Berlin (ots) – Der Gedanke, Ende Dezember rauschende Partys zu feiern, mutet derzeit reichlich absurd an. Das gilt nicht nur für Deutschlands größte Sause am Brandenburger Tor, sondern auch für zahlreiche andere Galas, Bälle und Raves, die noch in den Terminkalendern stehen. In der jetzigen Corona-Lage im Hotspot Berlin die Hoffnung selbst auf eine abgespeckte Feier am Tor aufrechtzuhalten, wäre das völlig falsche Signal.

Selbst wenn es gelänge, den R-Wert, also die Rate der Ansteckungsfälle pro Infiziertem, ab sofort auf 0,8 zu senken, hätten wir in der Stadt zu Weihnachten immer noch eine Inzidenz von 100 Infizierten pro 100.000 Einwohner, wie der aktuell viel beachtete Covid-Simulator vorrechnet. Das wären weniger als halb soviele wie derzeit – und ein großer Erfolg. Dann aber wieder auszugehen und zu feiern, würde unvermeidlich zum Rückschlag und zum nächsten Lockdown führen.

Wir sollten uns ehrlich machen: Der Winter wird blöd, Glühwein in froher Runde wird nicht helfen können. Die Pandemie wird Berlin und die Welt im Griff behalten bis weit ins nächste Jahr hinein. Allenfalls zu Weihnachten werden wir mit den engsten Angehörigen den Braten teilen können. Alles andere sind fromme Wünsche, von denen es Abschied zu nehmen gilt, so hart das auch ist. Sonst hätten wir uns die Mühe auch gleich sparen können.

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Quelle:Keine Chance auf Party – Kommentar von Joachim Fahrun


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