Berlin (ots) –

Quelle: (ots/Capgemini)

– 82 Prozent sehen ihre Erwartungen an AR und VR erfüllt oder
übertroffen
– VR-Einsatz in der Montage senkt bei Ford Verletzungen um
70 Prozent
– Deutsche Unternehmen liegen bei der Umsetzung hinter den
USA, China und Frankreich

Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) könnten in jedem
zweiten Unternehmen in drei bis fünf Jahren zum Standard gehören. AR
steigert dabei vor allem die Produktivität, während VR die Sicherheit
entscheidend erhöht. Deutschland liegt bei der Umsetzung hinter
China, Frankreich und den USA. Dies zeigt die aktuelle Capgemini
Studie „Augmented and Virtual Reality in Operations: A guide for
investment“.

Unternehmen machen gute Erfahrungen mit AR und VR: 82 Prozent der
Unternehmen, die aktuell AR oder VR in ihrem Geschäftsbetrieb
einführen, geben an, dass ihre Erwartungen erfüllt oder gar
übertroffen werden. 50 Prozent der Unternehmen, die bislang keine
immersiven Technologien einsetzen, wollen sich in den nächsten drei
Jahren intensiv mit ihnen befassen. Insgesamt gehen 46 Prozent
beziehungsweise 38 Prozent der Befragten davon aus, dass die
Technologien innerhalb von drei beziehungsweise fünf Jahren bei ihnen
zum Standard werden. Länderübergreifend wird AR am häufigsten
eingesetzt, um digitale Referenzmaterialien hinzuziehen, während in
Deutschland die Qualitätssicherung an erster Stelle steht. VR wird
bevorzugt zur Schulung von Mitarbeitern eingesetzt. Für den Report
befragt wurden mehr als 700 in AR- und VR-Projekte eingebundene
Führungskräfte der Automobil-, Fertigungs- und Versorgungsbranche in
Deutschland, Frankreich, USA, China, Großbritannien und Skandinavien.

Augmented Reality ist leistungsfähiger aber komplexer

Insgesamt sind zwei von drei Unternehmen der Ansicht, dass AR
ihnen größere Vorteile bietet als VR, die Implementierung aber auch
komplexer ist. Übergreifend berichten drei Viertel der Unternehmen,
die ein großes AR- oder VR-Projekt betreiben, dass sie mithilfe der
Technologien einen betrieblichen Vorteil von über zehn Prozent in den
betroffenen Anwendungsfällen erzielen. AR verbindet die digitale mit
der realen Welt und optimiert Arbeitsabläufe bei manuellen Aufgaben,
indem Wearables den freihändigen Zugriff auf Hilfestellungen
ermöglichen. Porsche nutzt AR-Brillen, um Schritt-für-Schritt
Anweisungen und schematische Zeichnungen in Blickrichtung
einzublenden, so dass unter anderem Experten aus der Entfernung
Anweisungen geben können. Die Dauer eine Service-Anfrage zu
bearbeiten, wird damit um bis zu 40 Prozent verkürzt. VR erstellt
rein virtuelle Umgebungen und steigert die Sicherheit und Effizienz,
beispielsweise durch die Simulation risikoreicher Umgebungen für
Schulungen und Trainings. Airbus setzt VR ein, um digitale Modelle
(Mock-Ups) ins Produktionsumfeld zu integrieren und Mitarbeitern ein
komplettes 3D-Modell des Flugzeugs während der Montage zugänglich zu
machen. Die Inspektionsdauer hat sich so von drei Wochen auf drei
Tage verringert.

Deutschland bei der Umsetzung von AR und VR an vierter Stelle

In China haben jeweils 51 Prozent der Unternehmen begonnen, AR und
VR zu implementieren, in den USA gilt dies für 59 Prozent
beziehungsweise 42 Prozent der Unternehmen. In Deutschland führen
aktuell 38 Prozent der Unternehmen AR- und 28 Prozent VR-Lösungen
ein. Die Bundesrepublik liegt damit deutlich hinter den beiden
führenden Nationen sowie hinter Frankreich (48 Prozent / 43 Prozent).
In Skandinavien und Großbritannien sind mehr als zwei Drittel der
Unternehmen maximal in der Experimentierphase. Im Vergleich ist man
in Deutschland zudem deutlich skeptischer gegenüber den Technologien:
So geben über die Hälfte der Befragten in Deutschland an, dass es
sich bei AR (60 Prozent) und VR (55 Prozent) um einen Hype handele.

