6_Nachtcafe_2020.jpgBaden-Baden (ots) – Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Selfmade-Millionär Michael Hausenblas, der vom Schulabbrecher zum erfolgreichen Unternehmer wurde / Fr., 18.9., 22 Uhr, SWR Fernsehen

„Über Geld spricht man nicht“ ist ein geflügeltes Wort – und tatsächlich ist das Thema für viele ein Tabu. Während die einen den Neid fürchten, wenn sie preisgeben, wie viel sie haben, schämen sich andere für ihre Armut. Nicht wenige, die zu Geld gekommen sind, sind überzeugt, jeder trage den Schlüssel zum Reichtum in sich selbst. Doch was, wenn man zwar Vollzeit arbeitet, das Gehalt aber nicht zum Leben reicht? Im vergangenen Jahr war jeder Sechste von Armut bedroht; eine Zahl, die sich durch die Corona-Krise vermutlich noch steigert. Nichts zu haben, nicht mithalten zu können, erfüllt Menschen oft mit Scham. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Manche betonen: Wer Geld hat, hat Verantwortung. Einige Millionäre fordern sogar eine höhere Besteuerung ihrer eigenen Einkünfte. Und dann sind da noch diejenigen, die die Nase voll haben von all dem: als Aussteiger oder Selbstversorger suchen sie ihr Glück fernab des Monetären. Wie viel Geld braucht man zum Leben? Und wie gerecht ist es in Deutschland verteilt? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „NACHTCAFÉ: Lasst uns über Geld reden“ am Freitag, 18. September, 22 Uhr, im SWR Fernsehen. Nach Ausstrahlung ist die Folge ein Jahr lang in der ARD Mediathek verfügbar.

Die Gäste im „NACHTCAFÉ“:

Michael Hausenblas ist Millionär und stolz auf seinen hart erarbeiteten Reichtum
Schnelle Autos, schicke Yachten, Unabhängigkeit – das war schon früh das Ziel
von Michael Hausenblas. Tatsächlich wurde aus dem Schulabbrecher mit
Hauptschulabschluss durch viel Ehrgeiz ein Selfmade-Millionär. Ein Weg, der
jedem offen steht, davon ist der schwäbische Unternehmer überzeugt: „Ich bin nicht
talentierter und nicht besser als die anderen. Ich war immer nur eines – fleißiger.“

Tina Spindler kommt mit dem Gehalt in einem städtischen Klinikum kaum über die Runden
Schuften bis zum Umfallen und ein Gehalt, das kaum zum Leben reicht – so sieht das
Leben bei Tina Spindler aus. Die 47-jährige Vorarbeiterin in einem städtischen
Klinikum kämpft als Betriebsrätin gegen diese Ungerechtigkeit, doch eine Lösung
scheint nicht in Sicht. „Für mich ist es so, dass ich gucke, wo ich sparen kann. Gegen
Ende des Monats wird es immer eng. Das ist eine Situation, die ich als Betroffene als
sehr ungerecht und falsch empfinde.“

Stefanie Bremer ist Millionenerbin und fordert höhere Steuern für Reiche
Stefanie Bremer besitzt als Unternehmenserbin Millionen – ein Reichtum, der für sie
Verantwortung bedeutet: „Vermögen und Privileg ist immer Macht. Die Vermögenden
sind die, die ganz oben sind und die Möglichkeit haben, für die zu sorgen, denen es
nicht so gut geht.“ Gerne würde sie deshalb mehr davon abgeben, doch mit ihrem
Ansinnen macht sie sich die junge Millionärin auch in der eigenen Familie nicht nur
Freunde.

Ingeborg Maidhof muss wegen ihrer kleinen Rente zur Tafel gehen
Hinter Ingeborg Maidhof liegt ein Leben voller Arbeit – ihren Ruhestand verbringt sie
dennoch an der Armutsgrenze. Jede unerwartete Ausgabe – vom kaputten Elektrogerät
bis zur Zahnarztrechnung – wird für die Münchnerin zum großen Problem. Da sie mit
ihrer Rente kaum über die Runden kommt, ist sie auf Hilfsangebote wie kostenloses
Mittagessen oder die Tafeln angewiesen – und schämt sich dafür: „Wenn man zur
Tafel geht, fühlt man sich wie eine Bettlerin.“

Florian Zimmermanns florierendes Unternehmen ging aufgrund der Corona-Krise Pleite
Florian Zimmermann hatte sich innerhalb weniger Jahre in der
Veranstaltungsbranche ein florierendes Unternehmen aufgebaut; für 2020 erwartete
er einen Gewinn von 1,4 Millionen Euro. Doch durch Corona wurde quasi über Nacht
aus dem erwarteten Millionengewinn ein Schuldenberg: „Gehen Sie hin, nehmen sie
alles, was Ihnen wirklich wichtig und teuer ist, inklusive all ihres Geldes – und zünden
sie es an. Setzen Sie sich davor und schauen sie zu, wie langsam alles abbrennt – so
würde ich das Gefühl beschreiben.“

Christoph Butterwegge ist Politikwissenschaftler und Armutsforscher
Als Wissenschaftler beschäftigt sich Prof. Dr. Christoph Butterwegge mit der Frage,
wie gerecht das Vermögen bei uns verteilt ist. „Es ist absurd, wenn Menschen, die sich
für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen, unterstellt wird, das wären irgendwelche
Neidgefühle. Das hat mit Neid nichts zu tun, sondern es ist die Befürchtung, dass die
Gesellschaft gespalten wird und Schaden nimmt.“

„NACHTCAFÉ“ – Talk auf Augenhöhe, Dreh mit reduziertem Studiopublikum
Das „NACHTCAFÉ“ ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen. Diese Sendung wurde mit reduziertem Studiopublikum aufgenommen, um auf Hygieneabstände zum Gesundheitsschutz Rücksicht zu nehmen.

„NACHTCAFÉ: Lasst uns über Geld reden“ am Freitag, 18. September 2020, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Weitere Informationen unter http://swr.li/nachtcafe-geld

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, grit.krueger@SWR.de

Quelle:„NACHTCAFÉ: Lasst uns über Geld reden“


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