Mainz (ots) – Im Vergleich zu China mit seinen 9,6 Millionen Quadratkilometern kann man Deutschland als klein bezeichnen. Doch nun kommt es darauf an, gerade den Chinesen klarzumachen, dass auch knapp 360000 Quadratkilometer groß sein können. Zumindest groß genug, um zu differenzieren. Damit der Schweinepest-Nachweis bei einem Tier in Brandenburg nicht automatisch auch Fleisch und Fleischprodukte beispielsweise aus Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen für lange Zeit zu unerwünschter Importware werden lässt. Keine leichte Aufgabe, zumal China selbst gegen einen massiven Ausbruch der Schweinepest kämpft – 100 Millionen Tiere sind an der tückischen Infektion bereits gestorben oder mussten notgeschlachtet werden. Paradox: Die deutsche Fleischwirtschaft hat von diesem Desaster zuletzt stark profitiert, das Statistische Bundesamt spricht von einem „Nachfragesog“, durch den sich die Exporte mengenmäßig verdoppelten und wertmäßig verdreifachten. Auch hierzulande ist Schweinefleisch deutlich teurer geworden. Mit Blick auf die Tierwohldiskussion und die Produktionsbedingungen – Stichwort Schlachthöfe – eine wichtige Entwicklung. Aber von China hängt auch deshalb für die hiesigen Betriebe so viel ab, weil dorthin Pfoten, Ohren, Fette und Specke exportiert werden können, die bei uns Abfallprodukte sind. Eine Überraschung ist der Schweinepest-Ausbruch in Deutschland nicht, Notfallpläne mit entsprechenden Hygienevorgaben liegen bereit. Dass sie am besten wirken, wenn alle Beteiligten konsequent handeln, lernen wir gerade im Zusammenhang mit der anderen Seuche dieser Zeit.

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Quelle:Paradox / Kommentar der Allgemeinen Zeitung Mainz zur Afrikanischen Schweinepest


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