Berlin (ots) –

Bei einer bundesweiten Repräsentativbefragung des Instituts für
Demoskopie Allensbach zur Verständlichkeit von
Nährwertkennzeichnungssystemen für Lebensmittel unterliegt der
französische Nutri-Score klar dem Vorschlag des Lebensmittelverbands
Deutschland. Philipp Hengstenberg, Präsident des Lebensmittelverbands
Deutschland erklärt: „Die deutschen Konsumenten sind mehrheitlich
gesundheitsbewusst und wünschen sich deshalb eine Kennzeichnung, die
ihnen eine ausgewogene Ernährung ermöglicht. Ein zu vereinfachtes
System findet dabei aber keine Zustimmung.“

Die Informationsleistung des alternativen Kennzeichnungsmodells
des Lebensmittelverbands, das differenzierte Informationen bietet,
überzeugt hingegen knapp die Hälfte der Bevölkerung: 48 Prozent
fühlen sich durch das Lebensmittelverbands-Modell „sehr gut“ oder
„gut“ über die damit gekennzeichneten Lebensmittel informiert, beim
Nutri-Score nur 20 Prozent. Zusammengenommen beurteilen sogar 61
Prozent die Informationsleistung des Nutri-Score explizit als
„weniger gut“ oder „gar nicht gut.“

Fast die Hälfte der Bevölkerung kann mit dem Nutri-Score zudem
nichts anfangen: Auf die Frage: „Was sagt Ihnen diese Kennzeichnung,
weshalb ist sie auf der Packung drauf?“, antworteten 46 Prozent der
Befragten „Weiß ich nicht!“. Dagegen haben 90 Prozent der Verbraucher
eine konkrete Vorstellung davon, was die vom Lebensmittelverband
vorgeschlagene Kennzeichnung aussagt. 77 Prozent der Befragten machen
zur Kennzeichnung des Lebensmittelverbandes inhaltlich richtige
Angaben, während beim Nutri-Score nur 37 Prozent Zutreffendes sagen
können.

Hengstenberg erläutert: „Für die Verbraucher ist der letztlich
entscheidende Faktor die Nachvollziehbarkeit solcher Labels. Hier
kann der Nutri-Score den eigenen Anspruch beim Verbraucher nicht
einlösen und wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.“ So finden es
nur 26 Prozent der Verbraucher beim Nutri-Score nachvollziehbar,
welche Eigenschaften des Produktes in diese Kennzeichnung einfließen.
Dagegen ist das alternative Modell des Lebensmittelverbandes mit 64
Prozent klarer Transparenz-Sieger.

Hengstenberg weiter: „Allerdings zeigt sich in der Befragung auch
das Dilemma von Herstellern und Verbrauchern. Einerseits wollen 72
Prozent der Verbraucher ein Kennzeichnungssystem, welches
Informationen über einzelne Nährstoffe enthält, andererseits wünschen
sich 71 Prozent der Befragten eine zusammenfassende Bewertung.
Angesichts dieser Ergebnisse haben wir Allensbach beauftragt, in
einer zweiten Testreihe das britische Ampelmodell mit dem Vorschlag
des Max Rubner-Instituts zu vergleichen.“

Lebensmittelverband Deutschland e. V.

Der Lebensmittelverband Deutschland e. V. ist der Spitzenverband
der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören Verbände und
Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette „von Acker bis Teller“,
also aus Landwirtschaft, Handwerk, Industrie, Handel und Gastronomie
an. Daneben gehören zu seinen Mitgliedern auch private
Untersuchungslaboratorien, Anwaltskanzleien und Einzelpersonen.

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Quelle: https://www.presseportal.de/pm/12796/4374367