„Immersive Technologien haben in kurzer Zeit einen weiten Weg
zurückgelegt und werden sich weiter entwickeln. Angesichts der
starken Konkurrenz durch aggressive Investoren in den USA und China
müssen Unternehmen ihre Investitionen fokussieren, um das
langfristige Wachstumspotenzial dieser Technologien zu nutzen“,
betont Udo Lange, Vice President und Experte für Digital Engineering
bei Capgemini Consulting. „Um die besten Ergebnisse mit AR und VR zu
erzielen, benötigen Unternehmen ein zentralisiertes Steuerungsmodell,
auf die Geschäftsstrategie abgestimmte Konzepte sowie die Fähigkeit,
Innovationen und Change Management voranzutreiben.“

Die häufigsten Anwendungsfälle: Reparatur und Wartung sowie
Konstruktion und Montage

In den befragten Branchen Automobil, Fertigung und Versorgung
werden die Technologien von knapp jedem dritten Unternehmen, das AR
und/oder VR verwendet, zur Reparatur und Wartung genutzt.
Insbesondere werden digitale Referenzmaterialien hinzugezogen (31%),
nicht vor Ort anwesende Experten konsultiert (30%), nicht einsehbare
Komponenten digital betrachtet (30%) oder
Schritt-für-Schritt-Anleitungen eingeblendet (29%). Im Bereich
Konstruktion und Montage wird auf digitale Montageanleitungen
zurückgegriffen (28%), die Produktleistung unter Extrembedingungen
geprüft (27%), werden Infrastrukturen aus verschiedenen Perspektiven
visualisiert (27%) und neue Designkomponenten über bestehende Module
projiziert (26%). Bei Ford wurden Verletzungen in der Montage um 70
Prozent und ergonomische Probleme um 90 Prozent reduziert, indem
VR-basierte Körperbewegungssensoren Bewegungsabläufe von Mitarbeitern
erfasst und optimiert haben.

Vier Strategien für den Auf- und Ausbau von AR- und VR-Initiativen

16 Prozent der befragten Unternehmen zählen zu den „Vorreitern“,
die frühzeitig und umfassend AR- und VR-Initiativen angestoßen haben.
Sie konzentrieren sich auf vier Schlüsselstrategien:

1. Ein zentralisiertes Steuerungsmodell und Bewusstsein für AR und
VR schaffen: 78 Prozent der Vorreiter verfügen über zentrale
Teams oder Innovationszentren, um die Aktivitäten übergreifend
zu steuern; verglichen mit nur 51 Prozent der übrigen
Unternehmen.
2. Investitionen in Mitarbeiterqualifikationen: 93 Prozent der
Vorreiter investieren merklich in agile, interne Expertenteams;
verglichen mit 76 Prozent der übrigen Unternehmen.
3. Fokus auf fortlaufende Anwendungsfälle, die Mitarbeiter
langfristig unterstützen: Den richtigen Anwendungsfall zu
finden, ist eine der drei wichtigsten Prioritäten für die
Gruppe der Vorreiter. Gleichzeitig stellt dies für mehr als 50
Prozent der Unternehmen eine Herausforderung dar.
4. Technologieinfrastrukturen auf die Integration vorbereiten:
Datenmangel und fehlende Technologiereife sind die größten
Hemmnisse bei der Einführung von AR und VR. Eine reibungslose
Integration in bestehende Technologien und die entsprechende
Unternehmenskultur sind jedoch essentiell.

Der vollständige Report steht hier kostenlos zum Download bereit:
https://goo.gl/Y6dzxx. Eine Angabe persönlicher Daten ist nicht
erforderlich.

Methodik

Capgemini hat für den Report 709 Personen befragt, die über
weitreichende Kenntnisse zu den AR/VR-Initiativen ihrer Organisation
verfügen. 603 der befragten Unternehmen führen aktuell AR/VR-Projekte
durch oder befinden sich in der Experimentierphase. 73 Prozent der
Unternehmen haben für das Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von über
einer Milliarde US-Dollar angegeben. Die Umfrage wurde von Mai bis
Juni 2018 durchgeführt.

Über Capgemini

Capgemini ist einer der weltweit führenden Anbieter von
Management- und IT-Beratung, Technologie-Services und Digitaler
Transformation. Als ein Wegbereiter für Innovation unterstützt das
Unternehmen seine Kunden bei deren komplexen Herausforderungen rund
um Cloud, Digital und Plattformen. Auf dem Fundament von 50 Jahren
Erfahrung und umfangreichem branchenspezifischen Know-how hilft
Capgemini seinen Kunden, ihre Geschäftsziele zu erreichen. Hierfür
steht ein komplettes Leistungsspektrum von der Strategieentwicklung
bis zum Geschäftsbetrieb zur Verfügung. Capgemini ist überzeugt
davon, dass der geschäftliche Wert von Technologie von und durch
Menschen entsteht. Die Gruppe ist ein multikulturelles Unternehmen
mit 200.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern, das 2017 einen Umsatz
von 12,8 Milliarden Euro erwirtschaftet hat.

Mehr unter www.capgemini.com/de. People matter, results count.

Über das Capgemini Research Institute

Das Capgemini Research Institute ist Capgeminis hauseigener
Think-Tank in digitalen Angelegenheiten. Das Institut veröffentlicht
Forschungsarbeiten über den Einfluss digitaler Technologien auf große
Unternehmen. Das Team greift dabei auf das weltweite Netzwerk von
Capgemini-Experten zurück und arbeitet eng mit akademischen und
technologischen Partnern zusammen. Das Institut hat Forschungszentren
in Großbritannien, Indien und den USA.

Pressekontakt:
Daniel Hardt
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