Düsseldorf (ots) – Der Präsident des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, geht davon aus, dass die niedergelassenen Ärzte einen erheblichen Beitrag zur Impfung der Bevölkerung gegen das Coronavirus leisten werden. Funken sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag): „Die Impfzentren allein werden die Impfung nicht bewältigen können. Da bräuchten Sie Hallen in der Größenordnung eines Flughafens oder Stadions.“ Man komme um die niedergelassenen Ärzte bei der Verteilung des Impfstoffes nicht herum. „Auch wenn die Anforderungen an den Biontech-Impfstoff hoch sind. Er ist drei Tage bei normaler Kühlschranktemperatur haltbar. Das bekommen wir hin. Wir haben innerhalb von zwei Monaten 20 Millionen Dosen Grippeimpfstoff verabreicht.“ Die nächsten Impfstoffe werden außerdem einfacher zu handhaben sein.

Funken forderte die Politik auf, klare Vorgaben zur Priorisierung zu machen. Bezugsscheine müssten an die vulnerablen Patienten und systemrelevanten Berufsgruppen ausgeteilt werden. „Wir können uns nicht auf langwierige Diskussionen mit unberechtigten Impfwilligen in den Praxen einlassen. Das gefährdet die Versorgung.“ Den Zeitplan des NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), bis Weihnachten die Impf-Infrastruktur aufzubauen, hält Funken für unrealistisch. „Wir bauen gerade lokalein Abstrichzentrum auf und hatten großes Glück, dass wir mit zwei Wochen Vorlaufzeit die benötigten Container bekommen konnten. Wie das bei 53 Zentren und zwölf Lagern bis Weihnachten gelingen soll, ist mir ein Rätsel.“

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2627

Quelle:Hausärzte in Nordrhein: Zeitplan für Aufbau der Impf-Infrastruktur ist unrealistisch


Importiert mit WPna von Tro(v)ision