Essen (ots) – Es ist richtig und überfällig, dass die Polizei in
NRW nun alle paar Tage den Clan-Kriminellen massiv auf die Füße
tritt. Seit Jahren hat sich in Spielhallen, Shisha-Bars und Wettbüros
eine Szene etabliert, für deren Existenz kein Bürger Verständnis hat.
Betreiber und manche Gäste stellen hier sehr offen zur Schau, dass
sie ihr Geld nicht mit ehrlicher Arbeit verdienen. Unser Rechtsstaat
darf so etwas nicht hinnehmen. Dass NRW-Innenminister Herbert Reul
(CDU) sich nun gern als Macher darstellen will, gehört zum
politischen Geschäft. Er hatte viele Medien im Vorfeld eingeladen,
bei der Razzia dabei zu sein – damit groß und breit über seine
Tatkraft berichtet wird. Dass manche Kamerateams eher als die Polizei
vor Ort waren, dürfte indes Kriminelle gewarnt haben. Reul soll also
weiterfahnden, aber bitte ohne großes Tamtam und medienwirksame
Vorankündigung.

Überhaupt wäre es wünschenswert, wenn die NRW-Landesregierung
nicht nur beim Thema Sicherheit so viel Energie an den Tag legen
würde und Geld ausgäbe. In den Schulen fehlen nach wie vor unzählige
Lehrer, es fällt immer noch viel zu viel Unterricht aus. Diese
Riesenlücke lässt sich nur mit kreativen Lösungen schließen, von
denen es noch zu wenige gibt. Außerdem muss das Geld für den
Digitalpakt nicht nur bereitgestellt, sondern auch sinnvoll
investiert werden. Das Thema Bildung ist mindestens so wichtig wie
die Sicherheit.

Die Menschen wollen erleben, dass Politik agiert und sich etwas
bewegt im Land. Aber bitte in möglichst allen Bereichen.

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