Berlin (ots) –

Quelle: (ots/Audible GmbH)

Anmoderationsvorschlag:

Denkmalgeschützte Häuser können oft spannende und bewegende
Geschichten erzählen. Bestes Beispiel dafür ist das „Soho House“ in
der „Torstraße 1“ im Herzen Berlins. 1929 als Kreditkaufhaus Jonass
eröffnet, zieht dort nach der Enteignung der jüdischen Inhaber die
NSDAP-Reichsjugendführung ein. Nach dem Krieg nimmt es die SED in
Beschlag, nach der Wende wird es den rechtmäßigen Erben zugesprochen,
die es später dann nach langem Leerstand verkaufen. Die
Schriftstellerin Sybil Volks wohnt ganz in der Nähe der „Torstraße 1“
und erzählt in ihrem gleichnamigen Buch anhand einer fiktiven
Familiengeschichte die ganze Geschichte des Hauses. Die gibt’s, mit
tollen Soundeffekten neu vertont, ab sofort als Audible Original.
Oliver Heinze hat für Sie reingehört.

Sprecher: Berlin, 1929: Bei der Eröffnung des ersten
Kreditkaufhauses der Stadt fällt die hochschwangere Verkäuferin Vicky
plötzlich in Ohnmacht. Wach w ird sie erst wieder auf der hauseigenen
Poststelle, wo sie mithilfe einer Angestellten und eines fremden
Zimmermanns ihre uneheliche Tochter entbindet:

O-Ton 1 (Torstraße 1, 17 Sek.): „Elsa“, sagt Vicky, als sie die
Arme um das Bündel schließt. „Sie soll Elsa heißen.“ Vor dem Fenster
fallen rot und grün leuchtende Kugeln herab. „Ein Feuerwerk“, sagt
der Mann, der ihr den Rücken zuwendet und eine Zimmermannskluft
trägt. „Das Kind muss eine Königin sein.“

Sprecher: Was der Zimmermann da noch nicht weiß: Zur gleichen
Stunde bringt seine Frau Sohn Bernhard auf die Welt. Nicht nur dieses
außergewöhnliche Ereignis schweißt die beiden Familien von da an
zusammen – auch das Kaufhaus spielt für Bernhard und Elsa von da an
ein Leben lang eine wichtige Rolle:

O-Ton 2 (Torstraße 1, 30 Sek.): Sie darf mit Bernhard im Kaufhaus
spielen! Eine Weile ist das Spielen schön, aber irgendwann, als sie
Bernhard nicht findet, wächst eine schreckliche Angst in ihrem Bauch.
Kein Mensch ist mehr zu sehen, die Lichter sind fast alle
ausgegangen, und es ist so still. Sie fängt an zu weinen. Endlich
kommt Bernhard hinter einer Säule hervor. Erschrocken schaut er sie
an. „Meine Mama ist weg.“ Sie kann nicht aufhören zu heulen. Bernhard
nimmt sie bei der Hand. „Wir suchen sie.“

Sprecher: Auch später, als die Nazis die Macht übernehmen und die
jüdischen Kaufhausbesitzer enteignen, bleiben Bernhard und Elsa
unzertrennlich.

O-Ton 3 (Torstraße 1, 22 Sek.): Sie tappte im Dunkeln durch das
Zimmer, schlüpfte wieder zu Bernhard unter die Decke und hielt die
halb volle Flasche in der Hand. „Auf unseren sechzehnten Geburtstag,
den wir nicht zusammen gefeiert haben!“ Sie nahm einen Schluck,
reichte ihm die Flasche. „Und auf unseren fünfzehnten! Und
vierzehnten!“, prostete Bernhard ihr zu. „Auf unsere letzte Begegnung
in unserem Haus!“, sagte sie.

Sprecher: Die Torstraße 1 bleibt aber auch danach ihr gemeinsamer
Anker – über die Berliner Mauer hinweg und über die Wende hinaus.
Sogar dann noch, als das alte Kaufhaus 2009, 80 Jahre nach ihrer
Geburt, in einen schicken Club umgewandelt wird:

O-Ton 4 (Torstraße 1, 31 Sek): „Ich bin so froh, dass du hier
bist“, murmelt Bernhard und streicht der Frau, die zur selben Stunde
geboren wurde wie er, über den Rücken. Wie weich Elsa sich anfühlt.
Wie sonderbar, dass wir uns über all die Jahrzehnte hinweg nie ganz
aus den Augen verloren haben, denkt er. Als sei der Umstand unserer
Geburt immer festes Band genug gewesen. Und weil das Band nie
gerissen ist, stehen sie heute hier. Bernhard und Elsa. Die beiden
ältesten Zeitgenossen weit und breit.

Abmoderationsvorschlag:

Mehr über Bernhard und Elsa, deren Leben 80 Jahre lang und über
zwei Staaten hinweg untrennbar mit der Torstraße 1 verbunden bleiben,
erfahren Sie ab sofort im gleichnamigen Hörbuch von Sybil Volks. Das
wurde jetzt ganz neu vertont und ist ab sofort exklusiv als Audible
Original downloadbar. Weitere Infos dazu finden Sie unter
www.audible.de/tipp.

Pressekontakt:
Audible GmbH
Silvia Jonas
Tel.: 030-310 191 132
Mail: silvia.jonas@audible.de

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Quelle: https://www.presseportal.de/pm/56459/4125408