Mainz (ots) –

Quelle: (ots/ZDF)

Nach dem Personalwechsel an der Spitze der CDU legt die Union zu,
und die neugewählte CDU-Vorsitzende, Annegret Kramp-Karrenbauer,
verbessert sich deutlich.

Mehrheitlicher Rückhalt für AKK

Die Entscheidung für Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Parteitag
der CDU war recht knapp ausgefallen. In der Gesamtbevölkerung und
besonders bei den Anhängern der CDU/CSU ist eine deutliche Mehrheit
der Meinung, dass sie die Richtige für das Amt des CDU-Vorsitzes ist:
55 Prozent aller Befragten und 72 Prozent der Unions-Anhänger sehen
das so. Gegenteiliger Auffassung sind 28 Prozent aller Befragten und
17 Prozent bei den Anhängern der CDU/CSU. (Rest zu 100 Prozent hier
und im Folgenden jeweils „weiß nicht“).

Kann AKK die zerstrittene CDU einen?

Eine Mehrheit (60 Prozent) nimmt die CDU in wichtigen politischen
Fragen eher als zerstritten denn als einig (34 Prozent) wahr. Die
meisten (53 Prozent) erwarten, dass sich auch unter der neuen
Parteivorsitzenden daran nicht viel ändern wird. 25 Prozent glauben,
dass die Einigkeit eher zunehmen wird, und 12 Prozent erwarten sogar
eine wachsende Zerstrittenheit.

AKK, Merkel und das Kanzleramt

Gespalten sind die Befragten, wenn es um ein Urteil über die
Kanzler-Fähigkeit von AKK geht. 38 Prozent halten sie für geeignet,
und 41 Prozent sehen das nicht so. Auch bei den CDU/CSU-Anhängern ist
eine gewisse Skepsis spürbar: Nur 54 Prozent gehen davon aus, dass
AKK Kanzlerin kann, während gut ein Viertel (29 Prozent) das
bezweifelt. Ein klare Mehrheit (68 Prozent) findet es gut, wenn
Angela Merkel bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 Bundeskanzlerin
bleibt (nicht gut: 29 Prozent).

Top Ten: Wolfgang Schäuble mit deutlichen Ansehensverlusten

Die ersten vier Plätze der Top Ten werden dieses Mal aufgrund von
Unterschieden im Hundertstel-Bereich vergeben: Alle vier erreichen
jetzt auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 1,3.
Auf Platz eins liegt mit sehr starken Einbußen (Nov.II: 1,8) Wolfgang
Schäuble, auf Platz zwei Robert Habeck (Nov.II: 1,5), den weiterhin
mehr als die Hälfte der Befragten mangels Bekanntheit nicht bewerten
kann. Platz drei geht an Angela Merkel (Nov.II: 1,1) und Platz vier
an Annegret Kramp-Karrenbauer, die sich deutlich verbessern kann
(Nov.II: 1,0). Danach folgen Olaf Scholz mit 0,9 (Nov.II: 1,0), Heiko
Maas mit 0,7 (Nov.II: 0,5), Christian Lindner mit unveränderten 0,4
und Friedrich Merz mit 0,2 (Nov.II: 0,3). Weiter im Negativbereich
befinden sich Andrea Nahles mit minus 0,4 (Nov.II: minus 0,3) und
Horst Seehofer mit minus 1,2 (Nov.II: minus 1,3).

Projektion:

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die
CDU/CSU auf 30 Prozent (plus 3) und die SPD auf 15 Prozent (plus 1)
ebenso wie die AfD (minus 1). Die FDP läge bei 7 Prozent (minus 1),
die Linke bei unveränderten 9 Prozent, die Grünen bei 19 Prozent
(minus 3) und die anderen Parteien zusammen bei 5 Prozent (plus 1).
Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen eine knappe
parlamentarische Mehrheit.

Brexit

Dass Großbritannien aus der EU ausscheidet, finden 8 Prozent aller
Befragten gut, 21 Prozent ist das egal, und 68 Prozent finden es
schlecht. Allerdings spricht sich eine deutliche Mehrheit (79
Prozent) dagegen aus, weitere Zugeständnisse beim Ausstiegsvertrag
gegenüber Großbritannien zu machen, 13 Prozent wären für weitere
Zugeständnisse.

Klimawandel und Klimaschutz

82 Prozent meinen, dass der Klimawandel auch für uns in
Deutschland ein sehr großes oder großes Problem darstellt, lediglich
18 Prozent sehen das nicht so. Entsprechend groß fällt die Kritik
aus, wenn es um das Engagement für den Klimaschutz geht. Am
häufigsten (76 Prozent) wird kritisiert, dass die Unternehmen bei uns
zu wenig für den Klimaschutz tun (gerade richtig: 16 Prozent; zu
viel: 2 Prozent), 71 Prozent meinen, die Bürger bei uns tun zu wenig
dafür (gerade richtig: 21 Prozent; zu viel: 4 Prozent). Gut zwei
Drittel (69 Prozent) kritisieren hierbei die Politik (gerade richtig:
19 Prozent; zu viel: 10 Prozent).

Positive persönliche Jahresbilanz

Ähnlich wie in den Vorjahren sagen 76 Prozent aller Befragten,
dass 2018 für sie persönlich eher ein gutes Jahr war, für 21 Prozent
war es ein schlechtes. Die meisten (67 Prozent) gehen davon aus, dass
sich für sie im nächsten Jahr nicht so viel ändern wird, 28 Prozent
erwarten, dass 2019 besser laufen wird, und nur 4 Prozent meinen,
dass sich die Lage für sie verschlechtern wird.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 11. bis 13. Dezember 2018 bei 1268 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz-
als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der
Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/-
drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-
zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 32
Prozent, SPD: 17 Prozent, AfD: 11 Prozent, FDP: 7 Prozent, Linke: 8
Prozent, Grüne: 21 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF
am Freitag, 11. Januar 2019.

Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen
Frageformulierungen: www.forschungsgruppe.de

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