München (ots) –

Quelle: (ots/Genossenschaftsverband Bayern)

Bayerns Bürgerinnen und Bürger sind mit ihren Lebensumständen
zufriedener als noch zum Jahresauftakt – trotz der aktuellen
Konjunkturschwäche. Das zeigt die neueste Messung des im Auftrag der
bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ermittelten Heimatindex.
Das Wohlfühlbarometer erreichte bei der Sommer-Umfrage 70 von 100
Punkten, wie der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) heute bekannt
gab. Das ist ein Zähler mehr als bei der Erhebung im Frühjahr dieses
Jahres.

Hohe Zufriedenheit mit Bildungsangeboten

„Die Bayern lassen sich von der aufziehenden Wirtschaftsflaute
nicht ins Bockshorn jagen“, fasste GVB-Präsident Jürgen Gros das
Ergebnis zusammen. Deutlich wird das an der Bewertung von
Arbeitsplatzzufriedenheit und persönlicher finanzieller Situation
durch die Befragten. Diese Teilkategorie des Heimatindex blieb mit 67
von 100 Punkten im Vergleich zur Frühjahrs-Umfrage stabil. Dass sich
die konjunkturelle Abkühlung nicht stärker niedergeschlagen hat,
liegt nach Einschätzung des GVB an der unverändert hohen
Beschäftigungsquote. Gros: „Die Wachstumsschwäche der Wirtschaft
bekommen die meisten Beschäftigten bislang nicht direkt zu spüren.
Das zeigt sich auch an der immer noch hohen Nachfrage nach
Immobilienkrediten bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken.“

Zum leichten Anstieg des Heimatindex trug insbesondere die
deutlich gestiegene Zufriedenheit der Bayern mit Bildungsangeboten
bei. Dafür vergaben die Befragten 73 Punkte und damit vier Zähler
mehr. „Die Akzente und Investitionen in der Bildungspolitik kommen
ganz offensichtlich bei den Einwohnern des Freistaats an“,
kommentierte Gros. Auch die Zufriedenheit mit Infrastruktur und
Grundversorgung nahm um einen Punkt zu. Sie notiert mit 57 Zählern
allerdings auf einem weiterhin niedrigen Wert.

Sicherheitsbedenken bei den Befragten nehmen zu

„Die Bayern sind nicht frei von Sorgen – auch das lässt sich aus
der jüngsten Heimatindex-Erhebung ablesen“, sagte Gros weiter. So
fühlen sich die Umfrageteilnehmer zunehmend weniger vor Kriminalität
und Verbrechen geschützt. Ihr Sicherheitsgefühl bewerten sie daher
lediglich mit 51 Punkten. Im Frühjahr 2019 waren es noch 53 Zähler,
zwölf Monate vorher sogar 60. Gros: „Das Sicherheitsempfinden der
Bürgerinnen und Bürger hat spürbar nachgelassen.“ Offizielle
Statistiken bescheinigten Bayern zwar ein hohes Sicherheitsniveau.
Dies decke sich aber nicht mit der subjektiven Wahrnehmung.

Auch die gestiegene Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger
für Klimawandel und Artenschutz spiegelt sich im Heimatindex wider.
So lässt sich erklären, warum die Bayern den Zustand der Umwelt im
Freistaat deutlich kritischer bewerten. Sie vergaben lediglich 55 von
100 Punkten. Das sind im Vergleich zur Frühjahrsmessung fünf Punkte
weniger. Gros: „Umweltthemen sind in den vergangenen Monaten ins
Bewusstsein vieler Bürger gerückt. Auch der heiße und trockene Sommer
hat Eindruck hinterlassen.“

Lebenszufriedenheit: Bayern liegt wieder über dem
Bundesdurchschnitt

Im Bundesvergleich bescheinigt die aktuelle Umfrage dem Freistaat
ein hohes Zufriedenheitslevel. Auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie
alles in allem mit Ihrem Leben?“ vergaben die Bayern bei der
Sommer-Erhebung im Durchschnitt 75 Punkte (+1 Punkt gegenüber dem
Jahresbeginn). Damit schneiden sie deutlich besser ab als der
bundesweite Vergleichswert, der um 5 auf 71 Punkte absackte. Diese
gegensätzliche Entwicklung in Bund und Freistaat ist der speziellen
bayerischen Wirtschaftsstruktur geschuldet: In der exportorientierten
Industrie, die in Bayern besonders stark vertreten ist, hatte sich
die Stimmung bereits im Herbst 2018 abgekühlt. Dies hatte die
Grundzufriedenheit schon bei der Frühjahrsbefragung belastet. Mit
Zeitverzögerung hat sich nun auch das Empfinden in den anderen
Bundesländern angepasst.

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Der Heimatindex der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken
wird halbjährlich im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage
vom Meinungsforschungsinstitut GMS Dr. Jung GmbH ermittelt. Dazu
bewerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Kategorien
„Allgemeine Lebenszufriedenheit“, „Vernetzung mit Freunden und
Familie“, „Freizeit, Kultur und Bildung“, „Arbeitsplatz und
persönliche finanzielle Situation“, „Wohnen, Umwelt und Sicherheit“
sowie „Technische Infrastruktur und Grundversorgung“ mit 0 bis 100
Punkten. Aus diesen Teilergebnissen wird der Index berechnet.

Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vertritt seit mehr
als 125 Jahren die Interessen bayerischer Genossenschaften. Zu seinen
1.242 Mitgliedern zählen 236 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie
mehr als 1.000 Unternehmen aus Branchen wie Landwirtschaft, Energie,
Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Sie bilden mit rund 50.000
Beschäftigten und 2,9 Millionen Anteilseignern eine der größten
mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (Stand:
31.12.2018)

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