München (ots) – „Wir halten daran fest, dass das
Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel kommen
muss“, sagt Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der
CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Die Fraktion bekräftigt so ihre
Haltung der vergangenen Jahre. „Gegenläufige Gedankenspiele, die
offenbar im Bundesgesundheitsministerium kursieren, lehnen wir ab!
Denn Arzneimittelsicherheit ist Patientensicherheit. Die gute
Versorgung durch Apotheken vor Ort wollen wir erhalten – und zwar mit
der dort geleisteten persönlichen Beratung, den Nacht- und
Notdiensten, der Notfallversorgung und der Arzneimittelherstellung“,
so Seidenath im Vorfeld der Mitgliederversammlung des
Apothekerdachverbands ABDA.

Der Koalitionsvertrag auf Bundesebene enthalte nicht ohne Grund
die klare Aussage, dass sich die Koalition für ein Verbot des
Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einsetzt,
sagt Manuel Westphal, der als Berichterstatter im Gesundheits- und
Pflegeausschuss für das Thema Apotheken zuständig ist. „Die CSU hat
sich immer klar für das Versandhandelsverbot positioniert und tut
dies weiterhin. Wir brauchen auch künftig die Apotheken vor Ort als
wichtige Daseins-Dienstleister für eine wohnortnahe
Arzneimittelversorgung.“ Nicht ohne Grund haben mehr als zwei Drittel
der Staaten der Europäischen Union einen Versandhandel
verschreibungspflichtiger Medikamente unterbunden, betont auch
Seidenath. „Es darf uns nicht kalt lassen, dass ein Drittel der
Apotheken in ihrer Existenz bedroht werden, wenn der Versandhandel
käme. Dabei sind Apotheken die niedrigschwelligen Anlaufstationen für
gesundheitliche Probleme, die auch ohne Termin aufgesucht werden
können. Die Apotheke vor Ort ist weit mehr als eine
Medikamenten-Verkaufsstelle.“

Positiv sei der geplante, mit einem Maßnahmenkatalog verbundene
Dialogprozess. „Wir beteiligen uns daran gern. Dabei sollten auch die
Möglichkeiten der Digitalisierung angesprochen und endlich angegangen
werden. Das Papier-Rezept ist ein Dinosaurier. Wir müssen endlich
auch im Gesundheitswesen das digitale Zeitalter einläuten – und
brauchen deshalb das E-Rezept. Wir sind bereit, die Überlegungen und
Vorhaben, die in diese Richtung weisen, zu unterstützen“, erklärt
Seidenath.

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