Mainz (ots) –

Quelle: (ots/ZDF)

Dass die Rentenversicherung vor großen bis sehr großen Problemen
steht, ist schon länger fast einhellige Auffassung der Deutschen.
Auch jetzt meinen das 89 Prozent aller Befragten, nur 10 Prozent
sehen hier nicht so große oder überhaupt keine Probleme (Der Rest zu
100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“). Die
individuelle Perspektive ist dabei aber in Abhängigkeit vom Alter
sehr unterschiedlich: Insgesamt sagen 52 Prozent aller Befragten,
dass sie sich im Alter finanziell sehr gut oder gut abgesichert
fühlen und 46 Prozent meinen, dass sie da nicht so gut oder überhaupt
nicht abgesichert sind. Je älter die Befragten sind, desto besser
beurteilen sie ihre eigene Situation: So sprechen 75 Prozent der
Befragten ab 70 Jahre von einer (sehr) guten eigenen finanziellen
Absicherung, während das nur 32 Prozent der unter 30-Jährigen im
Alter erwarten. Einen signifikanten Unterschied gibt es auch zwischen
Ost und West: Während 53 Prozent der Westdeutschen von einer (sehr)
guten Absicherung im Alter sprechen, erwarten das in Ostdeutschland
nur 45 Prozent.

Rentenkompetenz

Die Diskussion um das in dieser Woche verabschiedete Rentenpaket
und der Streit darüber zwischen der Union und der SPD haben
offensichtlich Wirkung gezeigt: Waren im Juli letzten Jahres noch 31
Prozent der Meinung, dass die CDU/CSU bei diesem Thema die größere
Kompetenz besitzt und nur 21 Prozent das der SPD bescheinigten (keine
Partei: 22 Prozent; weiß nicht: 17 Prozent), wird der Union jetzt nur
noch von 21 Prozent hier das meiste zugetraut und von 23 Prozent der
SPD (keine Partei: 26 Prozent; weiß nicht: 19 Prozent).

Maßnahmen zur Lösung der Probleme bei der Rente

In Zukunft wird es erhebliche Finanzierungsprobleme bei der Rente
geben, weil wegen der demographischen Entwicklung immer mehr
Rentenbeziehern immer weniger Beitragszahler gegenüberstehen. Deshalb
wurde danach gefragt, welche Maßnahmen man hier befürwortet: Mit 82
Prozent stößt die Einbeziehung der Beamten und aller Selbstständigen
in die gesetzliche Rentenversicherung auf die deutlichste Zustimmung
(dagegen: 15 Prozent), danach folgt mit 72 Prozent Zustimmung
(dagegen: 20 Prozent) eine Anhebung des Zuschusses durch
Steuermittel. Mehrheitlich abgelehnt werden hingegen die Maßnahmen
„Beiträge erhöhen“ (dafür: 38 Prozent; dagegen: 56 Prozent),
„Renteneintrittsalter erhöhen“ (dafür: 13 Prozent; dagegen: 84
Prozent) und „Rentenniveau senken“ (dafür: 8 Prozent; dagegen 86
Prozent).

Gefahr durch Rechtsextreme

Nach den Vorfällen in Chemnitz nehmen 76 Prozent aller Befragten
eine sehr große oder große Gefahr für die Demokratie durch
Rechtsextreme wahr, 23 Prozent sehen das nicht so. Während in allen
Parteianhängergruppen sehr deutliche Mehrheiten von einer
Demokratiegefährdung durch Rechtsextreme ausgehen, wird die Gefahr
durch Rechtsextreme bei den AfD-Anhängern deutlich weniger
problematisch beurteilt: Nur 34 Prozent von ihnen erkennen hier eine
Gefährdung, 65 Prozent sehen das nicht so. Sowohl der Polizei und den
Behörden (52 Prozent) als auch der Politik (72 Prozent) wird
mehrheitlich vorgeworfen, dass sie nicht genug gegen rechtsextreme
Gruppierungen und Ansichten tun (tun genug: 41 Prozent bzw. 22
Prozent).

AfD auf Rekordhoch

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die
Union auf 31 Prozent (unverändert) und die SPD auf 18 Prozent
(unverändert). Die AfD kann sich auf 17 Prozent (plus 1) verbessern.
Das ist der beste Projektionswert, den sie bisher im Politbarometer
erreicht hat. Die FDP läge bei 8 Prozent (unverändert), die Linke bei
8 Prozent (minus 1) und die Grünen bei 14 Prozent (minus 1). Die
anderen Parteien erreichten zusammen 4 Prozent (plus 1). Neben einer
großen Koalition hätte damit von den derzeit politisch denkbaren
Bündnissen nur eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen
eine parlamentarische Mehrheit.

Top Ten: wenig Veränderungen

Im Vergleich zu vor drei Wochen werden die meisten der nach
Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker
etwas schlechter oder unverändert beurteilt: Von diesen zehn
Politikern wird Wolfgang Schäuble am besten bewertet. Er erhält auf
der Skala von +5 bis -5 einen unveränderten Durchschnittswert von
1,7. Danach folgen Cem Özdemir mit 0,9 (Aug. I: 1,1), Olaf Scholz
ebenfalls mit 0,9 (Aug. I: 1,0), auch Angela Merkel mit 0,9
(unverändert), Heiko Maas mit 0,8 (Aug. I: 0,9). Unverändert bleiben
Christian Lindner mit 0,3, Sahra Wagenknecht mit 0,2 und Ursula von
der Leyen mit 0,1, während Andrea Nahles mit 0,0 (Aug. I: 0,1)
leichte Ansehensverluste hinnehmen muss. Nicht mehr ganz so negativ
wie in den letzten Wochen wird Horst Seehofer jetzt mit minus 0,5
(Aug I: minus 0,8) bewertet.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 28. bis 30. August 2018 bei 1.216 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz-
als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der
Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/-
drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-
zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 32
Prozent, SPD: 20 Prozent, AfD: 14 Prozent, FDP: 9 Prozent, Linke: 8
Prozent, Grüne: 14 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF
am Freitag, 14. September 2018. Weitere Informationen zur Methodik
der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch
auf www.forschungsgruppe.de.

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