2_Nachtcafe.jpgBaden-Baden (ots) – Von Alkohol bis Crystal Meth – die Liste der Stoffe, die Menschen süchtig machen können, ist lang. Schnell wird aus dem gelegentlichen Griff zur Flasche oder Pille eine Sucht, um die sich dann das ganze Leben dreht. 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, mehr als 600.000 sind illegalen Drogen verfallen und Schätzungen zufolge sind 2,3 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Persönliche Krisen, Trennungen, Druck im Beruf, falsche Freunde, Gruppenzwang – Gründe, aus denen Menschen zu Drogen greifen, sind vielfältig. Oftmals ist der Übergang vom ersten Versuch über den gelegentlichen Konsum bis hin zur lebensbeherrschenden Sucht fließend. Erst wenn es zu spät ist, stellen Betroffene fest, dass sie ihr Leben ohne die tägliche Dosis nicht mehr bestreiten können. Auch Angehörige sind von der Sucht betroffen. Warum greifen Menschen zu Drogen? Wie entkommt man diesem Teufelskreis? Wie kann man Angehörige und Freunde beim Weg aus der Sucht unterstützen? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „NACHTCAFÉ: Die tägliche Dosis – wenn Sucht das Leben beherrscht“ am Freitag, 16. Oktober, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Die Gäste im „NACHTCAFÉ“:

Viktoria Tapp lebte neun Jahre lang in Co-Abhängigkeit mit ihrem alkoholkranken Partner
Als sie ihren Mann kennenlernte, war es für Viktoria Tapp zunächst die Liebe ihres Lebens – und so wollte sie nicht wahrhaben, was Freunde und Verwandte schon bald erkannten: Ihr Partner hatte ein Alkoholproblem. Insgesamt neun Jahre lang lebte sie in Co-Abhängigkeit und ordnete ihr Leben der Sucht des zunehmend aggressiven Lebensgefährten unter. Bis sie schließlich zusammenbrach. „Ich war zu dumm, zu erkennen, dass ich das nicht gewinnen kann“, sagt Tapp heute.

Bernd Thiele leidet unter dem fetalen Alkoholsyndrom
„Manchmal denke ich, hätte sie mich doch im Bauch getötet“, sagt Bernd Thiele über seine Mutter. Als Alkoholikerin trank sie auch während der Schwangerschaft. Deshalb erlitt Thiele bereits im Mutterleib schwere Hirnschäden, unter denen er ein Leben lang leiden muss. Er wuchs in Pflegefamilien auf und lernte seine leiblichen Eltern nie kennen. Gemeinsam mit Filmemacher und Freund Tim Boehme machte er sich schließlich auf die Suche nach seinen Wurzeln.

Ina Milert verlor ihre Tochter Lea durch Drogen
Als Ina Milert durch Zufall in einem Chat las, dass ihre Tochter Lea mit einer Freundin Heroin ausprobieren wollte, fiel sie aus allen Wolken. Ihre erst 13-jährige Tochter hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch schon einige Drogenexzesse hinter sich. Trotz aller Versuche und mehrerer Entzüge schaffte es Lea nicht, von den Drogen loszukommen. Sie entglitt der Mutter immer mehr und nahm sich nach einem Rückfall schließlich das Leben. „Ich mache mir bis heute Vorwürfe“, sagt Ina Milert.

Dominik Forster musste aufgrund von Drogen ins Gefängnis
Crystal, LSD, Kokain, Speed, Ecstasy: Dominik Forster hat fast alle Drogen genommen. Es war die Suche nach Anerkennung, die ihn zunächst zu Cannabis, dann zu immer härteren Drogen brachte. „Mit 21 war mein Leben dermaßen im Arsch, dass die beste Option gewesen wäre, mich umzubringen“, sagt Forster. Weil er seinen Konsum als Dealer finanzierte, landete er schließlich im Gefängnis – dies wurde zum Wendepunkt für ihn: Seit zehn Jahren lebt er mittlerweile drogenfrei.

Dr. Sylvia Claus ist als Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie tätig
Die Psychiaterin, Neurologin und Psychotherapeutin Dr. Sylvia Claus weiß: Sucht ist eine schwere Erkrankung, die das Leben in vielen Bereichen beherrscht und eine umfassende Behandlung nötig macht. Oft werden Suchterkrankungen allerdings verharmlost, so die Expertin: „Es gibt in der Gesellschaft häufig die Idee, man müsse sich einfach nur zusammenreißen.“

„NACHTCAFÉ“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe
Das „NACHTCAFÉ“ ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen. Diese Sendung wurde mit reduziertem Studiopublikum aufgenommen, um auf Hygieneabstände zum Gesundheitsschutz Rücksicht zu nehmen.

„NACHTCAFÉ: Die tägliche Dosis – wenn Sucht das Leben beherrscht“ am Freitag, 16. Oktober 2020, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Weitere Informationen unter: http://swr.li/nachtcafe-sucht

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, grit.krueger@SWR.de

Quelle:„NACHTCAFÉ“ zum Thema Sucht


Importiert mit WPna von Tro(v)ision