London (ots) –

Quelle: (ots/Coller Capital)

– Der Brexit wird nach Meinung institutioneller Investoren
(Limited Partners, LPs) wenige oder überhaupt keine
Gelegenheiten für Private Equity (PE) schaffen. Die einzige
Chance bestehe darin, britische Vermögenswerte möglicherweise
billig zu erwerben
– LPs sind der Ansicht, dass von PE-Gesellschaften finanzierte
Unternehmen im Verlauf des Konjunkturzyklus besser abschneiden
werden als andere Unternehmen
– Investoren vergleichen die Bewertungen von „Einhorn“-Unternehmen
mit der Dotcom-Blase
– Investoren sind der Meinung, dass Diversitäts-Initiativen mehr
Zeit und Arbeit seitens der Private-Equity-Branche erfordern

Laut dem neuesten Global Private Equity Barometer von Coller
Capital glauben drei Viertel der Private-Equity-Investoren (Limited
Partners oder LPs) weltweit, dass eine Fortsetzung der
internationalen Handelsstreitigkeiten die Erträge aus
Private-Equity-Anlagen beeinträchtigen würde.

In Bezug auf den Brexit glaubt weltweit fast die Hälfte der LPs,
dass das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU keine neuen
Gelegenheiten für Private-Equity-Anlagen mit sich bringen wird. Ein
ähnlicher Prozentsatz ist der Meinung, dass sich die Chancen
beschränken werden auf den Erwerb britischer Vermögenswerte zu einem
günstigen Preis. Lediglich 17 Prozent der Limited Partners sehen
Investmentchancen aufgrund einer Lockerung aufsichtsrechtlicher
Bestimmungen. Nur 13 Prozent der LPs glauben, dass das
Private-Equity-Segment von besseren Exportmöglichkeiten für britische
Unternehmen profitieren könnte. Auf europäischer Ebene ist nur einer
von 20 LPs der Ansicht, dass sich der Brexit positiv auf das
europäische Private-Equity-Geschäft insgesamt auswirken wird – zwei
von fünf Investoren hingegen glauben, dass die Auswirkungen schädlich
sein werden.

„Die Investoren signalisieren klar, dass die politischen
Entscheidungen der kommenden Monate reale Auswirkungen auf die
globalen Konjunkturaussichten haben werden“, fasst Jeremy Coller,
Chief Investment Officer von Coller Capital, zusammen. „Für die
Regierungen und Politiker ist es jetzt an der Zeit, ihre
ideologischen Programme zurückzustellen und sich auf das Wohlergehen
und den Wohlstand ihrer Wähler zu konzentrieren.“

Viele Investoren verfolgen im Hinblick auf die wirtschaftliche
Entwicklung bereits einen von Vorsicht geprägten Ansatz – rund die
Hälfte der LPs haben ihre Anlagestrategien oder -modelle angepasst,
um sicherzustellen, dass sie auch für einen Abschwung gut aufgestellt
sind. Gleichzeitig herrscht auf der Anlegerseite Zuversicht, dass die
von Private Equity auferlegte Disziplin die Widerstandsfähigkeit von
Unternehmen stärkt. Nahezu 75 Prozent der LPs glauben, dass
PE-finanzierte Unternehmen besser abschneiden werden als andere, wenn
sie künftig mit schwierigeren wirtschaftlichen Bedingungen
konfrontiert werden.

„Den Anlegern sind die kommenden Herausforderungen in der
Wirtschaft bewusst“, sagt Michael Schad, Partner bei Coller Capital.
„Insbesondere europäische Investoren bereiten sich vor, indem sie
ihre Private-Equity-Anlagen aufstocken und damit ihr Vertrauen zum
Ausdruck bringen, dass sich die PE-Branche im nächsten Abschwung als
widerstandsfähig erweisen wird.“

Venture Capital

Risikokapital (Venture Capital, VC) ist für die zwei Drittel aller
LPs, die in diesem Bereich investieren, profitabel – das Barometer
zeigt eine wesentliche Verbesserung der Renditeerwartungen dieser
Investoren über die letzten fünf Jahre. Mehr als vier von fünf
Risikokapital-Investoren erwarten, dass ihre nordamerikanischen
Anlagen in den nächsten drei bis fünf Jahren eine jährliche
Nettorendite von mindestens 11 Prozent erbringen werden. Dasselbe
gilt für zwei von drei LPs, die in europäisches Risikokapital
investieren, und für mehr als 75 Prozent der Investoren, die Geld in
Unternehmen mit Schwerpunkt auf dem asiatisch-pazifischen Raum
anlegen.

Besonders auffällig ist die Verbesserung der europäischen
Venture-Capital-Renditen im Zeitverlauf. Im Barometer für den Winter
2013/2014 erwartete jeder dritte LP Nettorenditen von höchstens 5
Prozent aus europäischen VC-Anlagen. Mittlerweile teilt diese
Einschätzung nur noch ein LP von zwölf.

Im Hinblick auf die Sektorgewichtungen planen die jetzt befragten
VC-Investoren eine Verstärkung ihrer Engagements in den Bereichen
Internet und Software, Gesundheitswesen und Finanztechnologie. Viele
von ihnen betrachten jedoch die aktuellen Bewertungen mit einiger
Skepsis. Drei Viertel der Private-Equity-Investoren fühlen sich durch
die Vielzahl der „Einhörner“ (Technologie-Start-Ups mit Bewertungen
von 1 Mrd. US-Dollar oder mehr) im Markt an die Dotcom-Ära erinnert.

