Ziele mit Kupferleitungen unerreichbar

Deutschland hinkt hechelnd mit hängender Zunge hinterher – vor allem im Breitbandausbau. Gerade mal 1,8% (in Worten: eins-Komma-acht Prozent) der Menschen in Deutschland haben einen wirklich modernen, schnellen Internetanschluss. Vor Deutschland liegen u.a. 

  • Japan (76%)
  • Lettland (63%)
  • Schweden (55%)
  • Spanien (35%)
  • Türkei (18%)
  • Mexiko (16%)
  • USA (11%)
  • Frankreich (8%)
  • ….
  • Deutschland (1,8%)

Nach Angaben der OECD ist der Anteil in Deutschland seit 2016 (vor der großspurigen Ankündigung von Großmeister Dobrindt) nur um 0,2% (null-Komma-zwei) gestiegen. Die Bundesregierung kriegt es nicht auf die Reihe und die Landes-, Kreistage, die Gemeinde- und Stadtverwaltungen tun es Merkel&Co gleich: Schlafen, Aussitzen, Nichtstun, falsche Weichen stellen und das vorhandene Geld an uralte Techniken verschleudern.

Leere Versprechungen seit 10 Jahren

2009, 2011, 2014, 2016 und wieder 2018 hat Mutti über Dinge gesprochen, von denen sie keinen blassen Schimmer hat, und immerhin nachgeplappert, dass in jede offene Tiefbaumaßnahme ein Leerrohr gehört. So viel hat sie offenbar kapiert. In den Kommunen, wo das praktisch umgesetzt werden muss, wird das meistens ignoriert. Aktuell wieder mal in Lohmar-Durbusch. Die Bagger stehen bereit, das Material auch, von einer Bereitschaft der städtischen Verwaltung bzw. deren Stadtwerke, einen willigen und engagierten lokalen Anbieter zur Mitverlegung von Glasfaserkabeln oder wenigstens einem Leerrohr mit ins Boot zu holen, keine Spur. Entsprechende Anschreiben werden von den zuständigen Personen, allen voran dem Herrn Bürgermeister, einfach ignoriert.
Gewiss: es handelt sich mitunter „nur“ um „ein paar Meter„, aber jeder Meter zählt und kostet Geld, wenn die Trassen nachträglich geöffnet werden müssen. Und viel Wenig gibt ein Viel.

Verpennte Chancen – Lohmar ist ganz weit vorne

In der Vergangenheit wurden bereits etliche Möglichkeiten verpasst:

  • Erneuerung der Straßendecke zwischen Dahlhaus und Muchensiefen – Glasfaserleitung für 800+ Teilnehmer
    5000 Meter oder in Euro ~400T€ Steuergelder verschwendet
  • Cäcilienstraße Neuhonrath – 70 FTTH-Anschlüsse konnten nicht gelegt werden
    500 Meter oder in Euro 60T€ Steuergelder verschwendet
    Leerrohr: Fehlanzeige
  • Bonner Straße Höffen – 35 FTTH-Anschlüsse konnten nicht gelegt werden
    450 Meter oder in Euro 45T€ Steuergelder verschwendet
    Es wurde zwar ein Leerrohr verlegt, aber was nützt das, wenn keine Hausanschlüsse vorgesehen werden?
  • Honrath<–>Durbusch, Längsverlegung RWE 10kV-Leitung
    1750 Meter oder In Euro ~140T€ Steuergelder verschwendet
  • …um nur einige zu nennen.
    Zusammen ~650.000 Euro, die nun erneut aufgebracht werden müssen, weil Möglichkeiten ausgelassen wurden.  Äwwer mer hannet joh!
  • So nebenbei wurden mindestens zwei Masten für Feuerwehrsirenen aufgebaut (Höffen, Durbusch). Auf unseren Vorschlag, diese für eine Funkverteilung mitzunutzen, haben wir nicht mal eine Antwort erhalten. Chance verpasst – Geld verschwendet.

Immer und immer wieder haben wir darauf hingewiesen, dass uns diese vertanen Chancen einmal fehlen werden. Offenbar sind die Verwaltungen der Meinung, dass sie Ihre Verantwortung an den Kreis abgegeben haben, weil die einmalige Verteilung der aktuellen Fördermittel von diesem abgewickelt wird. Nein – meine Damen und Herren Verwaltungschefs. Das ist ein Solitär. Für die Koordination des Breitbandausbaus in Ihrer Kommune sind noch immer Sie zuständig!
Es fehlt an jeglicher Dynamik. Es fehlt an Visionen bei den Verantwortlichen. Und an Mut.

Leerrohre gehören in jedes Loch!
Und zwar mit Hausanschlüssen.

Glasfaser ist besser als Kupfer – wann kapiert man/frau das endlich?

Es muss endlich in die Köppe der Entscheider, dass wir mit dem kleinkarierten Ausbau der Kupfertechnik auf Vectoring-Basis nicht weiterkommen. Neuerdings hat die Kreisregierung wider jeder Vernunft beschlossen, die ~10Millionen Euro, die irgendwie durch Bund oder Land hier angekommen sein sollen, ausschließlich in den KVZ-Ausbau (also Kupfer) investiert werden soll. Das ist kurzsichtig! Das Schlimmste ist: Die wissen das!

100 Mbit für alle! Auf dem Lande kann das nicht funktionieren, weil die Wege zu lang sind.. Auch nicht mit Vectoring und auch nicht mit Super-Vectoring.  Siehe hier: https://rs-breitband.de/PDF-Pool/darfseinbisschenmehrsein.pdf

Nur und ausschließlich der Ausbau mit Glasfaser wird
den enormen Durst nach immer mehr Bandbreite stillen.

