Halle (ots) – In die Debatte um die Nahverkehrspreise im Großraum
Halle/Leipzig kommt neue Bewegung. Das berichtet die in Halle
erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Freitag-Ausgabe). Als erste
Stadt in der Region prüft Leipzig die Einführung eines Billig-Tickets
für Bus und Bahn. Die Stadt will durchrechnen, ob eine
365-Euro-Jahreskarte angeboten werden kann. Damit könnten Busse,
Straßen- und S-Bahnen im Leipziger Stadtgebiet für einen Euro am Tag
beliebig oft genutzt werden. Das hat der Stadtrat beschlossen. Bisher
kostet die günstigste Abokarte in Leipzig 53,90 Euro pro Monat, also
646,80 Euro im Jahr. Als Vorbild für das 365-Euro-Ticket gilt Wien.
In Österreichs Bundeshauptstadt gibt es das günstige Jahresticket
seit 2012 – mit wachsendem Erfolg.

Kritiker des Modells halten die Wiener Verhältnisse denn auch
nicht für ohne weiteres übertragbar. „Ich warne davor, ein
365-Euro-Ticket einzuführen und zu glauben, allein damit würde der
Nahverkehr besser“, sagte der Geschäftsführer des Mitteldeutschen
Verkehrsverbundes (MDV), Steffen Lehmann, der MZ. Wien habe vor
Einführung des Tickets mehr als 20 Jahre das Nahverkehrsangebot und
die Infrastruktur ausgebaut, das U-Bahn-, Tram- und Busnetz erweitert
und Takte verdichtet. „Ohne einen solchen Ausbau wäre das Ticket eine
Mogelpackung“, sagte Lehmann.

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