Berlin (ots) – Die jetzt veröffentlichten Daten von Politikern,
Journalisten und Prominenten scheinen Teil einer schon länger
andauernden Sammlung persönlicher Daten [1] zu sein. Unklar ist
momentan noch, wie die Hacker an die Daten (u.a. private Handynummern
der Betroffenen und ihrer Kontakte) gekommen sind.

Zu der politischen Dimension des Datenverlusts erklärt Patrick
Breyer, Spitzenkandidat der Piratenpartei zur Europawahl: „Der grob
fahrlässige Umgang diverser Politiker mit telefonischen und
elektronischen Kontakten kann nicht nur hohe Funktionsträger
erpressbar machen, sondern bringt auch ihr persönliches Umfeld und
ihre Informanten in Gefahr. Dass selbst prominente Bundespolitiker
und ‚Netzpolitiker‘ ihre Gesprächspartner großen US-amerikanischen
Digitalkonzernen wie Google, Facebook oder Twitter ausliefern, ist
unverantwortlich. Die bisher veröffentlichten Daten sind nur die
Spitze des Eisbergs, den professionelle Hacker und ausländische
Dienste enttarnen könnten.

Der Bundestag sollte jetzt dringend einen Verhaltenskodex zum
Schutz der Sicherheit mandatsbedingter Kontakte ausarbeiten. Außerdem
müssen zum Schutz privater Handynummern ‚Wegwerfnummern‘ für zeitlich
befristete Kommunikation zugelassen werden.“

Der politische Geschäftsführer der Piratenpartei Daniel Mönch
kommentiert: „Dieser Fall zeigt die Auswirkungen von
Sicherheitsschwachstellen bei digitalen Systemen. Offenbar wurden
einige Benutzer durch ein zu schwaches Passwort oder Schadsoftware
kompromittiert.“

Daniel Mönch weiter: „Wir PIRATEN empfehlen allen Betroffenen,
ihre Passwörter sofort zu ändern und ihre Geräte auf Befall mit
Schadsoftware zu überprüfen. Um solchen Angriffen allgemein
vorzubeugen, sollten Passwörter ausreichend lang und komplex gewählt
und regelmäßig geändert werden. Ein aktuelles Anti-Virusprogramm
hilft gegen viele Bedrohungen aus dem Netz. Wo wir Nutzer bisher aber
leider allein gelassen werden, sind Sicherheitslücken. Kommerzielle
Hersteller und Anbieter müssen dringend zur Schließung bekannter
Sicherheitslücken verpflichtet werden. Einbau oder Ausnutzung von
Hintertüren oder Schwachstellen für Schadprogramme wie dem
Staatstrojaner muss verboten werden.“

„Wir hoffen, dass diese Veröffentlichung persönlicher Daten einige
Politiker zum Umdenken in Sachen Datenschutz und Datensicherheit
anregt. Umdenken beginnt schließlich oft dort, wo man selbst
betroffen ist. Der Schutz persönlicher Informationen muss im
Zeitalter der Digitalen Revolution einen ganz neuen Stellenwert
erhalten, denn von ihm hängt zunehmend unsere persönliche Sicherheit
ab. Das Internet ist für viele Menschen kein ‚Neuland‘ oder ‚Noch
nicht durchschrittenes Terrain‘, sondern alltäglicher Arbeitsplatz,
Freizeiteinrichtung, Kontakt zu Freunden und Familien. Viele
Lebensentwürfe beruhen darauf, dass das Internet als freies, offenes,
sicheres und diskretes Medium zur Verfügung steht.“, ergänzt Mönch.

Hintergrund: Die Veröffentlichung von persönlichen Daten ist in
der Netzszene als Doxxing bekannt. Dabei werden persönliche
Informationen über eine oder mehrere Zielpersonen gesammelt, um im
Internet öffentlichkeitswirksam verbreitet zu werden.

[1] Tagesschau zu Hackerangriff:
https://www.tagesschau.de/inland/deutsche-politiker-gehackt-101.html

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