Faule Kompromisse: Die Telekom vermarktet auf Teufel-komm-raus die maroden, unzeitgemäßen Kupferstrippen und blockiert damit einen echten Breitbandausbau. Die Förderungen des Bundes (der Anteilseigner der Telekom ist) wandern in die Töpfe des Großkonzerns, der damit seine archaischen Pfründe sichern kann. Davor warnen mittlerweile alle Experten, aber die Kommunen schlagen deren Ratschläge in den Wind, weil sie das Problem nicht zu Ende denken (wollen oder können).

Alle zwei Jahre hat sich der Bedarf an Bandbreiten in der Vergangenheit verdoppelt. Seit 2016 ist dieser Faktor auf 3,5 angestiegen. Den Provinzfürsten spukt aber immer noch der Quatsch von Kupferleitungen, den sie von der Telekom eingeredet bekommen haben, in den überforderten Köpfen herum. Und geben sich weiter unbelehrbar. Wenn man den heutigen Bedarf einer 4-köpfigen Familie als Basis ansetzt – sagen wir knapp bemessene 30Mbit -, wird dieser Bedarf 2020 bei (vorsichtig geschätzt) 100Mbit liegen und 2022 bei 300Mbit – mindestens. Wir geben jetzt also ein Schweinegeld für eine Technologie aus, die uns 2022 schon um die Ohren fliegen wird. Und dann muss für eine Kehrtwende nochmal bezahlt werden.

Ihre Kids werden Danke sagen!

Glasfaser ist sicherererer – Das Wetter wird immer instabiler. Gewitter sind an der Tagesordnung. Dabei fallen die Fritzboxen durch Überspannung auf den wie Antennen wirkenden Kupferstrippen unter der Straße reihenweise aus. Da ist Funk wesentlich stabiler und Glasfaser erst recht.

Hier und da funktioniert das besser – am Beispiel Much und Overath

Es ist nicht überall schlecht. In mindestens zwei Nachbarkommunen wurde ein erfolgreicher FTTH-Ausbau* realisiert.
(*FTTH: Fiber-To-The-Home – Glasfaser bis ins Wohnzimmer)

  • Much: In gleich drei Ortsteilen wurden während der Neuverlegung von Wasserrohren über 90% der Gebäude mit Glasfaserleitungen angeschlossen.
    Einsparung für den Steuerzahler: ~180.000 Euro
    An anderer Stelle ist ein komplettes, neues Gewerbegebiet mit Glasfaserleitungen erschlossen worden. Inbetriebnahme: ca. August 2018.
    Much ist die einzige Kommune im Umland, die ein fertiges Konzept zur Umsetzung einer 100%igen FTTH-Versorgung in der Schublade liegen hat. Nach und nach werden sich die Mosaiksteinchen zu einem Ganzen zusammenfügen.
  • Overath: Fast 200 Glasfaseranschlüsse in zwei Ortslagen wurden gemeinsam mit Biogasleitungen verlegt und schlüsselfertig angeschlossen.
    Einsparung für den Steuerzahler: ~150.000 Euro

Alle diese Maßnahmen werden beharrlich erweitert.
Es geht also. Wenn man will. Wenn man den Kopf zum Nachdenken benutzt.

Und übrigens: Auch in Lohmar sind überall dort, wo RSB die Straßen für die Verlegung von Glasfaserstrecken geöffnet hat, die Hausanschlüsse (FTTH) gleich mit erledigt worden – fast zum Nulltarif.

Wie kommen wir wieder raus aus dem Schlamassel?

  • Mit Geldausgeben!
    Es ist ein Unding, dass die knappen Mittel, die Schäuble (ja, der war´s noch) rausgerückt hat, in 100 Jahre alte, marode Kupferleitungen investiert werden. Das Geld gehört in den LWL-Ausbau (LWL=Lichtwellenleiter=Glasfaser). Den rückwärts gewandten, korrupten Bänkern haben wir 300 Milliarden Euro  in den Rachen geworfen – da werden wir doch ein paar davon für die Zukunft unserer Kinder übrig haben.
  • Mit gutem Willen, pfiffigen Ideen und synergetischem Denken!
    Die Verwaltungen müssen endlich aufwachen. Auch, nein gerade auf dem Land. Die vorliegenden Ideen müssen endlich umgesetzt und Chancen genutzt werden. Die Entscheider der unterschiedlichen Gewerke müssen zusammengebracht werden, um Synergien zu nutzen, die es überall gibt, wenn man die Augen aufmacht. Hier sind die Verwaltungschefs gefragt.

Gewiss – die Kommunen waren durch die Flüchtlingskrise (die gar keine mehr ist) finanziell und personell sehr belastet. (Lohmar hat das sehr gut hingekriegt – Schappooh!).Aber eben weil wenig Geld da ist, müssen Ideen her, muss auch mal „quer gedacht“ werden. Leider sind die statisch veranlagten Verwaltungsköpfe dazu nicht in der Lage. Sie denken periodisch und nicht weit reichend und nicht nachhaltig.

In einigen Wochen wird die Kreisverwaltung den „großen Wurf“ verkünden und die Verteilung der Fördergelder bekannt geben. Dann werden sich alle auf die Brust klopfen und von ihren Erfolgen schwadronieren. Kritische Fragen unerwünscht. In zwei Jahren werden dann vielleicht die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Zu einem Zeitpunkt, wenn die erreichten Bandbreiten schon an ihre Grenzen gestoßen sind.

 

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