Brüssel (ots) – Die Mitglieder der Fachkommission für natürliche
Ressourcen (NAT) des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR)
haben sich auf Gozo getroffen, um Fragen zu den Meeresindustrien zu
erörtern. Mit einem Umsatz von 16,6 Milliarden Euro macht die
sogenannte blaue Wirtschaft rund 0,7 Prozent des gesamten BIP
Deutschlands und 9,5 Prozent der Bruttowertschöpfung der europäischen
blauen Wirtschaft aus (Quelle: Europäische Kommission 2018). An der
Konferenz und Sitzung der Fachkommission NAT haben mehr als 100
Vertreter aus ganz Europa teilgenommen.

Zum Auftakt der Konferenz „Nachhaltige Entwicklung der blauen
Wirtschaft“ auf der maltesischen Insel Gozo erklärt der Vorsitzende
der Fachkommission NAT Ossi Martikainen (FI/ALDE): „Die blaue
Wirtschaft ist einer der Schwerpunktbereiche der Fachkommission für
natürliche Ressourcen des AdR. Sie birgt ein großes sozioökonomisches
Potenzial, nicht nur für Küsten- und Meeresregionen, sondern auch für
die gesamte Europäische Union. Dieser ökonomische Bereich umfasst
einerseits traditionellen Branchen wie den Seeverkehr, andererseits
innovative Sektoren wie blaue Biotechnologie und Meeresenergie. Wir
brauchen unbedingt eine gemeinsame europäische Agenda, um das
Potenzial dieses Sektors voll zu erschließen und in wirtschaftlich,
sozial und ökologisch nachhaltiges Wachstum und entsprechende
Arbeitsplätze umzumünzen.“

In Deutschland erzielte die blaue Wirtschaft 2016 rund 8,8
Milliarden Euro Profit und sichert Arbeitsplätze für 290 000
Menschen. In den Sektoren Seeverkehr (52 Prozent des deutschen
Profits), Schiffbau, Erdgasförderung, Güterumschlag, sowie Personen-
und Frachtwassertransport gehört Deutschland sogar zu den führenden
Nationen Europas. Gemeinsam mit Großbritannien und Dänemark ist
Deutschland für 80 Prozent der Nettoinvestitionen in die blaue
Wirtschaft verantwortlich.

Nach den Worten des für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei
zuständigen EU-Kommissars Karmenu Vella „besteht nach wie vor eine
erhebliche Investitionslücke, die nur durch besondere Finanzmittel
für die blaue Wirtschaft geschlossen werden kann. Deshalb wollen wir
unbedingt Investoren anziehen. Wir arbeiten derzeit an einer
Investitionsplattform, in der bereits 600 kreditwürdige,
meeresökonomische Projekte in der Entwicklungsphase verzeichnet sind.
Am 20. Mai werden wir den europäischen Tag der Meere in Lissabon
nutzen, um einen Dienst zur Förderung der Investitionsbereitschaft in
Startups und KMU der blauen Wirtschaft vorzustellen.“

Marie-Louise Coleiro Preca, Präsidentin der Republik Malta,
betont: „Unsere Politik muss darin bestehen, die große biologische
Vielfalt unserer Meere durch langfristige, nachhaltige Investitionen
zu schützen, und unseren Bürgerinnen und Bürgern gleichzeitig neue
Erwerbsquellen zu bieten. Im Durchschnitt ist die blaue Wirtschaft
europaweit stärker gewachsen als die jeweilige Volkswirtschaft. Die
Meereswirtschaft wächst seit einigen Jahren stetig und wird ihr
Volumen – da bin ich zuversichtlich – bis 2030 verdoppeln können.“

Die blaue Wirtschaft umfasst alle ökonomischen Felder im
Zusammenhang mit den Ozeanen, Meeren und Küsten – unter anderem die
Fischerei, den Schiffbau, den Küstentourismus sowie die blaue
Biotechnologie und die Offshore-Energieerzeugung aus erneuerbaren
Quellen. Nicht zuletzt trägt eine nachhaltige Entwicklung dieser
meeresökonomischen Felder entscheidend zur Erhaltung der Ozeane,
Meere und Meeresressourcen und damit zur Verwirklichung des
Nachhaltigkeitszieles Nr. 14 der Vereinten Nationen bei.

Während der Fachausschusssitzung haben die Mitglieder die
folgenden Stellungnahmen angenommen, die nun der Plenarsitzung zur
finalen Abstimmung vorgelegt werden:

– „Grenzübergreifende Dimension der Katastrophenvorsorge“,
Berichterstatter Roberto Ciambetti (IT/EKR)
– „Eine neue europäische Agenda zur Beschleunigung der Entwicklung
der maritimen Industrie“, Berichterstatter Christophe Clergeau
(FR/SPE)
– „Plädoyer für einen umfassenden EU-Rahmen für endokrine
Disruptoren“, Berichterstatter Uno Silberg (EE/EA)

Hintergrund: Jahresbericht 2018 zur blauen Wirtschaft in der EU:
http://ots.de/lzi1RR

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