Private-Equity-Investitionen in Schwellenländer

Im asiatisch-pazifischen Raum ansässige Investoren zeigen sich
hinsichtlich der Aussichten für Private-Equity-Investitionen in
Schwellenländern optimistischer als ihre Kollegen in anderen
Regionen. Jeder zweite von ihnen erwartet in den nächsten drei Jahren
eine Verbesserung der Aussichten; diese Sichtweise teilt nur jeweils
ein Drittel der LPs in Nordamerika und Europa.

Die große Mehrheit der LPs erwartet für fast alle Schwellenländer
eine Ausweitung statt einer Verringerung ihrer Engagements. Die
einzigen Ausnahmen sind die Märkte in Zentral- und Osteuropa sowie im
Nahen Osten, wo einige Investoren von einer Reduzierung ihrer
Beteiligungen ausgehen.

Aufgrund der jüngsten Probleme beim Private-Equity-Fondsanbieter
Abraaj rechnet rund ein Viertel der investierenden Firmen mit einem
stärkeren Widerstand gegen neue Private-Equity-Investitionen in
Schwellenländern – die Mehrheit der LPs sagt jedoch, dass die
Schwierigkeiten von Abraaj bei ihnen unternehmensintern als
isoliertes Ereignis betrachtet werden.

Reputation und Beschäftigungsvielfalt in der
Private-Equity-Branche

Rund 50 Prozent der LPs glauben, dass die Wahrnehmungen und
Eindrücke der Öffentlichkeit über die Private-Equity-Branche
weitgehend zutreffen – allerdings sind zwei von fünf Investoren der
Meinung, dass der Ruf von Private Equity schlechter ist, als es die
Branche verdient.

Hinsichtlich der Mitarbeiterdiversität gehen die Meinungen der
Investoren auseinander. Obwohl die Mehrheit der LPs glaubt, dass
sowohl bei den Managementgesellschaften (General Partners) als auch
innerhalb ihrer eigenen Organisationen angemessene Fortschritte
erzielt werden, sind viele LPs der Ansicht, dass diese Thematik auf
beiden Seiten noch mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte.

Private-Equity-Allokationen und Auswahl der Investments

Die Beteiligung der Investoren an alternativen Anlagen steigt seit
einigen Jahren. Das Barometer zeigt, dass gerade in Europa ein
starkes Interesse an dieser Anlageklasse besteht. Rund 60 Prozent der
europäischen LPs planen, ihre Ziel-Allokationen für alternative
Anlagen in den nächsten zwölf Monaten zu erhöhen – die Schwerpunkte
liegen dabei insbesondere auf Infrastrukturanlagen und privaten
Krediten.

Auch das Interesse an Private-Equity-Investitionen in Sachwerte
nimmt zu, wobei sich die Investoren vor allem auf Immobilien und
erneuerbare Energien konzentrieren.

Bei Private-Equity-Investitionen in Industrieländern erwarten LPs,
dass die Sektoren Gesundheitswesen/Pharma,
Business-Investment-Dienste und Informationstechnologie in den
nächsten drei Jahren die attraktivsten Gelegenheiten bieten werden.
Die verbraucherorientierten Sektoren hingegen sind derzeit das am
wenigsten geschätzte Segment – nur ein Drittel der
Private-Equity-Investoren äußerte hier Optimismus über den Ausblick.

Jeder fünfte Investor verstärkt seinen Fokus auf einzelne,
ausgewählte Branchen, entweder durch die Einstellung zusätzlicher
Mitarbeiter und/oder die Beauftragung externer Berater.

Weitere Ergebnisse der Studie

Die Barometer-Ausgabe Winter 2018/2019 vermittelt außerdem einen
Überblick über die Ansichten und Meinungen der Anleger zu folgenden
Themen:

– Special Accounts
– Private Equity-Investitionen bei Minderheitsanteilen/nicht
beherrschenden Anteilen
– Turnaround- und Distressed-Debt-Fonds

Hinweis an Redakteure

LPs (Limited Partners) sind Anleger in Private-Equity-Fonds. GPs
(General Partners) sind Manager von Private-Equity-Fonds. Coller
Capitals Global Private Equity Barometer ist eine einzigartige
Momentaufnahme weltweiter Trends im Private-Equity-Bereich. Zweimal
jährlich bietet es einen Überblick über die Pläne und Meinungen
institutioneller Private-Equity-Investoren in Nordamerika, in Europa
und in der Region Asien-Pazifik (einschließlich des Mittleren
Ostens).

Für dieses neueste Barometer wurden im Herbst 2018 insgesamt 110
Private-Equity-Investoren aus aller Welt befragt. Die Ergebnisse des
Barometers sind für die Gesamtheit der LPs im Hinblick auf
Anlegerstandort, Art der investierenden Organisation, verwaltetes
Gesamtvermögen und Zeitraum der Erfahrung mit Private-Equity-Anlagen
global repräsentativ.

Über Coller Capital

Coller Capital, führender Akteur im Private-Equity-Sekundärmarkt,
erwirbt Positionen in Private-Equity-Fonds sowie nicht börsennotierte
Unternehmen von deren ursprünglichen Inhabern. Der Umfang der
Einzelinvestitionen bewegt sich im Bereich von 1 Million US-Dollar
bis über 1 Milliarde US-Dollar.

Die 1990 gegründete Firma hat ihren Hauptsitz in London sowie
Niederlassungen in New York und Hongkong. Collers multinationales
Investmentteam hat als weltweit größtes auf Sekundärmärkte
spezialisiertes Team eine globale Präsenz.

Im Dezember 2015 platzierte die Firma den Fonds „Coller
International Partners VII“ mit Kapitalzusagen von 7,15 Milliarden
US-Dollar von etwa 170 weltführenden institutionellen Anlegern.

Pressekontakt:
Volker Northoff
Northoff.Com Public Relations
Frankfurt/Main
+49 (0)69/408980-00
info@northoff.com

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