Berlin (ots) – Der Schriftsteller Ilija Trojanow sieht die
Entwicklungshilfe in der Schieflage. „Der Einfluss der großen
Stiftungen ist phänomenal“, sagte der in Wien lebende Publizist der
in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“
(Wochenendausgabe). An erster Stelle stehe die
Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung, „bei der es sich um einen durch
nichts legitimierten ‚Player‘ handelt, der einen immensen Einfluss
etwa auf die Weltgesundheitsorganisation und auf die
Gesundheitsversorgung oder Nichtversorgung in der ganzen Welt hat.“
Ein kritischer Diskurs über die Zukunft der Entwicklungshilfe sei bei
den großen Stiftungen nicht erwünscht. „Die Menschen, die die
Systemfrage stellen, die grundsätzliche Fragen stellen nach
Selbstorganisation, Selbstbestimmung, Eigentumsverhältnissen, werden
nicht gefördert.“ Die Hoffnung gibt Trojanow freilich nicht auf: „Es
wäre viel gewonnen, wenn die Menschen, die sich noch die Frage
stellen, wie etwas zu verändern ist – und es sind in Deutschland noch
zig tausend Leute -, sich anhand unseres Buches eigene Gedanken
machen, was man durch Hilfe bewirken kann und sollte.“ Trojanow hat
2018 das Buch »Hilfe? Hilfe! Wege aus der globalen Krise« zusammen
mit Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international,
herausgegeben.

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