzahlen herausgearbeitet.
Grundlage dafür ist die Analyse der Jahresabschlüsse von 145
Krankenhäusern aus den Jahren 2015 und 2016 sowie eine Reihe an
sozioökonomischen Daten.

„Wie auch in anderen Bundesländern stehen die Krankenhäuser in NRW
unter hohem Kostendruck. Hinzu kommt ein starker Wettbewerb in den
Ballungsräumen. Die daraus entstehenden Spannungen können zu einem
verschärften Überlebenskampf einzelner Häuser und damit insgesamt zu
einer weiter zunehmenden Konsolidierungsbewegung führen. Diese könnte
einerseits die derzeit hohe Angebots- und Trägervielfalt in den dicht
besiedelten Gebieten beeinflussen und Doppelstrukturen reduzieren,
andererseits schlimmstenfalls die Infrastruktur auf dem Land weiter
ausdünnen“, erklärt Alexander Morton, Partner Advisory Services
Health Care bei Deloitte.

NRW besticht durch eine insgesamt gute Versorgungslage

NRW verfügt über 344 Kliniken. Die Gesundheitsausgaben liegen mit
4.344 Euro pro Kopf im Bundesschnitt, die Krankenhausfälle etwas
darüber. Gleiches gilt für die Zahl der Krankenhausbetten: Auf 10.000
Einwohner kommen 66 Betten, bundesweit sind es 60. Die hohe Zahl an
Krankenhäusern und Betten spiegelt dabei vor allem die Situation in
den Ballungsgebieten wider.

Die Erreichbarkeit von Krankenhäusern ist in ganz NRW
grundsätzlich als überdurchschnittlich zu bewerten. Rund 98 Prozent
der Bevölkerung erreichen einen Grundversorger mit dem Auto innerhalb
von 15 Minuten. Hierbei handelt es sich allerdings um
Durchschnittswerte. Daher sind je nach Region und Versorgungsdichte
auch längere Fahrwege Realität.

Die unterschiedlichen Ausprägungen zwischen Ballungsraum und
kreisfreien Städten bzw. schwächer besiedelten Gebieten können sich
insbesondere im Bereich der Notfallversorgung als eine
Herausforderung erweisen. Wie die beispielhaften Analysen der
Regionen Bonn und Münster jedoch zeigen, bilden sich bereits heute
überregionale Versorgungstrukturen sowie Patientenpfade von der
lokalen Akutversorgung hin zu Regionen mit einer höheren
Leistungsdichte.

Besondere Bedeutung in der Krankenhausversorgung haben die
Unikliniken. Eine enorme Präsenz entfällt dabei auf die
Ballungsgebiete mit einer entsprechend resultierenden Bettendichte.
Hervorzuheben ist dabei, dass im Vergleich zu einem
bundesdurchschnittlichen Uniklinikum, die Unikliniken NRWs weniger,
jedoch deutlich schwerere Fälle behandeln und damit einen besonderen
Versorgungsauftrag innerhalb der Spezialisierung bereits heute
wahrnehmen.

Schwerpunktsetzung, Kooperation und Vernetzung zeigen Weg in die
Zukunft

Für die drei im Detail untersuchten Regionen arbeitet die Studie
mehrere Lösungsansätze sowie den notwendigen Handlungsrahmen zur
Bewältigung der anstehenden Herausforderungen heraus. Die Autoren
sehen die größten Veränderungshebel in den Ballungsgebieten. Die
Studie findet jedoch auch Ansätze für ländliche Gebiete.

In Ballungsgebieten sollte eine klarere Schwerpunktbildung
erfolgen. Hier bietet sich eine einrichtungs- und trägerübergreifende
Vernetzung und Kooperation an. Die kleineren und mittelgroßen Häuser
könnten koordiniert und im Netzwerk Schwerpunktaufgaben übernehmen.
Große Kliniken könnten überregionale Versorgungsaufgaben abdecken und
Exzellenzcluster beispielsweise in Hinblick auf komplexe Versorgung
und Forschung herausbilden. Somit wären auch die Herausforderungen,
die sich z.B. aus der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV)
ergeben, besser zu bewältigen.

Neben der Digitalisierung kommt der intersektoralen Vernetzung
eine zentrale Bedeutung zu. Sie steht auch im Fokus der aktuellen
Entwicklungen in der Gesetzgebung, wie dem Terminservice- und
Versorgungsgesetzes (TSVG).

„Insgesamt ist aber auch klar: Es kann in Hinblick auf die
heterogene Versorgungslage in NRW nicht einen einzigen strategischen
Ansatz bei der Lösungsfindung geben. Auf der anderen Seite bietet die
Digitalisierung bei einem gleichzeitigen Perspektivwechsel die
Voraussetzung für eine bessere Krankenhaus- und Patientenversorgung“,
ergänzt Alexander Morton.

Die Studie können Sie hier herunterladen: http://ots.de/GSFFUl

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