Frankfurt (ots) – Man führe sich das Bild noch einmal vor Augen.
Auf der Bühne steht ein Politiker, der sich für die Hilfsbereitschaft
seiner Mitbürger bei einer berühmten Spendengala bedanken will. Und
dann stürmt ein Mann mit einem Messer auf die Bühne und sticht auf
ihn ein. Politiker hätten ihn foltern lassen, ruft er von der Bühne.
Wohlgemerkt: Es ist noch unklar, ob der Mann in einem Wahn handelte
oder ob er wusste, was er tat. Sicher ist hingegen, dass sein Hass
auf Politiker nicht aus dem Nichts gekommen sein kann. Verbale
Hassattacken gehören in Polen noch viel stärker zum politischen
Alltag als in vielen anderen westlichen Demokratien. Es ist deshalb
keineswegs übertrieben zu behaupten, dass eine Schreckenstat wie der
Mord von Danzig in einem solchen Umfeld niemanden wundern sollte. Das
aber heißt auch, dass die Stiche nicht nur den ebenso beliebten wie
engagierten Bürgermeister ins Herz getroffen haben, sondern auch die
Demokratie als solche.

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