Düsseldorf (ots) – Für Ärzte gibt es wohl kaum nervigere Patienten
als jene, die mit einem Bündel an falschen Internet-Informationen
über ihre Leiden in die Praxis kommen und eigentlich nur noch das
Rezept abholen wollen. Um dem entgegenzuwirken, hilft vor allem eins:
sachliche und verständliche Information über Vor- und Nachteile einer
Behandlung. Im Fall von Krebsfrüherkennung ist das umso wichtiger, da
so vielleicht auch manche Ängste ausgeräumt werden können. Beispiel
Darmspiegelung: Der Eingriff gilt zwar als unangenehm. Zugleich
bietet die Maßnahme aber entscheidende Vorteile, die keine andere
Früherkennungsmethode hat. Noch bei der Diagnose kann durch das
Entfernen von Polypen gezielt therapiert und dem Entstehen von
Darmkrebs vorgebeugt werden. Um aber die Entscheidung dafür oder
dagegen selbstbestimmt treffen zu können, brauchen Menschen
wissenschaftlich gesicherte und gut aufbereitete Informationen. Die
Bundesregierung ist viel zu spät dran, ein Internetportal mit diesem
Anspruch zu schaffen. Und die medizinischen Fachgesellschaften
sollten sich an ihren amerikanischen Kollegen ein Beispiel nehmen und
regelmäßig die niedergelassenen Ärzte in prägnanter Form über den
aktuellen Stand der Forschung informieren.

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