Berlin (ots) – Der Koordinator der Initiative erlassjahr.de, Jürgen Kaiser, hat sich enttäuscht darüber geäußert, dass sich die Staatengruppe G20 nicht auf einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde geeinigt hat. Die stattdessen beschlossene Verlängerung des Schuldendienstmoratoriums für 73 Staaten hält Kaiser für unzureichend. „Die G20 haben eine wichtige Chance für eine zeitige Entschärfung der Schuldenkrise verpasst“, sagte Kaiser gegenüber der Tageszeitung „nd.DerTag“ (Freitagausgabe).

Hinzu komme, dass die Corona-Pandemie die Schuldenkrise im Globalen Süden noch vertieft habe. „Es gibt bereits Länder, die infolge der Coronakrise in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht sind wie Sambia“, so Kaiser. Weitere würden folgen. „Dass der Weltbank-Chef David Malpass und die Chefin des Internationalen Währungsfonds Kristalina Georgiewa jetzt einen alarmistischen Ton anschlagen, ist mehr als gerechtfertigt“, sagte Jürgen Kaiser mit Blick auf die bevorstehende Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank.

Kaiser kritisiert, dass die G20 es nicht gewagt haben, „die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, dass sich die privaten Gläubiger an dem Schuldenmoratorium beteiligen müssen“. Diesen Fehler müssten die G20 schnell korrigieren, weil diese Ungleichbehandlung der Gläubiger den Prozess der Entschuldung im hohen Maße delegitimiere. Wenn der öffentliche Sektor verzichte, der private Sektor aber einfach weiter kassiere, sei das ein Problem. „Das kommt in der Öffentlichkeit sehr schlecht an.“ Es müsse um echte Schuldenerlasse gehen. „Alles andere verschärft die Schuldenkrise untragbar.“

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Quelle:Jürgen Kaiser von erlassjahr.de: G20 haben wichtige Chance auf Schuldenerlass verpasst


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